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Immobilienblasen: Die gefährdetsten Städte – Vancouver, London – und München!

FMW-Redaktion

Laut einer Studie der UBS (Global Real Estate Bubble Index) sind Vancouver und London die Städte mit den überbewrtesteb Hauspreisen der Welt. An fünfter Stelle folgt aber dann schon München, das im Vergleich zum Vorjahr, als die Stadt noch nicht unter den Blasen-Top-10 war, mächtig aufgeholt hat! Vor Münchnen liegen noch Stockholm und Sydney auf den Plätzen drei und vier.

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Fröhliche Blasenbildung in der bayerischen Hauptstadt München
Foto: David Kostner, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en

Was macht die Blasengefährdung aus? Dazu die UBS:

„House prices in the near-bubble cities have increased on average by almost 50 percent since 2011, compared with less than 15 percent in other financial centers (..) A change in macroeconomic momentum, a shift in investor sentiment or a major supply increase could trigger a rapid decline in house prices. Investors in overvalued markets should not expect real price appreciation in the medium to long run.”

Seit 2011 sind also in den gefährdetsten Städten die Preise um 50% gestiegen – und es braucht nicht viel, um dieses Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Nun sind aber gerade in den beiden Top-Blasen Städten Vancouver und London die Preise zuletzt stark rückläufig gewesen – in London wegen dem Brexit-Votum, in Vancouver, weil die dortigen Behörden eine Extra-Steuer eingeführt haben für ausländische Käufer (meist Chinesen, die Immobilienkäufe in Vancouver als Kapital-Flucht aus dem Yuan nutzten).

Und das bedeutet: die zwei größten Blasen sind bereits angestochen – und das ist kein gutes Omen für andere Städte im Blasen-Terrain! Man sollte daher etwa als Immobilien-Interessent in München die Warnung der UBS sehr ernst nehmen: „Investors in overvalued markets should not expect real price appreciation in the medium to long run“.

Was hat zu den Blasen geführt? Laut UBS ein Mix aus zu großem Optimismus, Gelder aus dem Ausland, und vor allem die ultralaxe Geldpolitik der Notenbanken haben die nicht nachhaltigen Preisexplosionen ermöglicht.

Gleichwohl ist der Optimismus nach wie vor groß, dass man mit einem Immobilienkauf in einer deutsche Großstadt wie München nichts falsch machen könne – Betongold eben. Aber wie Daniel Stelter in seinem beeindruckenden Artikel „Die Sandwich Generation“ klar gezeigt hat, stehen schon aufgrund der Alterung der Gesellschaft etwa in Deutschland absehbar immer mehr potentielle Immobilien-Verkäufer immer weniger potentiellen Immobilienkäufern gegenüber! Dass in einem solchen Umfeld dann Preise eher fallen als steigen, ist elementarste Logik der Ökonomie.

Für München formuliert die UBS das so:

„Germany’s economic boom and very expansionary monetary policy ended 20 years of real house price stagnation in 2010. Subsequently, Munich property prices rose by double digits and have increasingly lost touch with economic fundamentals. Affordability has also worsened in recent years. It now takes a skilled-service worker seven work years, an all-time high, to buy a 60m2 flat.“

Noch nie war also das Verhältnis zwischen Einkommen und Kaufpreis etwa in München so extrem wie derzeit! Das kann, das wird nicht immer so bleiben. Aber diesmal – so das Mantra jeder Blase in der Vergangenheit, diesmal ist alles anders!



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9 Kommentare

    1. Dieses Video ist nicht verfügbar, ansehen lohnt sich, klasse Link!

  1. Interessant ist das bereits die Abwanderung derer beginnt, welche vor
    ca. 8-10 Jahren nach München gekommen sind, aus HH/F/D/B etc.,
    des weiteren mag keiner die „Lebensart“ der Münchner, möchte da keinem
    zu nahe treten. So wie sie kamen, nach und nach werden sie gehen,
    auf einmal heißt es o…mei…o..mei , dann sind sie aber alle weg.
    Der Münchner geht eh nicht, d.h. er wird von der Preissteigerung nicht viel
    abbekommen, müsste sich ja teuer wieder hier einkaufen im Paradies .

    1. @Alexander Tecins, waaaas, keiner mag die „Lebensart“ der Münchner? Damit treffen Sie mich als Münchner natürlich schwer; wobei aus der Ferne finden viele München gut, aber das Leben in München ist halt sehr hektisch und schnell (viel schneller als Berlin oder Hamburg), dazu öffentl. Verkehrsmittel immer gerappelt voll, und überhaupt zu wenig Platz (mit Abstand dichtbesiedeldste Stadt Deutschlands). Aber sonst „is scho schee“ – je weiter man weg ist.. oder man sitzt zufällig im Biergarten, da läßt sich wirklich aushalten. Das ist auch der einzige Ort, wo in München wirklich Toleranz herrscht (zumindest nach der dritten Maß…)

      1. Da wir als „Zugezogene“ , sogenannte „Eigeblockte“ hier in München
        leben (müssen) können wir dem was sie schreiben Herr Fugmann
        aus Hamburg nur komplett beistimmen , aber was da jetzt toll sein soll
        an dem was sie schreiben müssen sie uns erklären . Grüsse

    2. @Alexander Tecins, HH/F/D/B etc. darf sich gerne aus München verabschieden. Dann finden wieder viele „Eingeborene“ Wohnraum und können in ihre Heimat zurücksiedeln. Die „Lebensart“ wird nach der Invasion dann vielleicht wieder bayerisch gemütlich, und alle mögen sie wieder.
      O mei, o mei, koa Preißn, koa Gschrei ;)

  2. Vielleicht weiß der Münchner auf Rügen, ah nee, das war glaube ich Wolfgang Fierek, der Münchner in Hamburg also, vielleicht weiß der noch, dass es in München (offiziell) ein Leerstandsverbot für Wohnraum gibt.
    Das heißt, alle Wohnungen sind belegt – wären aber auch ohne Verordnung ohnehin bewohnt – weil sie eben gebraucht werden.

    Ich glaube, eine Blase kann nur da platzen, wo eigentlich zuviel von irgendwas da ist, was eigentlich gar keiner haben will.

    Die Expertenanalysen warum die Preise so steigen, sind ja „geschönt“. Die Gründe sind zwar auch richtig, aber wie so oft in Deutschland, wird aus politischer Korrektness nur lückenhaft berichtet.
    In München gibt es knapp 40% Einwohner mit Migrationshinterund. Das sind rund 575000 Bürger von 1,5Mio. Und die leben nicht im Zelt, sondern die haben aufgrund ihres Bedarfs (Nachfrage und Angebot) natürlich die Preise hoch getrieben.
    Dafür müssen Hunderttausende Arbeiter jeden Tag reinpendeln. Und weil die Mieten nicht mehr tragbar sind, müssen weniger Begüterte wie Rentner und
    Finanzmarktwelt-Akteure die Stadt verlassen und aufs platte Land oder nache Hamburg umziehen.

    1. Nachtrag:
      Vor gut drei Jahren hatte München noch ungefähr 1,3Mio Einwohner
      und jetzt die genannten 1,5 Mio. Wo soll da eine Blase sein?
      Höchstens bei den Einwohnern.
      Aber nicht weil es zu viel Wohnraum gibt.
      Das war mal Anfang der 90ger Jahre nach der wiedervereinigung im Osten so.
      Da wurde gebaut auf Teufel komm raus. Oder auch vor 10 Jahren in Spanien.

    2. Stellt sich die Frage, was in der Hauptstadt unterhalb des Weißwurstäquators, im Zentrum des national-christlich-sozialen Königreiches, im traditionell schwarz-braunen Refugium als Migrationshintergrund bezeichnet wird. Sind es Franken, Württemberger oder Badenser ;) Noch übler, sind es Ostdeutsche oder Preißn aus West- und Norddeutschland? Oder gar Ösis aus dem angrenzenden Osten? Oder sind es einfach wieder mal die bösen, bösen Typen alpin-süd-süd-west-süd-östlicher Abstammung?
      Oder sind es einfach geldgeile, moralfreie Abzocker aus der Bau- und Vermieterbranche, die die Preise hochgetrieben haben?
      Wie auch immer, in München waren die Immobilienpreise und Vermieter auch vor 40 Jahren ohne Migrationshintergrund schon außerirdisch unterwegs, relativ betrachtet eher noch höher. Ein Studienkollege von mir hat damals einmalig 100,- DM Belohnung vom Vermieter erhalten, weil er hinter einer Wand unter der Dachschräge ein paar weitere Quadratmeter „Nutz“fläche in einer Höhe von max. 50 cm gefunden hatte. Kurz darauf musste er ausziehen, weil der Vermieter diese Fläche in die Wohnung „integrieren“ wollte, angeblich umgebaut und die Miete in dem Zusammenhang gleich einmal um 10% erhöht hat.
      Sind es also die Migranten oder die Vermieter, die die Preise hochgetrieben haben?

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