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Europace Hauspreisindex Immobilienmarkt-Aufwind: Preise steigen zehnten Monat in Folge

Heutige Daten zeigen: Die Preise am deutschen Immobilienmarkt steigen zehn Monate in Folge! Hier dazu Details und eine Einordnung.

Haus
Grafik: Mindandi-Freepik.com

Erst heute früh hatten wir nach immowelt und GREIX auch den vdp-Immobilienindex gezeigt. Alle Anbieter zeigen im dritten Quartal steigende Immobilienpreise. Das Besondere am Europace Hauspreisindex ist, dass dieser Anbieter monatliche Zahlen veröffentlicht. Und hier sehen wir eine Konstanz. Die heute gemeldeten Daten für Oktober zeigen den zehnten Monat am Stück mit steigenden Preisen am deutschen Immobilienmarkt.

Immobilienmarkt im Preisaufwind – Blick auf die Details

Der Gesamtindex des Europace Hauspreisindex steigt von September auf Oktober von 214,24 auf 215,05 Indexpunkte – im Dezember 2023 lag der Wert noch bei 208,91 Punkten. Binnen zehn Monaten erlebte der deutsche Immobilienmarkt also einen Preisaufschwung um 2,93 %. Das mag nicht nach viel klingen, aber es ist eine klare Bewegung. Vor allem die Phase von zehn Monaten Anstieg ohne zwischenzeitlichen Preisrückgang ist ein klares Zeichen für eine Markterholung. Mit dem Anstieg der Preise hat der Markt bereits seit Jahresanfang eingepreist, dass die EZB ihre Zinsen wieder senken würde. Genau wie 2022 bei den Zinserhöhungen war der Immobilienmarkt ein halbes Jahr schneller als die EZB. Denn erst ab Sommer 2024 begann die EZB ihre Phase von Zinssenkungen – bis jetzt wurden sie drei Mal um je 0,25 Prozentpunkte gesenkt.

Die Preise für Bestandshäuser sind jetzt den vierten Monat am Stück dabei zu steigen. Der Index steigt im Monatsvergleich von 196,38 auf 197,43 Punkte. Neubauhäuser zeigten zuletzt erst zwei Monate am Stück steigende Preise, im letzten Monat war es ein Anstieg von 233,57 auf 235,38 Punkte. Der Immobilienmarkt zeigte seine Stärke bisher am meisten bei den Eigentumswohnungen – hier ging es acht Monate am Stück bergauf. Im Oktober aber sah man hier einen Rückgang von 212,76 auf 212,23 Indexpunkte. Insgesamt aber zeigt der Mix der drei Teilbereiche seit zehn Monaten am Stück steigende Preise!

Das große Bild

In dieser Grafik sehen wir seit Sommer 2020 die Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt mit Daten des Europace Hauspreisindex (blaue Linie). In negativer Korrelation dazu – mit etwas Verzögerung – sehen wir als rote Linie die Entwicklung im EZB-Einlagensatz. Es ist eine negative Korrelation. Je niedriger die Zinsen, desto höher können die Immobilienpreise steigen. Deswegen sah man bei jahrelangen Niedrigzinsen auch eine mehr als zehn Jahre andauernde Rally am deutschen Immobilienmarkt. Dann kam die schnelle Zinserhöhung der EZB ab 2022, die Preise fielen. Und jetzt ist wieder die Abwärtsbewegung bei den Zinsen eingeleitet worden, und die Preise können den Blick (vorsichtig) weiter nach oben richten.

Grafik vergleicht Preisentwicklung am Immobilienmarkt und EZB-Zinsen



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Na dann steigt mal schön weiter. Am besten soweit bis nur noch ein Wohnmobil oder Zelt für Arbeitnehmer drin ist und diese dann neun Monate für Steuern arbeiten müssen bevor sie im Netto-Bereich sind. Kann man sich nicht ausmalen wie schmal der Grad zwischen einer Sozial- und Asozialmarktwirtschaft ist. Wird Zeit für einen Milei.

  2. „Na dann steigt mal schön weiter. Am besten soweit bis nur noch ein Wohnmobil oder Zelt für Arbeitnehmer drin ist und diese dann neun Monate für Steuern arbeiten müssen bevor sie im Netto-Bereich sind.“

    Dafür müssen die Immobilienpreise nicht mehr steigen 😉

    Die Immobilienpreise machen jetzt einen kleinen Zwischenspurt nach oben und dann kommt die wahre Rezession oder bei einigen sogar die Depression.

    Arbeitnehmer werden ihren Job verlieren und sich nicht mal mehr ein Wohnmobil leisten können, die ja auch extrem Teuer geworden sind in Relation zum verfügbaren Einkommen.

    Vielleicht sollte man sich besser ein schönes Zelt zulegen. Damit ist man dann auch Mobil und man kann es bei einer Auswanderung mitnehmen.

    Die deutsche Gesellschaft ist aber immer noch vom Wohlstand verwöhnt, weshalb einschneidende Reformen unrealistisch sind. Die meisten verstehen auch nicht warum Lindner an der Schuldenbremse festhalten und einem neuen „Sondervermögen“ (was ja nichts anderes als eine Neuverschuldung ist, die aber laut Scholzomat der Bürger nicht bezahlen müsste 🤡) eine Absage erteilt hat.
    Warum unser Scholzomat nicht einmal in Erwägung gezogen hat seinem geliebten Arbeitsminister zum Sparen aufzufordern dürfte aber klar sein.

    Die meisten leben doch noch in der Illusion, dass man jetzt ungestraft neue Schulden machen kann. Wir (der Staat/ die Gesellschaft) hätten während der Niedrigzinsphase neue Schulden machen können und die Schuldenbremsenlockerung wäre damals denkbar gewesen.

    Wenn wir das jetzt machen, wird der Anleihemarkt bzw. unsere Gläubiger etwas mehr Risikoprämie verlangen. Sowohl im privaten Bereich, als auch im staatlichen. Die Aussichten für die Wirtschaft sind nicht gerade Rosig und die Inflation ist noch lange nicht Vergangenheit.

    Wacht endlich auf!

    Die Zeiten des billigen Geldes (Nullzinsphase) sind vorbei und kommen auch so schnell nicht wieder. Und zwischenzeitig geringere Zinsen werden von Zeiten mit wieder steigenden Zinsen abgelöst. Wer dann zu hohe Schulden hat, den werden früher oder später die Gläubiger beißen.

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