Immobilien

Europace und vdp Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter an – aktuelle Daten

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen derzeit weiter an. Der Verband der Pfandbriefbanken und Europace untermauern dies mit Daten.

Wohngebäude in der Hamburger Hafencity. Foto: Claudio Kummerfeld

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen aktuell kräftig an. Der Verband der Pfandbriefbanken (vdp) und der Anbieter Europace haben ihre aktuellsten Daten für Wohnimmobilien veröffentlicht, was einen sehr guten Überblick auf die aktuelle Lage liefert.


Werbung

Immobilienpreise im April im Auftrieb

Von März auf April sehen wir im Europace Hauspreisindex einen Anstieg von 220,65 auf 221,58 Indexpunkte. Das sind immerhin 0,42 % binnen gerade mal vier Wochen! Die Immobilienpreise stiegen im April aber nicht auf breiter Front. Bestandshäuser fallen leicht im Preis, der Index fällt von 201,35 auf 201,04 Punkte. Die Preise für Eigentumswohnungen steigen, der Index legt im Monatsvergleich zu von 219,26 auf 219,96 Punkte. Die Preise für Neubauhäuser steigen am stärksten mit einem Plus von 241,35 Punkten im März auf 243,75 Punkte im April – ein Anstieg von 0,99 % in wie gesagt nur vier Wochen!

Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter an

vdp-Quartalsdaten

Während der Europace Hauspreisindex am aktuellsten ist mit der monatlichen Entwicklung für April, sehen wir heute die Meldung des Verbands der Pfandbriefbanken für das erste Quartal. Im ersten Quartal 2026 legten die gesamten Immobilienpreise in Deutschland (Gewerbe + Wohnimmobilien) laut vdp um 2,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Wie in den vorherigen Quartalen, verzeichneten Wohnimmobilien demnach mit 2,3 % einen etwas stärkeren Preisanstieg als Büro- und Einzelhandelsimmobilien mit 1,9 % bzw. 1,5 %.


Werbung



Der Anstieg der Wohnimmobilienpreise im ersten Quartal dieses Jahres in Höhe von 2,3 % resultierte laut vdp-Aussage vor allem aus der Entwicklung bei selbst genutztem Wohneigentum: Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen legten insgesamt um 2,5 % zu. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich von Januar bis März dieses Jahres um 2,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und damit schwächer als in den Vorquartalen.

vdp-Einordnung

Die Immobilienpreise in Deutschland sind erneut mit moderatem Rückenwind in das Jahr 2026 gestartet, und haben damit den Aufwärtstrend des Vorjahres untermauert, so der vdp. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob sich die derzeit zu beobachtende Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres so fortsetzen werde. Offen sei insbesondere, wie sich der Iran-Krieg auf den Immobilienmarkt auswirke. In den Zahlen des 1. Quartals finde er noch wenig Niederschlag.

Auch wenn die Dynamik des Mietanstiegs aktuell etwas nachgelassen hat, so bleibt die Situation auf dem Wohnungsmarkt sehr angespannt, so der vdp in einer Einordnung. Die nach wie vor bestehende Knappheit an Wohnraum lasse Preise und Mieten vor allem in den Metropolen weiter steigen. Der Verband appelliert an die Politik, die regulatorischen Reformen zur Wohnungsmarkt-Belebung konsequent umzusetzen. Das sei deutlich zielführender und schneller realisierbar als die Überlegungen zur Schaffung einer neuen Bundeswohnungsbaugesellschaft. Zumal das „Bündnis bezahlbarer Wohnraum“ und die in der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) zusammengeschlossenen Verbände wie der vdp entsprechende Vorschläge längst vorgelegt hätten. Als Beispiel im Finanzierungsbereich nannte der vdp die im Koalitionsvertrag verankerten staatlichen Bürgschaften für Kredite zur Wohnraumschaffung in großem Stil.

Kommentar

FMW-Kommentar: Egal ob Bauzinsen demnächst steigen oder fallen, und auch wenn der Staat die Bürokratie beim Bauen tatsächlich entkernt: Das Grundproblem bleibt. Umfangreicher Zuzug nach Deutschland sorgt in den Ballungsräumen weiterhin für eine sehr große Nachfrage nach Wohnimmobilien. Und es wird im großen Bild betrachtet weiterhin viel zu wenig gebaut. Die Mega-Offensive für den großen Anstieg der Bautätigkeit ist nicht erkennbar. Damit dürfte die Richtung der Immobilienpreise weiter grundsätzlich aufwärts gerichtet bleiben. Denn das einfache Marktprinzip der Nachfrage, die größer ist als das Angebot, dürfte auch die nächsten Jahre Aufwärtsdruck verursachen.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

3 Kommentare

  1. Ein Wohnwagen tuts auch. Tiny Häuser wären kostengünstiger. Deutsch geprägt arbeiten, Deutsch steuern zahlen und US-mäßige Risiken erleben (Krankenkassen, Pflege uvm.)
    Game Over. reine Zeitverschwendung als junger Mensch noch an Deutschland festzuhalten.

    1. Die könnten wenigstens die Regeln lockern.

      Ich habe mir auch schon gedacht ein Grundstück zu kaufen und ein Chalette mit Wasser und Strom drauf, fertig.

      Geht aber nicht, da müssen Sie auf einen Campingplatz ziehen der das dann erlaubt und lärmfest sein, weil der entweder direkt an der Autobahn ist oder von Proleten zugeballert wird.

      Große Katastrophe mit Ansage: Wir schaffen das.

      Ja, die die im Eigenheim hocken schaffen das vielleicht.

    2. So sehe ich das schon sehr lange. Allerdings halten die Menschen gerne an ihrer Heimat fest. „Stay and pay“ heißt für die meisten die Devise. Der Leidensdruck ist in der Breite der Bevölkerung noch nicht groß genug, sonst würde die Mehrheit nicht „weiter so“ wählen.
      Die jungen Leute, die große Ideen umsetzen wollen, sollten dahin gehen, wo das wenigstens theoretisch mit einer besseren Wahrscheinlichkeit möglich ist.
      Wer bleibt sollte sich auf schwindenden Wohlstand einrichten, statt gehetzt und mieseprimelig durchs Leben zu laufen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage

Die mobile Version verlassen
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

89% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.

Place this code at the end of your tag:
Place this code at the end of your tag: