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Immobilienpreise kennen auch in der Coronakrise nur eine Richtung

Claudio Kummerfeld

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Hausbau mit Kran

In den ersten Monaten der Coronakrise hatte ich mehrmals über die Immobilienpreise berichtet, und wie sie sich womöglich im Laufe des Jahres 2020 entwickeln könnten. Dabei erwähnte ich die realistische Annahme, dass die Preise spürbar zurückgehen könnten. Denn eine sehr hohe Zahl an Kurzarbeitern, steigende Arbeitslosigkeit und Millionen Solo-Selbständige ohne Beschäftigung würden die Nachfrageseite bei Immobilien einbrechen lassen. Und das hätte doch eigentlich die Immobilienpreise sinken lassen sollen, oder zumindest für ein vorläufiges Ende des Preisbooms sorgen müssen?

Warum die Immobilienpreise trotz Coronakrise immer weiter ansteigen

Nun, dem ist eindeutig nicht so. Gleich kommen wir zu den aktuellsten offiziellen Daten. Aber warum ist der Preisboom nicht abgebrochen, warum geht er sogar ungebremst weiter? Nun, meine kleine Spurensuche geht so. Zum einen pumpen die Notenbanken immer weiter Geld, und drücken damit die Renditen für Staatsanleihen weiter in den Keller. Anleger fliehen weiter in Aktien und Immobilien auf der Hatz nach Rendite. Aber gerade für Deutschland scheint noch wichtiger zu sein: Der Staat hat mit umfangreichen Maßnahmen große Teile (nicht alles) der Volkswirtschaft gestützt. Das Kurzarbeitergeld wurde massiv ausgeweitet. Die Insolvenzregeln wurden so geändert, dass viele Unternehmen, die längst kaputt sind, nicht dicht machen.

Der Staat flutet auch über die KfW die Wirtschaft mit Rettungsgeldern. Selbständige erhalten Zuschüsse. Große Unternehmen erhalten sogar direkt Infusionen in ihr Eigenkapital. Und die Wirtschaft in China ist sehr, sehr schnell wieder angesprungen, was der deutschen Exportindustrie in diesem Horrorjahr schnell wieder Zuversicht gegeben hat. Das waren nur einige Faktoren, die erahnen lassen, weshalb wohl hunderttausende Wohnungsmieter ihre Mieten weiter zahlen konnten, und zahlreiche Häuslebauer die monatlichen Raten für ihre bestehenden Hauskredite weiter bedienen konnten. Daher blieb bislang eine Welle von Zwangsversteigerungen aus. Auf der anderen Seite haben wohl weiterhin solvente Kreditnehmer die immer günstigeren Konditionen genutzt um sich in 2020 Wohnungseigentum anzuschaffen. Und so geht die Hausse immer weiter, und die Immobilienpreise kennen auch in diesem Horrorjahr nur eine Richtung. Es wirkt schon merkwürdig, aber es ist die Realität. Hier die aktuellen Aussagen vom Statistischen Bundesamt im Wortlaut:

Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland lagen im 3. Quartal 2020 durchschnittlich 7,8 % höher als im Vorjahresquartal. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2,9 %. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz der andauernden Corona-Krise sowohl in der Stadt als auch auf dem Land weiterhin deutlich.

Im 3. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 8,9 % und Eigentumswohnungen 7,3 % teurer als im Vorjahresquartal. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen die Häuserpreise gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 10,2 %. Auch in ländlichen Kreisen verteuerten sich Wohnimmobilien im Durchschnitt stark. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 9,7 % und für Eigentumswohnungen um 7,1 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 8,4 %, Wohnungen verteuerten sich um 8,1 %.

Privat ermittelte Daten zeigten für das 3. Quartal auch einen starken Anstieg der Immobilienpreise, aber nicht ganz so stark wie heute die staatlichen Daten. Mehr dazu hier.

Chart zeigt Immobilienpreise seit 2010

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    28. Dezember 2020 12:09 at 12:09

    Moin, moin,

    ein Blick in eine Online-Immobilienbörse (bspw. Immobilienscout24)und schon ist man als Leser im Bilde. Angebot fast nicht mehr vorhanden, Die weitere Recherche erbringt: Immobilien Nachfrage extrem hoch, Baufirmen am Limit, Baumaterialien teuer bis nicht lieferbar. Bausand im Norden kommt aus Dänemark.

    Fazit:
    1. Die Leute trennen sich von ihrem Eurogeld und tauschen gegen eine Immobilie.
    2. Der Staat muss immer mehr Sozialbauten erstellen für unsere Neubürger und die Leute mit einer Allergie gegen Arbeit.
    3. Der Flächenverbrauch geht ins Unendliche. Wann sind bspw. Kiel und Lübeck Vororte von HH? Dauert m.E. nicht mehr lange.

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    28. Dezember 2020 15:34 at 15:34

    Die Hyperinflation ist in einigen Segmenten bereits weit fortgeschritten und die Flucht aus dem Euro nimmt sichtbar fahrt auf.

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Aktien

Andre Stagge über sein Depot, Inflation, Bitcoin und steigende US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Andre Stagge

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden ausführlichen Video fünf Positionen in seinem eigenen Investmentdepot. Aber er spricht auch über wichtige Themen in einem größeren Zusammenhang. Zum Beispiel geht er der Frage nach, ob in 2021 die große Inflation ansteht. Auch schaut er auf die mögliche weitere Entwicklung des Bitcoin, und bespricht die interessante Thematik, welche Auswirkung nachhaltig steigende Anleiherenditen in den USA auf die Märkte haben.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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