Die Immobilienpreise in Deutschland kennen seit Anfang 2024 nur eine Richtung, nach oben! Der Europace Hauspreisindex bestätigt diesen Trend ständig auf Monatsbasis. Auch der quartalsweise erscheinende GREIX-Index zeigte jüngst steigende Preise an. Heute bestätigt der Verband der deutschen Pfandbriefbanken „vdp“ (die müssen es ja wissen) den deutlichen Aufwärtstrend am deutschen Immobilienmarkt.
Immobilienpreise laut Pfandbriefbanken mit starkem Auftrieb
Der Aufwärtstrend der Immobilienpreise hielt laut vdp auch im dritten Quartal an. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte der Immobilienpreisindex des vdp um 3,6 % auf 183,7 Punkte zu. Gegenüber dem direkten Vorquartal betrug das Wachstum 0,7 %. Die Daten decken laut dem vdp die Preisentwicklung auf dem gesamten deutschen Markt für Wohn-, Büro- und Einzelhandelsimmobilien flächendeckend ab und basieren – im Gegensatz zu anderen Preisindizes – auf der Auswertung echter Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Banken.
Den größeren Beitrag zum aktuellen Preisanstieg leisteten erneut die Wohnimmobilienpreise, die sich im Vergleich zum dritten Quartal 2024 um 3,8 % erhöhten. Gegenüber dem zweiten Quartal des laufenden Jahres belief sich ihr Plus auf 0,8 %. Die Preise von Gewerbeimmobilien, die Büro- und Einzelhandelsimmobilienpreise einschließen, nahmen um 2,8 % auf Jahressicht und um 0,5 % auf Quartalssicht zu.
Wohnimmobilien treiben die Erholung an
„Die Erholungsphase am Immobilienmarkt verfestigt sich weiter – getragen vor allem von der Entwicklung der Wohnimmobilienpreise“, so sagte es heute Jens Tolckmitt vom vdp. Seit dem Frühjahr 2024 gehe es für die Immobilienpreise aufwärts. Die Erholungsphase am Immobilienmarkt verfestige sich weiter – getragen vor allem von der Entwicklung der Wohnimmobilienpreise. Die Marktakteure hätten sich mit den neuen Rahmenbedingungen arrangiert. Die Situation auf dem Gewerbeimmobilienmarkt zeige sich differenzierter – abhängig vor allem von Assetklasse, Lage und energetischem Zustand. Bei den derzeit von Banken finanzierten Objekten sei jedoch inzwischen bereits seit mehreren Quartalen ebenfalls ein kontinuierlicher Preisanstieg zu verzeichnen.
Den größten Zuwachs mit 5,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal wiesen bei Wohnimmobilien dabei abermals die Preise für Mehrfamilienhäuser auf. Im selben Zeitraum verteuerte sich das selbst genutzte Wohneigentum, bestehend aus Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, um 2,4 %. Auch beim Vergleich mit dem direkten Vorquartal war bei den Preisen für Mehrfamilienhäuser mit 0,9 % eine höhere Steigerungsrate zu verzeichnen als bei den Preisen für das selbst genutzte Wohneigentum (+0,6 %).
Dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt im dritten Quartal dieses Jahres nicht entspannt hat, ist auch an der Entwicklung der Neuvertragsmieten bei Mietwohnungen abzulesen: Die Mieten erhöhten sich auf Jahressicht um 3,7 % und damit wieder etwas stärker als im Vorquartal (+3,5 %). Die Renditen von Mehrfamilienhäusern, gemessen am vdp-Index für Liegenschaftszinsen, gingen um 1,4 % zurück, da sich die Mieten bei dieser Objektklasse weniger dynamisch entwickelten als die Preise.
Ausblick
Zu erwarten sei, dass der vor allem in den Metropolen vorherrschende Wohnungsmangel noch mehrere Jahre anhalte – Bauen benötige schließlich Zeit, so der Verband. Allerdings müsse auch an den Rahmenbedingungen weiter konsequent gearbeitet werden, um das vorherrschende Problem zu hoher Baukosten zu lösen. Der von der Bundesregierung kürzlich beschlossene Bau-Turbo sei gut und begrüßenswert, da er dazu beiträgt, die Planungs- und Genehmigungsprozesse im Wohnungsneubau zu beschleunigen. Aber zum einen hänge sein Erfolg stark davon ab, dass die Kommunen die neu geschaffenen Möglichkeiten pragmatisch nutzten. Zum anderen brauche es mehr: Vorschläge für viele weitere zielführende Maßnahmen lägen auf dem Tisch – finanzierungsseitig beispielsweise staatliche Bürgschaften in Höhe von 80 % für Immobiliendarlehen, die großvolumigen Wohnungsneubau ermöglichten. Auch über eine Senkung der Grunderwerbsteuer, über die allerdings auf Länderebene zu entscheiden sei, für Selbstnutzer könne der Wohnungsmarkt entscheidend angekurbelt werden.
Kommentar
Risiken für Immobilien-Käufer durch massive Sanierungskosten im Zuge der Heizungs-Offensive? Das tritt momentan in den Hintergrund. Aktuell scheint die anhaltende Knappheit am deutschen Markt die Immobilienpreise weiter nach oben zu drücken. Der einfache Mechanismus dabei: Immer mehr Nachfrager (auch durch starken Zuzug) bei einem gleichzeitig zu geringen Angebot. Das treibt die Preise nach oben.
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Ich frage mal wieder zwecks Verständnis: Werden hier Verkaufspreise hergenommen, die tatsächlich gezahlt werden oder nur Angebotspreise? Also ein Objekt, dass seit 10 Jahren inseriert ist, nie besichtigt wird, aber wegen großer Nachfrage? jedes Jahr mehr kostet?
Der Wohnungsmangel ist der Politik vollkommen egal.
Die SPD zog damit in den vorletzten Wahlkampf, seit dem hat man davon nichts mehr gehört.
Eine Wirtschaftsministerin shimpft derweil mit Hackebeil auf die arbeitende Bevölkerung und auch die nicht arbeitende. Hier kürzen, da kürzen, länger arbeiten..
Die Botschaft ist einfach nur hässlich: Ihr, die Bürger, seid uns egal, die Wirtschaft muss brummen.
Vermutlich raffen die das erst, wenn die Auslesefachkräfte (die ja offenbar noch nicht da sind) keine Buden finden.
Ich befürchte die unterschätzen den Unmut und den Schmerz in großen Teilen der Bevölkerung. In 3+ Jahren wird wieder gewählt. Ich weiß jetzt schon wer mich sowas von nervt und ich habe echt ein wenig Angst vor den nächsten Wahlen.
Irgendwann könnte der Wähler sagen: Ihr die Klugredner seid uns egal…
Der deutsche Immobilienmarkt ist kein transparenter Markt sondern ein grauer Markt. Echte Märkte sind „transparent“ Siehe Schweden:
Öffentliches Register:
Schweden verfügt über ein transparentes und hochentwickeltes Grundbuchsystem (geführt von der schwedischen Kartierungs-, Kataster- und Landregistrierungsbehörde, bekannt als Lantmäteriet). Alle relevanten Informationen zu Immobilientransaktionen, einschließlich des endgültigen Kaufpreises, werden dort registriert.
Recht auf Zugang zu offiziellen Dokumenten:
Aufgrund des Prinzips der Pressefreiheit und des Rechts auf Zugang zu offiziellen Dokumenten in Schweden kann praktisch jeder die Eigentumsverhältnisse und Verkaufspreise von Immobilien einsehen.
Besteuerung:
Der tatsächliche Verkaufspreis wird auch für die Berechnung der Kapitalertragssteuer durch das schwedische Finanzamt (Skatteverket) benötigt.
Transparenz:
Diese Transparenz trägt zur Rechtssicherheit auf dem Immobilienmarkt bei und ermöglicht es potenziellen Käufern und Verkäufern, realistische Marktwerte zu ermitteln, oft unterstützt durch Websites, die Datenbanken mit verkauften Immobilienpreisen führen (wie Booli.se oder Hemnet.se).
Selbst 100% Arbeitslose würden hierzulande einen Immobilienboom auslösen. In meinen Augen wird hierzulande nur noch Marktschreierei betrieben. Ein Markt ist das nicht.