Die Immobilienpreise in Deutschland steigen nicht nur seit 1 1/2 Jahren durchgehend an. Auch auf ganz kurze Sicht sehen wir einen kräftigen Preisschub. Heute liegen die neuesten Daten zum Europace Hauspreisindex vor, der monatlich aktualisiert wird. Von Juni auf Juli stieg der Gesamtindex an von 218,19 auf 219,06 Indexpunkte. Das ist binnen vier Wochen ein Anstieg um 0,40 %. Klingt nicht nach viel, aber für nur einen Monat ist das doch ein spürbarer Anstieg!
Immobilienpreise steigen deutlich an – Blick auf die Details
Gehen wir in die Details: Bei den Eigentumswohnungen sind die Preise im Juli im Monatsvergleich deutlich gestiegen – der Index klettert von 217,80 auf 219,20 Punkte. Ein Anstieg von 0,64 % in nur einem Monat! Bei den Bestandshäusern steigt der Index von 198,41 auf 199,47 Punkte – ein Anstieg um 0,53 %. Die Preise für Neubauhäuser steigen am wenigsten stark an von 238,36 auf 238,50 Indexpunkte – ein Plus von nur 0,05 %. Dass die Immobilienpreise so kräftig ansteigen, kann zuletzt kaum an stark sinkenden Bauzinsen gelegen haben – denn sie laufen seit April seitwärts um die 3,57 % bei zehn Jahren Sollzinsbindung. Und in den letzten Wochen ging es sogar bergauf mit aktuell 3,67 %.
Das große Bild
Wie gesagt: Seit Anfang 2024 läuft der Preisaufschwung am Immobilienmarkt nach der Krise, die durch drastisch erhöhte Zinsen ausgelöst wurde. Der Europace Hauspreisindex stieg von Anfang 2024 bis Juli 2025 um 4,86%. Zwar hat die EZB in den letzten zwölf Monaten ihren Einlagenzins halbiert von 4,0 % auf 2,0 %. Aber die deutsche Anleiherenditen mit zehn Jahren Laufzeit sind in den letzten zwölf Monaten von 2,27 % auf 2,70 % gestiegen. Die Tendenz ist jüngst eher weiter aufwärts gerichtet, weil der deutsche Staat immer mehr Schulden nachfragen wird. Durch diese höhere Rendite sind auch die Bauzinsen tendenziell aufwärts gerichtet? Für die Immobilienpreise könnte das ein Bremsklotz sein – wieder höhere Finanzierungskosten könnten mehr Bauherren davon abhalten, sich zu engagieren. Dennoch: In einem Land, in dem zu wenig gebaut wird, aber sehr viele Menschen Wohnraum nachfragen, könnte der Aufwärtsdruck am Immobilienmarkt anhalten.
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Das liegt nicht an den sogen. gestiegenen Bauzinsen. Das liegt an diesen wezi Dingen:
Die Euro Bazooka mit Nullzinsen hat zu einer ca. Verdopplung der Hauspreise geführt. (Das ist quasi das Argument gegen die Zinsen, weil die Preise hätten nach der Lgik ja fallen müssen)
Europa hat viele Menschen mehr als vor 10 Jahren und der Wohnungsbau hat nicht nachgezogen (geschweige denn vorgezogen). Einfaches Angebot/Nachfrage
Das einzig sinnvoll was hier gemacht werden kann – wenn man es denn will, was ich bezweifle – Die Staaten müssen eingreifen. Sozialer Wohnungsbau wird bei uns nicht mehr gemacht. Jemand der ohne Geld hierherkommt und wenn er Glück hat als Logistikfahrer fahren darf, wird wohl kaum ein Haus für 1 Mio bauen.