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Immobilienpreise steigen oder fallen? Welche Meldung hat recht?

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen seit fünf Monaten. Staatliche Daten mit fallenden Preisen vergleichen ältere Zeiträume.

Wohnungen mit Balkonen
Foto: Roman_Babakin-Freepik.com

Die Immobilienpreise in Deutschland sind laut den monatlichen Meldungen des Europace Hauspreisindex im Mai den fünften Monat in Folge gestiegen. Von Dezember 2023 bis Mai 2024 ist der Index um 1,75 % gestiegen!

Immobilienpreise steigen seit Monaten – Rückblick auf Vorjahr noch negativ

Dem entgegen steht die heutige Meldung vom Statistischen Bundesamt, wo man fallende Preise meldet. Demnach sind die Immobilienpreise in Deutschland im ersten Quartal 2024 im Jahresvergleich um 5,7 % gefallen. Damit fielen die Preise sechs Quartale in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. Im Vergleich zum 4. Quartal 2023 waren Wohnimmobilien im 1. Quartal 2024 durchschnittlich 1,1 % günstiger.

Grafik zeigt Entwicklung der deutschen Immobilienpreise seit dem Jahr 2010

Daran sieht man: Man muss genau auf die Betrachtungs- und Vergleichszeiträume achten! Beide Daten sind wohl richtig, nur ist es eben eine völlig unterschiedliche Betrachtung der Zeiträume. Europace zeigt Daten Monat für Monat, woran man die aktuelle Entwicklung ablesen kann. Die staatlichen Statistiker liegen mit ihrer Meldung weit zurück, weil ihre Betrachtung nur bis Ende März geht, und Daten aus dem Vorjahr als Vergleich herangezogen werden. Man kann also vermuten: Warten wir noch einige Quartale ab, dann werden auch die staatlichen Daten die jüngsten Anstiege der Immobilienpreise widerspiegeln.

Details vom Statistischen Bundesamt

Hier weitere Details von der heutigen Meldung vom Statistischen Bundesamt, die wie gesagt nur bis Ende März reichen und den Vergleich mit dem ersten Quartal im Vorjahr zeigen: Sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Regionen waren im 1. Quartal 2024 weiterhin Preisrückgänge zu verzeichnen. Die größten Rückgänge im Vergleich zum Vorjahresquartal waren mit -9,5 % für Ein- und Zweifamilienhäuser in den Top-7-Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) zu beobachten. Eigentumswohnungen kosteten hier durchschnittlich 4,6 % weniger als im 1. Quartal 2023. Im Vorquartalsvergleich sanken die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in den Metropolen um 3,2 %, die Preise für Wohnungen stiegen dagegen um 0,4 %.

In kreisfreien Großstädten außerhalb der Metropolen kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser 7,3 % weniger als im Vorjahresquartal, für Wohnungen musste 3,5 % weniger gezahlt werden. Im Vergleich zum Vorquartal verringerten sich hier die Preise für Wohnungen jedoch deutlicher (-2,1 %) als für Häuser (-0,9 %). Auch in den anderen Regionen sanken die Preise im Durchschnitt weiter. So zahlten Käuferinnen und Käufer beispielsweise in den dünn besiedelten ländlichen Kreisen im Vergleich zum Vorjahresquartal durchschnittlich 6,7 % weniger für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 2,4 % weniger für Eigentumswohnungen. Gegenüber dem Vorquartal sanken die Preise dort um 1,7 % für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie um 0,1 % für Eigentumswohnungen.

Mit der aktuellen Veröffentlichung wurden die Ergebnisse der Quartale und des Jahres 2023 revidiert. Die Veränderungsrate des Jahres 2023 zum Vorjahr für den bundesweiten Häuserpreisindex blieb unverändert bei -8,4 %. Die Veränderungsrate des 4. Quartals 2023 zum Vorjahresquartal für den bundesweiten Häuserpreisindex wurde um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert (vorläufiger Wert: -7,1 % zum Vorjahresquartal, revidierter Wert: -7,2 %). Revisionen werden regelmäßig durchgeführt, um nachträgliche Meldungen zu berücksichtigen.



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4 Kommentare

  1. Man kann also vermuten: Warten wir noch einige Quartale ab, dann werden auch die staatlichen Daten die jüngsten Anstiege der Immobilienpreise widerspiegeln….
    Man kann also vermuten:
    Warten wir noch einige Quartale ab, dann werden die staatlichen Daten die jüngsten Anstieger der Immobilienpreise als Fake News entlarven (außer bei Neubauten).
    Man suggeriert den Menschen, dass sie jetzt noch unbedingt kaufen müssen, weil die Preise sonst noch weiter steigen. FOMO!

  2. In meiner Gegend kosten neue Wohnungen 10.000€/qm, Tendenz steigend.

  3. Die Immobilien werde alle pro Stück auf zehn Billiarden Euro steigen. Der Grund ist, das die Leute soviel mehr verdienen und die Teuerung quasi rückabgewickelt wurde. Spaß beiseite, hier steigt für lange Zeit nichts mehr. Mag sein das es gelegentlich noch Leute gibt die sich in diesem Sklavensystem gerne für ein Haus bis zum Ende ihres Lebens verschulden. Davon gibt es momentan weniger.

  4. Europace verdienen ihr Geld mit Immobilienfinanzierungen. Folglich steht in deren Interesse die Markt anzukurbeln. Es ist also verständlich, dass die Meldungen von solchen Quellen (Finanzvermittler, Immoportale etc.) einer gewissen Interessenkonflikt unterliegen. Die statistische Bundesamt mag ja etwas langsamer aber dafür glaubwürdigere Daten liefern!
    Liebe Finanzmarktwelt Redaktion, eine objektive und faktenbasierte Berichtserstattung sieht anders aus!

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