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Impfpflicht: Konzertveranstalter CTS Eventim macht den Anfang

Die Bundesregierung versichert unentwegt, dass es keine Impfpflicht für die allgemeine Bevölkerung geben werde, ausgenommen für spezielle Berufsgruppen. Auch sollen bereits Geimpfte keine Privilegien erhalten. Doch wird sich dies auch in einigen Monaten umsetzen lassen, wenn es bereits Millionen Geimpfte gibt, die auf ihre Freiheitsrechte pochen? Einige Unternehmen bereiten sich bereits auf ein Alternativsznario vor.

Die lange Durststrecke für Massenveranstalter

Sehr früh im Jahre 2020 hatte man erkannt, dass die große Gefahr von Covid-19 vor allem dann entsteht, wenn sich viele Menschen bei Massenevents treffen. Schlimmer noch, wenn Alkohol im Spiel ist, wie bei Faschingsveranstaltungen oder Bierfesten, wo in der Regel jegliche Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Social Distancing ad acta gelegt werden. Viele Superspreader-Events haben die These eindeutig bestätigt. Selbst Großgottesdienste, in denen gesungen wurde, entwickelten sich zu Hotspots, es genügte eine Person, die eine genügend hohe Virenlast in der Kehle beherbergte.

Der verschleppte Start der Großimpfungen

Was wurde nicht alles schon diskutiert, über die Ursachen, warum es gerade im Land der Entwickler des Impfstoffs Comirnaty von BioNTech/Pfizer so lange dauern wird, bis zumindest die vulnerablen Gruppen geimpft sind. Am 3. Februar vermeldete man für Deutschland 2,713 Millionen Erstimpfungen und 679.649 Zweitimpfungen, die Regierung verspricht aber, dass bis zum Sommer ausreichend Impfstoffe für alle vorhanden sein sollen. Wobei der Sommer natürlich eine lange Periode darstellt. Aber was ist mit den Millionen, die schon in wenigen Wochen geimpft sein werden und die auf ihre Freiheitsrechte pochen? Selbst bei einer niedrigen Impfquote, wird binnen einer Woche eine Anzahl an Menschen geimpft sein, die der Bevölkerungszahl einer Großstadt wie Nürnberg entspricht. Oder was werden spätestens nach Ostern, wenn 10 Millionen Menschen geimpft sind, die großen Veranstalter von Messen, Konzerten, Ausstellungen, Volksfesten fordern, die dann schon 14 Monate komplett im Lockdown versunken sind? Der Druck in Richtung Impfpflicht wird also zunehmen!

Impfpflicht: Konzertveranstalter CTS Eventim macht den Anfang

Der Chef des Konzertveranstalters CTS Eventim, Klaus Peter Schulenberg, forderte eine Corona-Impfung als Voraussetzung für die Teilnahme an Veranstaltungen – wenn es genügend Impfstoff geben wird und die Menschen so die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche sprach er davon, dass es umso schneller möglich sein werde Großveranstaltungen durchzuführen, desto schneller die Menschen sich impfen lassen. Bei der Vorlage eines Impfausweises könne man die Einlassregelung organisieren, die elektronischen Systeme dafür seien eingerichtet, die Impfausweise der Besucher auslesen könnten. Eine Impfpflicht durch die Hintertür? Würde da nicht die Flugindustrie oder auch die Hotelbranche sofort auch auf diesen Zug aufspringen?

Der Konzertveranstalter ist gerade dabei, mit seinen technischen Möglichkeiten die große Impfaktion in Deutschland zu unterstützen. Ein zweites Jahr hintereinander ohne der Möglichkeit des Zusammentreffens von Menschen bei Konzerten und Festen? Kaum vorstellbar, vor allem wenn Länder wie Israel oder auch die USA schon längst ihre Impfaktion abgeschlossen haben.

Fazit

Auch wenn man heute von Regierung und Ethikkommissionen Solidarität einfordert: bis zu dem Zeitpunkt, an dem Massenimmunität vorherrscht, wird hier in nicht allzu langer Zeit vermutlich die Diskussion losbrechen, ob es nicht Möglichkeiten gibt in einer Branche, die mehr gelitten hat als alle anderen Geschäftszweige unter Covid-19, einen Re-Start zu erlauben? Abertausende Menschen, die gesund zu Hause sitzen, als Beschäftigte in dieser Branche oder als Geimpfte, die monatelang immer noch Beschränkungen ausgesetzt sind. CTS Eventim hat den Anfang gemacht und es werden wahrscheinlich weitere Veranstalter folgen. Mit jeder Woche Lockdown wächst der Frust in der Bevölkerung, aber wie wird es erst werden, wenn Millionen geimpft sind?

Das Thema Impfpflicht ist hochaktuell und zugleich hochbrisant, der deutsche Ethikrat beschäftigt sich damit und gibt heute um 10:00 Uhr eine Empfehlung dazu heraus.

Kommt die Impfpflicht durch die Hintertür - durch Unternehmen wie CTS Eventim?



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2 Kommentare

  1. Helmut
    Zitat zur bemerkung eines Journalisten:
    „Abschließend möchte ich noch auf die Resolution 2361/2021 vom 27.01.2021 (https://pace.coe.int/en/files/29004/html) des Europarates hinweisen. Der Europarat ist Europas führende Organisation für Menschenrechte (https://www.coe.int/de/web/about-us/who-we-are) Diesem Rat gehören 47 Staaten an, darunter alles 27 EU-Staaten, die alle die Europäische Menschenrechtskonvention gezeichnet haben.

    In Ziffer 7.3.1 der Resolution werden die Mitglieder des Europarates aufgefordert „sicherzustellen, dass die Bürger darüber informiert werden, dass die Impfung NICHT verpflichtend ist und dass niemand politisch, gesellschaftlich oder anderweitig unter Druck gesetzt wird, sich impfen zu lassen, wenn er dies nicht selbst möchte,“ und weiter in Ziffer 7.3.2 „sicherstellen, dass niemand diskriminiert wird, weil er nicht geimpft wurde, aufgrund möglicher Gesundheitsrisiken oder weil er nicht geimpft werden möchte.““

    Ich bin gespannt, ob die deutsche Regierung sich an diese Resolution hält.

  2. Was passiert denn mit den Menschen die sich aufgrund von Gesundheitlichen Risiken nicht Impfen sollten? Schliesst man die dann für immer von Grossereignissen aus? Wollen wir in einer solchen Gesellschaft leben?

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