Europa

Importpreise mit stärkstem Anstieg seit 11 Jahren!

Schiffe im Hamburger Hafen

Erst letzte Woche wurden für Deutschland Erzeugerpreise gemeldet, die so stark ansteigen wie seit zehn Jahren nicht mehr (hier die Details). Heute nun hat das Statistische Bundesamt die Importpreise für den Monat April veröffentlicht. Mit einem Anstieg im Jahresvergleich um 10,3 Prozent steigen sie so stark an wie seit 11 Jahren nicht mehr. Im März waren es noch +6,9 % Prozent, im Februar +1,4 Prozent. Augen auf beim Thema Inflation (Verbraucherpreise), kann man da nur sagen!

Energie und Vorleistungsgüter lassen Importpreise explodieren

Wir erinnern uns: Im April 2020 fiel der Preis für Öl am Terminmarkt sogar ins Negative. Von da bis heute (über 60 Dollar) ist es ein kräftiger Anstieg. Natürlich fielen die Importpreise für Rohöl nicht auf Null. Aber der Basiseffekt zeigt seine Wirkung. So steigen die Importpreise für Energieprodukte um 101,3 Prozent gegenüber April 2020. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatten laut den Statistikern Erdöl mit einem Plus von 198,0 Prozent, Mineralölerzeugnisse mit einem Plus von 76,6 Prozent und Erdgas mit einem Plus von 57,6 Prozent. Außerdem verteuerten sich die Importpreise für elektrischen Strom um 209,6 Prozent. Ohne Energie waren die Importpreise im April 2021 nur um 4,8 Prozent höher als vor einem Jahr.

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Im Chart sieht man es gut. Die Importpreise (rote Balken) steigen mit +10,3 Prozent deutlich stärker als die Exportpreise mit +3,3 Prozent. Nicht nur die Preise für importierte Energieprodukte steigen dramatisch stark an. Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich im April im Jahresvergleich um 12,5 Prozent. Eisenerze wurden um 76,8 Prozent teurer, Kupfer um 58,2 Prozent, Nicht-Eisen-Metallerze um 40,2 Prozent, Kunststoffe in Primärformen um 33,3 Prozent, sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen mit +25,8 Prozent. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz dürfte laut den Statistikern die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein. Die Verteuerung dieses Rohstoffs wirke sich in der Folge auf die Preisentwicklung für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen aus.

Es gibt auch rückläufige Preise

Aber es gibt auch einzelne Produktgruppen, die sich dem Sog entziehen. Die Importpreise für Investitionsgüter lagen im April um 0,6 Prozent unter denen von April 2020. Während unter anderem Tablets (-3,5  Prozent) und Smartphones (-2,2 Prozent) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+2,6 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,7 Prozent) teurer als im April 2020. Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent teurer, Gebrauchsgüter waren dagegen um 1,0 Prozent billiger. Die Importpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 4,9 Prozent über denen von April 2020. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+47,9 Prozent), Getreide (+13,9 Prozent) und Rohkaffee (+9,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine (-29,0 Prozent) und Nüsse (-16,8 Prozent) nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert.

Grafik zeigt aktuell stark steigende Importpreise



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