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Europa

Importpreise 2% im Minus! Deflation im Anflug? Mario zurück in den PK-Raum bitte!?

Claudio Kummerfeld

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Ein Ausruf über den Lautsprecher der EZB in Frankfurt… Herr Draghi, Herr Draghi, bitte zurück in den PK-Raum bitte, es eilt! (Scherz) Erst gestern um 14:30 Uhr teilte Mario Draghi mit, dass die EZB jetzt noch keine Zinsen senkt. Sollte er das nochmal schnell überdenken? Der Gedanke kommt schnell auf, wenn man die vor 30 Minuten frisch veröffentlichten Importpreise aus Deutschland betrachtet.

Die Importpreise im Juni sinken im weniger wichtigen Monatsvergleich um 1,4%. Aber: Im wichtigen Jahresvergleich von Juni 2018 zu Juni 2019 sind die Importpreise um 2,0% rückläufig. Im Mai war es im Jahresvergleich schon ein Minus von 0,2%. Letztes Jahr gab es oft Steigerungsraten von über 3% und sogar über 4%. Und jetzt das. Deflation via Einfuhrpreisen im Anflug? Gut, das mag leicht übertrieben sein. Aber diese Minus ist ein herber Schlag gegen die „Bemühungen“ der EZB! Die Importpreise sind zusammen mit Großhandels- und Erzeugerpreisen die drei wichtigen Indikatoren für die Verbraucherpreise (Inflation). Und was sagte Mario Draghi erst gestern? Diese niedrige Inflation werde man nicht tolerieren!

Und wer jetzt denkt, dass „nur“ die schwankenden Energiepreise für diesen Absturz der Importpreise verantwortlich sind, der irrt. Denn auch ohne Energie sind die Importpreise rückläufig. Es liegt also eine tatsächliche Preisschwäche vor! Zitat Statistisches Bundesamt:

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Juni 2018 wie auch gegenüber Mai 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Energie bedingt. Sie lagen im Durchschnitt um 14,0 % unter dem Stand des Vorjahresmonats (-8,8 % gegenüber dem Vormonat). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 28,6 % (-9,4 % gegenüber Mai 2019). Der Importpreisindex ohne Energie war im Juni 2019 um 0,3 % niedriger als im Juni 2018 (ebenfalls -0,3 % gegenüber Mai 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex aber um 1,5 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,7 % gegenüber Mai 2019).

Importpreise Grafik

Hier kann man in der mittleren Spalte den Verlauf der Importpreise gut nachvollziehen.


Umschlag von Im- und Exporten. Hamburg Container Terminal Altenwerder. Foto: CC BY 3.0

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    leftutti

    26. Juli 2019 10:34 at 10:34

    Ob allerdings chinesische Steinkohle, russisches Erdgas oder importierte Smartphones teurer werden, wenn Draghi die Zinsen senkt und die Druckerpresse anschmeißt, wage ich an dieser Stelle mal zu bezweifeln. Elektrischer Strom hat sich um 23,2% verbilligt, kein einziger Verbraucher wird je auch nur einen Cent davon auf seiner Abrechnung sehen. Im Gegenteil: Wegen der bösen Erneuerbaren wird Strom ja immer teurer, wie man immer so schön lesen und hören kann. Und was einen Großteil der Menschen betrifft: Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) wurden teurer, ebenso landwirtschaftliche Güter. Rohkupfer, Rohaluminium und Roheisen dürften dagegen die wenigsten interessieren.

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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Europa

Aktuell: Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen

Claudio Kummerfeld

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Kurzarbeit trifft besonders die Gastronomie

Die Kurzarbeit ist im November wieder spürbar angestiegen. Es ist klar, der zweite Lockdown in der Coronakrise zeigt seine Auswirkung, auch wenn er als softer Lockdown bezeichnet wird. Laut vor wenigen Minuten veröffentlichten Umfragedaten (Rückmeldungen von 7.000 Unternehmen) des ifo-Instituts ist der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Insbesondere bei Hotels stieg der Anteil von 62,9 auf 91 Prozent der Unternehmen, in der Gastronomie von 53,4 auf 71,7 Prozent, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern von 88,0 auf 91,1 Prozent. Gerade in diesen vom Teil-Lockdown massiv betroffenen Branchen werde wieder sehr viel Kurzarbeit gefahren. Hier Details zur Umfrage im Wortlaut von ifo:

Der Anstieg zog sich durch fast alle großen Wirtschaftszweige. Bei den Dienstleistern stieg die Kurzarbeit von 24,0 auf 30,6 Prozent der Unternehmen, im Handel von 18,8 auf 20,7 Prozent und auf dem Bau von 7,4 auf 9,0 Prozent. Nur in der Industrie war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, von 31,9 auf 30,5 Prozent.

Einzelne Branchen meldeten gegen den Trend auch kräftige Rückgänge, so die Autobranche von 50 auf 36,7 Prozent, das Verlagswesen von 42 auf 34,7 Prozent oder die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften von 64,2 auf 52,5 Prozent der Unternehmen. Das gilt auch für die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (von 43,4 auf 34,9), für die Druckereien (von 47,6 auf 39,1 Prozent) oder für die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten (von 49 auf 38,4 Prozent).

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Europa

ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

Der ifo Index ist das wichtgiste deutsche Konjunkturbarometer

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