Europa

Importpreise mit stärkstem Anstieg seit 48 Jahren! Energie +157 Prozent

Die deutschen Importpreise steigen so stark wie seit 48 Jahren nicht mehr. Energieprise explodieren. Hier die Details von den Statistikern.

Containerschiff im Hamburger Hafen

Die deutschen Importpreise steigen laut aktueller Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts im April im Jahresvergleich um 31,7 Prozent (März +31,2 Prozent). Das ist der stärkste Anstieg seit September 1974. Damals gab es die Ölkrise, weshalb die Importpreise um 32,6 Prozent anstiegen. Die aktuellen Daten spiegeln laut Aussage der Statistiker auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider.

Grafik zeigt Entwicklung der Importpreise seit dem Jahr 2015

Starker Preisanstieg der Importpreise ist nach wie vor auf die Energiepreisentwicklung zurückzuführen

Laut den Statistikern waren die Importpreise für Energie im April 2022 um 157,4 Prozent teurer als im April 2021 (-0,4 % gegenüber März 2022). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im April 2022 viermal so hoch wie im April 2021 (+301,2 %). Im Vergleich zum Vormonat März 2022 stiegen die Importpreise für Erdgas um 2,1 %. Hier weitere Detailangaben von den Statistikern im Wortlaut:

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 322,0 % über denen von April 2021 und stiegen auch gegenüber März 2022 mit einem Plus von 7,9 % weiter an.

Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +106,6 % und Erdöl mit +77,5 %. Hier sanken die Preise aber gegenüber dem Vormonat März 2022, bei Mineralölerzeugnissen um 0,7 % und bei Erdöl um 3,5 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im April 2022 um 17,1 % höher als im April 2021 und 2,3 % höher als im Vormonat März 2022. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 27,6 % über dem Stand des Vorjahres (+2,3 % gegenüber März 2022).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Metallen und Kunststoffen

Importierte Vorleistungsgüter waren im April 2022 um 26,8 % teurer als im Vorjahresmonat (+3,6 % gegenüber März 2022).

Gegenüber April 2021 wurden Düngemittel und Stickstoffverbindungen zu fast dreifach höheren Preisen importiert (+185,6 %). Erheblich teurer als im April 2021 waren außerdem vor allem Rohaluminium (+78,4 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+58,0 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+27,7 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im April 2022 um 7,4 % über denen von April 2021 (+0,9 % gegenüber März 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+7,9 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,7 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 11,9 % teurer (+1,5 % gegenüber März 2022), vor allem bedingt durch den Preisanstieg im Vorjahresvergleich für Nahrungsmittel (+20,7 % gegenüber April 2021). Unter anderem lagen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +38,8 % sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +22,5 % deutlich über denen von April 2021. Auch pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse waren mit +9,5 % teurer als vor einem Jahr.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 8,0 % mehr als im April 2021 (+1,2 % gegenüber März 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 26,9 % über denen von April 2021 (+3,2 % gegenüber März 2022). Insbesondere Rohkaffee (+68,6 %) und Getreide (+55,8 %) waren gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin erheblich teurer, wie auch lebende Schweine, die im Vorjahresvergleich zu 28,9 % höheren Preisen importiert wurden.



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2 Kommentare

  1. Da ja nun auch die Verantwortlichen in Afrika mitbekommen, was in Europa mit der Energiewende alles so angerichtet wird, werden dort ersteinmal 400 neue Kohlekraftwerke gebaut.
    Die Kraftwerke werden einiges an Kohle verfeuern. Zum Ausgleich können ja dann in Deutschland noch ein paar Kohlekraftwerke mehr abgestellt werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Die Tankerflotten für LNG und Öl werden also zum Transport und lagern ausgebucht sein. Und zack, da ist wieder ne Chance :-)

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