Europa

Importpreise mit höchster Steigerung seit 1974 – Gas +302 Prozent – mehr voraus!

Hamburger Hafen

Die deutschen Importpreise für den Monat Januar wurden soeben vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 26,9 Prozent nach 24 Prozent im Dezember. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1974 im Rahmen der ersten Ölpreiskrise gegeben (damals +28,8 Prozent). Dass auch kurzfristig der Preisdruck hoch ist, zeigt die Monatsveränderung. Denn von Dezember auf Januar stiegen die Importpreise um 4,3 Prozent. Eine höhere Steigerung gegenüber einem Vormonat hatte es zuvor im Januar 1980 gegeben (+4,4 Prozent). Und diese Steigerungsraten dürfen nun weiter befeuert werden durch den russischen Angriff auf die Ukraine, und den jetzt weiter steigenden Gaspreis, sowie die auch für viele anderen Rohstoffe gestern angestiegenen Preise.

Verlauf der Importpreise seit dem Jahr 2015

Hier die Details der Statistiker im Wortlaut:

Starker Preisanstieg ist nach wie vor insbesondere auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Januar 2022 um 144,4 % teurer als im Januar 2021 (+12,9 % gegenüber Dezember 2021). Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch die stark gestiegenen Preise für Erdgas begründet. Diese lagen im Januar 2022 mehr als viermal so hoch wie im Januar 2021 (+302,7 %). Deutlich teurer als vor einem Jahr waren auch Erdöl mit +66,8 % und Mineralerzeugnisse mit +73,2 %.

Elektrischer Strom war 212,5 % teurer als im Januar 2021. Gegenüber Dezember 2021 gaben die Preise aber deutlich nach (-23,4 %).

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 161,1 % über denen von Januar 2021.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Januar 2022 um 14,5 % höher als im Januar 2021 und 2,5 % höher als im Vormonat Dezember 2021. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 24,1 % über dem Stand des Vorjahres (+3,7 % gegenüber Dezember 2021).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Holz, Erzen, Metallen und Kunststoffen

Importierte Vorleistungsgüter waren im Januar 2022 um 24,5 % teurer als im Vorjahresmonat.

Gegenüber Januar 2021 wurden infolge der Energiepreisentwicklung wie schon im Vormonat insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen zu fast dreifach höheren Preisen importiert (+175,5 %). Deutlich teurer als im Januar 2021 waren außerdem vor allem Rohaluminium (+63,8 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+55,6 %), gesägtes und gehobeltes Holz (+42,4 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+40,8 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Januar 2022 um 5,9 % über denen von Januar 2021. Teurer waren unter anderem Notebooks (+6,2 %), Maschinen (+6,1%), Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,7 %) sowie Smartphones (+4,5 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 8,6 % teurer, Gebrauchsgüter 6,2 %.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 21,0 % über denen von Januar 2021. Während insbesondere Rohkaffee (+68,2 %) und Getreide (+29,8 %) gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin deutlich teurer waren, wurden lebende Schweine zu niedrigeren Preisen importiert (-0,6 %). Im Vormonatsvergleich stieg ihr Preis aber weiter an (+6,5 %).



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