Asien

In China läuft es rund..

Währungsreserven fallen weiter auf den tiefsten Stand seit 2011 - und ein Staatskonzern kann nicht einmal die Zinsen für eine fällige Anleihe zahlen..

FMW-Redaktion

Man hört wenig aus China – mit Ausnahme des kürzlichen G20-Treffens dort ist es ruhig geworden um das Reich der Mitte. Gut. Schlagzeilen machte der diplomatische Affront gegenüber Präsident Obama, den man aus einem Flugzeug nur durch den Hinterausgang aussteigen ließ – sicher kein Zufall, sondern ein Zeichen des Unmuts gegenüber der Kritik der USA über das Vorgehen Chinas im südchinesischen Meer.

Aber man hört auch wenig über die wirtschaftlichen Probleme im ewigen Boomland China. Fast vergessen sind auch die schwindenden Devisenreserven des Landes, aber heute veröffentlichte Zahlen zeigen, dass auch im August der Trend angehalten hat: so fielen die Währungsreserven Chinas um weitere 15,89 Milliarden Dollar auf nun 3,185 Billionen Dollar – das ist der tiefste Stand seit dem Dezember 2011!

Während also weiter Kapital aus China abfließt, steigt gleichzeitig die Geldmenge M2 rapide an, während die Wirtschaft weiter klare Bremsspuren zeigt. Je geringer die Devisenreserven Chinas sind, umso schwieriger wird es für das Land, dem Kapitalabfluß etwas entegegen zu setzen. Derzeit fließt inbesondere Geld ab in Richtung Hongkong: Festlandschinesen, die sich vor einer weiteren Abwertung des Yuan fürchten, kaufen dort in Hongkong-Dollar notierten Aktie und betreiben damit eine Art legalisierte Kapitalflucht (siehe hierzu unseren Artikel „Wo flieht chinesisches Kapital hin? In Hongkongs Aktien!“).

Besonders gefährdet ist in China der Anleihemarkt, der die Aktien-Blase im Reich der Mitte durch eine gigantische Blase bei Unternehmensanleihen abgelöst hat. Im Fokus steht derzeit einmal mehr die staatliche Firma Dongbei Special Steel Group, die heute erneut mitteilen musste, dass man eine fällige Anleihe im Volumen von 300 Millionen Yuan nicht bedienen konnte. Das chronisch klamme Unternehmen war und ist nicht in der Lage, schon die fälligen Zinsen von 8,3% auf die Anleihe zu bezahlen, geschweige denn das geliehen Geld zu erstatten. Man versuche derzeit über alle Kanäle, Geld aufzutreiben, so das Unternehmen in einer Mitteilung heute an die Clearingstelle der Shanghaier Börse. Dongbei hatte schon mehrfach in diesem Jahr fällige Anleihen nicht bedienen können – der Stahlproduzent leidet unter fallenden Stahlpreisen und dem Diktum Pekings, Überkapazitäten in diesem Sektor abzubauen.



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2 Kommentare

  1. 15 Mrd von 3 Bio sind 0,5%, das ist doch fast nichts.

  2. @rote_pille: wenn ich 0,5% meines Vermögens im Monat verliere bin ich am Ende des Jahres trotzdem ~6% los, weil das Jahr nun mal 12 Monate hat…vorausgesetzt die Dynamik steigt nicht

    Die Frage ist was mit den Währungsreserven passiert ist? Wenn ich damit Gold kaufe dann wäre der Schwund ja wieder clever, wenn man bedenkt das alle ihre Währungen beliebig drucken bzw. ausweiten.

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