Devisen

In China liegen die Nerven blank: „unverantwortliche Presseberichte“ über Yuan-Abwertung

Bei den Machthabern in Peking liegen die Nerven blank! Das zeigt die Reaktion der Notenbank People´s Bank of China zur derzeitig sich wieder beschleunigten Abwertung des Yuan..

FMW-Redaktion

Bei den Machthabern in Peking liegen die Nerven blank! Das zeigt die Reaktion der Notenbank People´s Bank of China zur derzeitig sich wieder beschleunigten Abwertung des Yuan. Presseberichte, wonach Dollar-Yuan am Onshore-Markt in Shanghai die psychologisch wichtige Marke von 7 (bei Dollar-Yuan) überschritten habe, seien „falsch“ und unverantwortlich, so die Notenbank auf ihrer Webseite. Der Kurs habe zwischen 6,9500 und 6,9666 geschwankt und zu keiner Zeit die Marke von 7 überschritten. Diese Marke gilt den Machthabern offenkundig als rote Linie: man fürchtet, dass ein Überschreiten dieser Marke als Signal verstanden werden könnte von der Bevölkerung, dass die Abwertung ungebremst weiter eghen könnte und damit sich die ohnehin schon starke Kapitalflucht noch weiter eskaliert.

Beim Onshore-Wechselkurs hat die Notenbank einen festen Zugriff, etwas weniger fest ist der Zugriff beim offshore-Markt in Hongkong, den man gleichwohl von Zeit zu Zeit zu manipulieren versucht. Gestern überstieg der Kurs bei Dollar-Yuan (offshore) die Marke von 6,98:

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Und im längeren Zeitfenster sieht das so aus – klarer Trend, trotz verbaler und faktischer Interventionen durch die Zentralbank, die immer wieder gezwungen ist, den Yuan durch Dollar-Verkäufe zu stützen. Mit der Folge, dass die Devisenreserven immer weiter abnehmen:

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Die Forward-Märkte preisen derzeit eine weitere Abwertung des Yuan in 2017 von 4,8% ein:

 

 

Nun versucht Peking wohl verstärkt, eine weitere Abwertung des Yuan zu verhindern durch neue Kapitalkontrollen. Mit Beginn des neuen Jahres können Chinas Bürger wieder die derzeitige Obergrenze von 50.000 Dollar pro Kalenderjahr in Währungsumtäuschen in Anspruch nehmen.

Ökonomische Berater der Regierung haben durchblicken lassen, dass es in 2017 keine weiteren Zinssenkungen geben werde – zuletzt hatte Peking sechsmal den Leitzins gesenkt (einjähriger Ausleihesatz, derzeit bei 4,75%).

Nun rückt der Immobilienmarkt in den Fokus nach den heftigen Preissteigerungen vor allem in den Mega-Großstädten. So hat ein Mitglied der Notenbank gegenüber dem chinesischen Wirtschaftsmagazin Caixin gefordert, dass man die Hindernisse zur Einführung einer Immobiliensteuer überwinden müsse. Man will also offenkundig ernst machen und die Preisblase eindämmen – ob das gelingen kann, ohne schwere Turbulenzen zu erzeugen, wird sich zeigen. China jedenfalls steht gerade durch Donald Trump vor schweren Zeiten ab 2017..



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