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Europa

Industrie-Rezession wird am deutschen Arbeitsmarkt sichtbar

Claudio Kummerfeld

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am

Die Rezession in der deutschen Industrie macht sich nun auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Heute früh hat das Statistische Bundesamt für den Monat Dezember Beschäftigtenzahlen für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Im Vergleich zu Dezember 2018 geht die Beschäftigung um 0,5% oder 30.000 Mitarbeiter zurück. Dazu unsere Anmerkung: Die Kurzarbeit nimmt seit einiger Zeit deutlich zu, und erst vor zwei Wochen einigte sich die Große Koalition in Berlin darauf, dass das Kurzarbeitergeld nun auch für 24 statt 12 Monate gezahlt werden kann. Damit wird die tatsächliche Schwäche der Industrie am Arbeitsmarkt wohl noch längere Zeit verborgen bleiben, weil Betriebe ihre Mitarbeiter halten können, die sie eigentlich entlassen müssten. Das ist natürlich eine gute Sache für Betriebe und Beschäftigte. Nach Ende der Rezession kann die Produktion mit der vollen Belegschaft sofort wieder hochgefahren werden. Aber zurück zur Aktualität. Im größeren Bild, im Vergleich des Gesamtjahres 2019 zu 2018, da ist die Welt noch ganz in Ordnung. Im Jahresdurchschnitt steigt die Beschäftigung im Jahresvergleich noch um 0,9%, wie die heutige Meldung besagt.

Weniger Beschäftigte in der Industrie

Hier ein paar Detailaussagen der Statistiker im Wortlaut:

Die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen war im Dezember 2019 sehr unterschiedlich: Am stärksten sank die Beschäftigtenzahl gegenüber Dezember 2018 in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen mit -3,3 %. Zurückgegangen sind auch die Beschäftigtenzahlen in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, in der Metallerzeugung und -bearbeitung (jeweils -1,5 %) sowie in der Herstellung von Metallerzeugnissen und der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (jeweils -1,3 %). Am stärksten stieg die Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen mit +1,9 %. Auch in der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (+1,6 %) sowie in der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (+0,2 %) erhöhte sich die Beschäftigtenzahl.

Obwohl der Dezember 2019 einen Arbeitstag mehr hatte als der Dezember 2018, nahm die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,5 % auf 598 Millionen Stunden ab. Die Entgelte der Beschäftigten lagen bei rund 24,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat war das ein Anstieg um 0,7 %.

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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