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"Standort ist nach­haltig geschä­digt" Industrie weiter im Absturz – aktuelle Daten aus der Metallindustrie

Aktuelle Daten aus der Metallindustrie zeigen: Der Absturz läuft weiter. Der Standort sei nach­haltig geschä­digt, so der Branchenverband.

Industrieproduktion
Foto: Nataliehora-Freepik.com

Wir hatten es letzte Woche bereits aufgezeigt: Es ist gut möglich, dass sich die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft in den nächsten Jahren zweiteilt. Die Industrie-Rezession könnte mangels Strukturreformen weiter laufen. Leiden dürften Maschinenbau, Chemie, Auto. Dank Aufrüstung und Infrastruktur-Investitionen (auf Pump) sollten die Sektoren Rüstung, Bau und Dienstleistungen profitieren, so zeigen es auch Analysedaten der Commerzbank. Aktuell sehen wir neue Aussagen aus der Industrie. Die Metallbranche meldet wenig erfreuliche Daten.

Die Produk­tion bei Metall und Elektro (M+E) gab im Dezember deutlich um 2,5 Prozent im Vergleich zum November nach. Dennoch wurde nach 10 Rezes­si­ons­quar­talen in Folge im Q4 erstmals wieder ein leichtes Plus zum Vorquartal erreicht. Im gesamten Jahr 2025 ergab sich dennoch der 2. Jahres­rü­ck­gang in Folge (-1,2 Prozent). Zudem wird das 2018er-Niveau noch um 13 Prozent unter­schritten, so meldete es heute der Branchenverband Gesamtmetall.

Auch die M+E-Umsätze verzeich­neten im Dezember einen Rück­schlag. Im vierten Quartal 2025 gab der preis­be­rei­nigte Absatz das 2. Quartal in Folge nach. Auch im gesamten Jahr 2025 lag der Absatz erneut unter dem bereits schwachen Vorjah­res­wert. Nur infolge von Preis­ef­fekten übertraf der Umsatz leicht das Vorjah­res­ni­veau.

Die M+E-Neuauf­träge profi­tierten im Q4 erneut von größeren Bestel­lungen aus dem Vertei­di­gungs­be­reich. Bereinigt um diese Effekte konnten die Neuauf­träge nur leicht zulegen und verharren weiter auf schwachem Niveau. Die Bewertung der Auftrags­be­stände ist fast unver­än­dert negativ und die Auslas­tung Anfang 2026 nochmals um 2 Prozent-Punkte auf nur noch 78 Prozent zurück­ge­gangen. Zumindest war die Nach­fra­ge­ent­wick­lung im Februar wieder über­wie­gend positiv, so schreibt es Gesamtmetall.

Die Zahl der Beschäf­tigten fiel im Dezember auf 3,792 Mio. (-2,6 Prozent zum Vorjahr). Erstmals seit Juli 2015 wurde damit die Marke von 3,8 Mio. Arbeits­plätzen unter­schritten. Seit 2019 sind über 270.000 Arbeits­plätze bei Metall und Elektro verloren gegangen. Die Pläne zum Perso­na­l­abbau waren auch im Februar weiter sehr negativ, diffe­ren­zieren sich aber zumindest nach M+E-Zweigen, wobei vor allem im Fahr­zeugbau die Abbau­pläne weiterhin deutlich über­wiegen.

Das M+E-Geschäfts­klima blieb im Februar unver­än­dert im Rezes­si­ons­be­reich. Während die Lage etwas weniger negativ einge­schätzt wurde, waren die Erwar­tungen etwas pessi­mis­ti­scher als zum Jahres­be­ginn. Licht­blicke sind die Produk­tions- und Export­pläne, die sich unge­achtet der neuen Unsi­cher­heiten um die US-Zölle spürbar verbes­sern konnten.

Die Wett­be­werbs­po­si­tion zum Ausland wurde auch zum Jahresstart – vor allem gegenüber außer­eu­ro­pä­i­schen Stand­orten – von jedem 3. M+E-Unter­nehmen negativ bewertet. Die Abstände zu Welt­handel und globaler Indus­trie­pro­duk­tion vergrö­ßerten sich im Q3-2025 weiter. Die privaten Ausrüs­tungs­in­ves­ti­ti­onen gaben auch 2025 weiter nach. Die Inves­ti­ti­ons­pläne sind zudem weiter negativ. Der Standort ist nach­haltig geschä­digt. Ohne mutige Struk­tur­re­formen setzt sich die Dein­dus­tri­a­li­sie­rung fort, so Gesamtmetall.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Und es wird weitergehen ins Tal.
    Der Sozialismus nimmt seinen Lauf.
    Es wird mit riesigen Bergen an weiteren Schulden und gigantischen Steuererhöhunge versucht werden, den wirtschaftlichen Abstieg aufzuhalten.
    Es wird dadurch nur noch schneller ins Tal gehen.
    Wer jetzt noch nicht weg ist, oder es kurzfristig geplant hat, muss eben mit ins Tal.
    Dann bringt aber wenigstens (wenn möglich) Euer Geld und Euere die Altersversorgung aus dem Land.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Hallo Helmut…wir werden mehr – nicht weniger…es kann also so schlimm in Deutschland nicht sein…ich gebe aber zu das es in Spanien auch schön ist…

      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2861/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-deutschlands/

      …und soll ich Ihnen sagen wer da teilweise kommt…gute Handwerker…toll oder…müsste sie doch freuen…in meiner Fussballmannschaft gibt es da wirklich tolle junge Leute…und die integrieren sich alle… die kommen aus El Salvador, Honduras, Mexico, Argentinien und Brasilien…und finden Deutschland irgendwie gar nicht so schlecht wie wir Deutschen…naja…ist wahrscheinlich immer Ansichtssache…

  2. Die Abteilung Mittelstand und Außenwirtschaft im Ministerrat-Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau setzt nach Covid-19 nunmehr wieder ihre Informationsreisen für Firmen fort. Vertreter der Maschinenbau-, Elektro- und der Schweißindustrie beispielsweise können sich vor Ort über die Rahmenbedingungen für den Export, oder für Investitionen vor Ort informieren. Die Abteilung Mittelstand und Außenwirtschaft steht den Firmen dabei als Türöffner/Lotse zur Verfügung. Die genannte Abteilung hat die ganze Welt im Blick.

  3. Hallo @ Ranzentier
    Spanien erlebt ein bemerkenswertes Wirtschaftswunder mit einem BIP-Wachstum von ca. 3,5% im Jahr 2024 und prognostizierten 2,2% bis 2,9% für 2025.

    Aber natürlich passieren dort auch viele Fehler.
    Die Rente für uns wurde nun ab Januar um 12 % erhöht. Das kann nicht gutgehen.

    Aber- wir sind ja gar nicht wegen der Wirtschaft und den Steueersparnissen nach Spanien gegangen.
    Es war die Sonne in Andalusien dort und die sprichwörtliche Liebenswürdigkeit der Andalusier.
    Und was ganz wichtig war: Das wir aus Deutschland weg konnten.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

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