Folgen Sie uns

Europa

Industrieproduktion: Hurra, es geht aufwärts (inklusive tatsächliche Lage)

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Schon gestern konnte man bei den Auftragseingängen der Industrie bundesweit freudige Medienberichte lesen (tja, aber nicht bei uns). Denn die Meldungen von 10 Prozent Steigerung bei den Auftragseingängen machten die Runde. Das stimmt zwar auch, aber halt eben nur im Vergleich von einem Monat zum nächsten. Um zu sehen, ob sich die Industrieproduktion aber wirklich schon von der Coronakrise erholt hat, ist (nach unserer kleingeistigen Meinung) der Vergleich zum selben Monat im Vorjahr sinnvoll, und nicht der Monatsvergleich.

Und genau wie gestern bei den Auftragseingängen wird es wohl auch heute Jubelmeldungen in den großen Medien geben. Denn die Industrieproduktion ist im Mai gegenüber April um 7,8 Prozent gestiegen (erwartet +10 Prozent), so die staatlichen Statistiker. Aber auch hier zeigt der Vergleich zu Mai 2019, dass die Industrieproduktion immer noch satte 19,3 Prozent niedriger ausfällt. Auch die folgende Grafik, die bis 2012 zurückreicht, zeigt das Tal, aus dem die Industrie (offiziell ausgedrückt “Produktion im Produzierenden Gewerbe”) noch herausklettern muss.

Die Statistiker beziffern das noch aufzuholende Volumen in der Industrieproduktion genau. So sagen sie heute, dass der Produktionsindex seit dem Beginn der Coronakrise mehrere Monate in Folge gefallen sei. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen, sei die Produktion im Mai 2020 um 19,0 Prozent zurückgegangen. Neben dem Jahresvergleich ist in diesem Sonderfall auch diese Betrachtungsweise (Vergleich zu Februar, vor dem Ausbruch der Krise) eine nach unserer Meinung sinnvolle Betrachtung der Lage, und nicht immer der Monatsvergleich, mit dem man schnelle und einfache Jubelmeldungen bringen kann!

Der Chart zeigt die Industrieproduktion seit 2012

Hier weitere Aussagen vom Statistischen Bundesamt im Wortlaut:

Im Vergleich zum Vormonat ist die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) im Mai 2020 um 10,3 % gestiegen, sie liegt jedoch noch 22,5 % unter dem Niveau vom Februar 2020. Innerhalb der Industrie nahm die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,1 % ab. Bei den Konsumgütern stieg die Produktion um 1,4 % und bei den Investitionsgütern um 27,6 %. Außerhalb der Industrie lag die Energieerzeugung 1,7 % höher als im Vormonat. Die Bauproduktion stieg um 0,5 %. In der Automobilindustrie ist die Produktion – nach einem sehr niedrigen Produktionswert im April 2020 – im Mai wieder deutlich angestiegen. Sie liegt aber noch knapp 50% niedriger als im Februar 2020.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Einkaufsmanagerindex Juli: Endgültige Zahl veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Monat Juli wurde soeben veröffentlicht. Für Deutschland liegt der Indexwert bei 51 (Vormonat 45,2/für heute erwartet 50).

Ein Wert von unter 50 zeigt Schrumpfung, ein Wert über 50 Wachstum.

weiterlesen

Europa

Aktuell: BIP und Verbraucherpreise Eurozone veröffentlicht!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Geldbeutel in Klemme als Symbol für steigende Verbraucherpreise

Soeben wurden für die Eurozone die neuesten Daten für das BIP und die Verbraucherpreise veröffentlicht. Hier die wichtigsten Fakten in Kurzform.

BIP

Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 15 Prozent gesunken! Im Quartalsvergleich sind es -12,1 Prozent! (erwartet -11,2). Der größte Absturz seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995.


source: tradingeconomics.com

Verbraucherpreise

Die Eurozonen-Verbraucherpreise sind im Juli im Jahresvergleich um 0,4 Prozent gestiegen (erwartet waren +0,2 Prozent). Und das trotz der Deflations-Daten gestern aus Deutschland!

Verbraucherpreise Eurozone

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise Deutschland im Juli: Abgerutscht in die Deflation!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Löffel mit Geld und Kartoffel als Smyole für Verbraucherpreise

Soeben wurden die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Juli als Vorabschätzung veröffentlicht. Sie sinken im Jahresvergleich um 0,1 Prozent nach +0,9 Prozent im Juni (Erwartung für heute lag bei +0,2 Prozent). Im Monatsvergleich ist es ein Minus von 0,5 Prozent. Die Jahresrate ist im Minus. Ein Abrutschen in die Deflation, das ist eine echte Überraschung! Eine Bewegung von satten 1,2 Prozentpunkten nach unten in nur einem Monat! Die Details zeigen, woher dieser Rutsch kommt. Die Energiepreise tendieren nach -6,2 Prozent im Vormonat jetzt mit -6,7 Prozent weiter dick im Negativbereich. Aber bislang konnten die gut steigenden Nahrungsmittelpreise (+4,4 Prozent im Juni) dagegen halten und den Schnitt der Verbraucherpreise im positiven Bereich halten. Aber der Zuwachs bei den Nahrungsmittelpreisen liegt im Juli nur noch bei 1,2 Prozent! Das reicht nicht mehr für einen positiven Gesamtschnitt. Die endgültigen Details werden am 13. August veröffentlicht.

Deutsche Verbraucherpreise für Juli im Detail

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage