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Europa

Industrieproduktion in der Eurozone: Ist das die V-förmige Erholung?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Stahlfertigung als Symbol für Industrieproduktion

Die Industrieproduktion in Europa ist kräftig abgestürzt in der Coronakrise. Die Frage lautet: Gibt es eine langsame Erholung, ein Dahindümpeln im negativen Bereich, oder eine schnelle V-förmige Erholung? Im Juni stieg die saisonbereinigte Industrieproduktion gegenüber Mai 2020 sowohl im Euroraum als auch in der EU um 9,1 Prozent, laut heute veröffentlichten Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union. Im Mai 2020 stieg die Industrieproduktion im Euroraum um 12,3 Prozent und in der EU um 11,6 Prozent. Gegenüber Juni 2019 ging die Industrieproduktion im Juni 2020 im Euroraum um 12,3% und in der EU um 11,6% zurück.

Die Frage ist jetzt nur: Geht diese V-Erholung im Juli auch weiter im selben Tempo wie im Mai und Juni? Dann wird es wirklich etwas mit einem klassischen V. Bis jetzt sieht es jedenfalls danach aus. Der folgende Chart von Eurostat sieht doch schon stark nach V-Erholung aus? Er zeigt die Entwicklung der Industrieproduktion in der Eurozone und in der Gesamt-EU seit dem Jahr 2011.

Industrieproduktion in EU und Eurozone seit 2011

Hier die Veränderung im Jahresvergleich (ein Balken steht für einen Monat).


source: tradingeconomics.com

Hier die Veränderung im Monatsvergleich (ein Balken steht für einen Monat).


source: tradingeconomics.com

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    franko33

    12. August 2020 15:00 at 15:00

    Fakt ist:
    90-95% Einbruch im Flugverkehr/Einbrüche+Massenpleiten in der Eventbranche/Tourismus + Gastronomie
    Die Gastronomie hat „rosige Aussichten“:Was ist,wenn man bei schlechtem Wetter nicht mehr
    Draußen sitzen kann ? Veranstalter/Events,die mit 1000 Leuten oder mehr rechnen.Was ist mit
    den Akteuren,die vielleicht davon leben wollen ? Mache ich jetzt beispielsweise im voraus
    1000 Frühlingsrollen für ein Straßenfest,um hinterher zu sehen,daß die Polizei/
    Ordnungskräfte die Veranstaltung auflösen,weil zu viele Menschen kommen ?
    Nur eine kleine Bestandsaufnahme – es wird natürlich in den Medien/Wirtschaftsumfragen
    ordentlich gepuscht.Generell soll laut unserer jetzigen Planwirtschaft die alten
    eher schlecht kontrollierbaren Wirtschaftsstrukturen aufgelöst werden.
    Ein neues Wirtschaftsmodell soll her,eingebettet in planwirtschaftliuche Strukturen.
    Das bedeutet:Viele neue Arbeitsplätze bei erneuerbaren Energien (wir haben bereits weltweit die höchsten Enegiepreise),CO2 Besteuerung/Plastiksteuer + Digitalsteuer
    (Ach ja – habe ganz vergessen,daß geht ja alles in unsere EU) Marktwirtschaftlich gesehen
    sollten wir ja dann ganz auf die Bundespolitik verzichten,denn wir sind ja dann in den
    Vereinigten Staaten von Europa mit einem EUR,der die nächsten 100 Jahre Bestand hat)
    Nur ein nicht bedachter Nachteil:Es wird nicht allen besser gehen – sondern den meisten
    eher schlechter.So bekommen wir hier ein vergleichbares Kastensystem in der sich kaum
    einer für etwas verantwortlich fühlt – das Experiment Planwirtschaft hatten wir ja schon
    weltweit.Ist es in diesen Staaten für die Menschen besser gelaufen ?

    • Avatar

      Mike Lohamnn

      12. August 2020 19:31 at 19:31

      Es gibt Corona für alle und das Wunschdenken es möge so laufen als ob es kein Corona gäbe. Ausser der Tatsache, dass man abstimmen muss mit Risiken umzugehen und aber auch dafür geradezustehen. Dass nun das geplapper und profilierungssucht der Politiker nicht wirklich weiterhilft ist das eigentliche Drama neben Corona. Hilfen mit Wums haben bisher nur den Banken mit ihren vielen notleidenden Krediten geholfen indem sie alle kritischen Kredite als Coronakredite mit Haftung der Bürger gewandelt haben. Zudem wurde nun jedes normale Haftungs-Gesetz ausgehebelt indem keine Insolvenzen mehr angezeigt werden müssen, die Banken ihre Bilanzen als lupenrein darstellen dürfen usw. usw. Am Schluss sind diejenigen die echte Hilfe nötig hätten, wieder durch die Maschen gefallen und der Bürger müssen auf Himmelsleitern steigen und den Wohlhabenden echt erarbeitetes Geld auf ihren unerreichbar grossen Haufen aus gedrucktem Geld zu bringen.

    • Avatar

      leftutti

      13. August 2020 04:04 at 04:04

      @Franko33, Fakt ist:

      Fast niemand muss rund um den Globus fliegen oder Massen-Events besuchen. Kaum jemand benötigt diese sog. Mobilität aka Freiheit. Freiheit ist weder konzentriertes Massenspektakel, noch temporäre Völkerwanderung.

      Mit Planwirtschaft hat die Erosion unserer etablierten Wirtschaftsstrukturen gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Die schlecht kontrollierbaren und nie kontrollierten Strukturen lösen sich per se im Märchen von freier Marktwirtschaft auf. Konzentrieren sich als letzte Zuflucht in wenigen transatlantischen Monsterkonzernen ohne eigentliche Bedeutung für das Leben selbst. Facebook statt Face-to-Face, Amazon statt Amazing Zone, Apple statt Hirnen, Twitter statt Eier, Cloud statt Privatsphäre.

      Wir haben nicht die weltweit höchsten Energiepreise wegen Steuern. Wir haben aber sinnlos überteuerte Strompreise wegen verantwortungsloser Energiekonzerne und deren Lobby:
      https://energiewende-rocken.org/das-eeg-paradoxon/
      https://photovoltaikbuero.de/pv-buero-blog/preistreiber-eeg-paradoxon/

      Wohl bedacht im Kastensystem: Mit weiter wie bisher wird es nicht allen besser gehen – sondern den meisten eher schlechter. Schuld sind die meisten leider selbst.

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Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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am

Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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