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Europa

Industrieproduktion in Europa: Auf den ersten Blick schwach, auf den zweiten Blick richtig schwach

Claudio Kummerfeld

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Aktuell von den EU-Statistikern veröffentlichte Daten zur Industrieproduktion für den Monat März zeigen, wie schwach es in Wirklichkeit schon aussieht. In Deutschland zum Beispiel halten Dienstleistungen und vor allem der Bauboom die Gesamt-Konjunktur noch über der Null-Linie. Aber nur auf die Industrieproduktion bezogen sind wir schon längst im Abschwung angekommen. Nicht kalenderbereinigt sind wir in der Eurozone sogar schon den fünften Monat in Folge im Minus!

Kalenderbereinigt (also eine fairere Betrachtungsweise) ging die Industrieproduktion in der Eurozone im März um 0,6% zurück. In den Monaten davor waren es 0,0%, -0,4%, -1,4% und -2,9%. Das ist heftig! Und in der Gesamt-EU, da sieht es nicht ganz so schlimm aus. Also alles eine Frage der Perspektive? Schauen wir doch einfach nur auf die Gesamt-EU, und schon sieht die Welt viel schöner aus. Denn dort steigt die Produktion im Jahresvergleich um 0,4%. In den Monaten davor lagen die Veränderungen bei +0,5%, +0,1%, -2,7% und -1,9%. Also zuletzt drei mal im Plus. Also ist doch alles in Ordnung?

Nein, denn Großbritannien scheidet ja demnächst (vermutlich?) aus der EU aus. Und dieses große Land als einzig gewichtiges Nicht-Mitglied in der Eurozone hatte im März ein Wachstum bei der Industrieproduktion von 2,2%. Ohne UK sähe die Zahl der Gesamt-EU daher wohl ziemlich genau so düster aus wie in der Eurozone. Und das wird sie ja auch, sobald UK ausgetreten ist. Was auffällt: Osteuropäer legen kräftig zu, während beispielsweise Spanien und Portugal kräftig verlieren! Aber ach was. Krise? Welche Krise? Eurostat im Wortlaut:

Im Euroraum sank die Produktion von Energie im März 2019 gegenüber März 2018 um 7,3%, von Gebrauchsgütern um 0,7% und von Vorleistungsgütern um 0,4%, während die Produktion von Verbrauchsgütern unverändert blieb und die Produktion von Investitionsgütern um 1,3% zunahm. In der EU28 stieg die Produktion von Verbrauchsgütern um 1,7%, von Investitionsgütern um 1,5%, von Vorleistungsgütern um 0,8% und von Gebrauchsgütern um 0,1%, während die Produktion von Energie um 6,2% zurückging. Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, verzeichneten Portugal (-7,9%), Malta (-3,6%) und Spanien (-3,4%) die stärksten Rückgänge der Industrieproduktion. Die größten Zuwächse wurden in Irland (+22,1%), Polen (+8,0%) und Ungarn (+7,9%) registriert.

Industrieproduktion seit 2010

Industrieproduktion EU
Industrieproduktion seit 2010.

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Europa

Verbraucherpreise Deutschland im September: Deflation!

Claudio Kummerfeld

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Verbraucherpreise schwanken

Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat September veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu September 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent , nach 0,0 Prozent im August und -0,1 Prozent im Juli. Die Erwartung lag für heute bei -0,1 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch so erwähnen. Auch die kurzfristige Veränderung von August zu September liegt bei -0,2 Prozent.

Die Grafik zeigt die Details der aktuellen Vorabschätzung (endgültige Zahlen gibt es am 13. Oktober). Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel liegen im September nur noch mit 0,6 Prozent im Plus (im Juni noch +4,4 Prozent). Der Schnitt wird aber in den Keller gezogen durch die Energiepreise, die dank Ölpreis-Crash aus dem Frühjahr immer noch 7,1 Prozent niedriger sind als im Vorjahr.

Aktuelle Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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Europa

Kurzarbeit: ifo-Institut präsentiert aktuellste Zahlen – deutlicher Rückgang

Claudio Kummerfeld

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Die Gastronomie ist auch stark von Kurzarbeit betroffen

Die Kurzarbeit geht in Deutschland deutlich zurück, auch wenn sie nach diesem Rückgang immer noch auf einem dramatisch hohen Niveau liegt. Laut ganz frischer Veröffentlichung des ifo-Instituts waren im September 3,7 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen, nach 4,7 Millionen im August. Dies hat ifo exklusiv berechnet. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 11 Prozent geschrumpft, von 14 Prozent im August. Der Rückgang schreite stetig voran. Besonders hoch bleibe aber der Anteil an den Beschäftigten in der Industrie, so die aktuelle Aussage von ifo. Hier Details im Wortlaut:

Im Verarbeitenden Gewerbe waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit, das sind 21 Prozent der Beschäftigten. Bei den Dienstleistern waren es 1,23 Millionen oder 12 Prozent, im Handel 406.000 Menschen oder 9 Prozent. Im Bauhauptgewerbe waren es nur 5000 Menschen oder 1 Prozent. In den übrigen Sektoren schätzt das ifo Institut die Zahl der Kurzarbeiter auf 622.000 oder 5 Prozent der Beschäftigten.

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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