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Europa

Industrieproduktion in Europa kräftig in Rezession – Preisdaten in UK schwach

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Die Industrieproduktion zeigt seit Monaten eine kräftige Rezession, egal ob man auf die gesamte EU oder nur auf die Eurozone schaut. Und wie die ganz frisch veröffentlichten Daten von Eurostat für den Monat September zeigen, geht es so auch weiter. Im Jahresvergleich zu September 2018 sinkt die Industrieproduktion in der EU um 1,2%, und in der Eurozone um 1,7%. In den Vormonaten ging es ebenfalls durchweg kräftig nach unten. Eine klare und strukturelle Rezession. Schaut man in die Details, dann geht diese Industrie-Rezession vor allem vom Industrie-Kernland Deutschland aus mit aktuell -5,3%. Andere großen Länder wie Frankreich liegen bei Veränderungsraten bei 0,0%, Spanien bei +0,4%, Italien bei -2,1%. Ungarn mit viel Zuliefer-Industrie liegt überraschend bei +9% – auch in den vorigen Monaten legte man kräftig zu. Die Headline-Aussage von Eurostat fokussiert sich nur auf die Veränderung von August zu September 2019, wo es in der Eurozone einen Zuwachs in der Industrieproduktion von 0,1%. Das ist wenig bis gar nicht aussagekräftig, so möchten wir anmerken! Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Im Euroraum sank die Produktion von Vorleistungsgütern im September 2019 gegenüber September 2018 um 3,9%, von Energie um 2,6%, von Investitionsgütern um 1,4% und von Gebrauchsgütern um 0,8%, während die Produktion von Verbrauchsgütern um 1,6% zunahm. In der EU28 sank die Produktion von Vorleistungsgütern um 3,3%, von Energie um 2,8% und von Investitionsgütern um 1,0%, während die Produktion von Gebrauchsgütern um 0,7% und von Verbrauchsgütern um 2,4% zunahm.

Im folgenden Chart sieht man den Verlauf der Industrieproduktion für Eurozone und Gesamt-EU seit dem Jahr 2010.

Industrieproduktion seit dem Jahr 2010

Großbritannien mit Preisdaten

Aus Großbritannien wurden heute mehrere sehr wichtige Preisdaten vermeldet. Die Tendenz ist schwächelnd. Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober im Jahresvergleich nur noch um 1,5% bei Erwartungen von 1,6% und vorher 1,7%. Die Einzelhandelspreise steigen um 2,1% nach vorher 2,4%. Und jetzt kommt das Wichtigste: Die Einfuhr-Erzeugerpreise sinken um 5,1%! Am Stärksten dazu beigetragen hat Öl, so die britischen Statistiker. Dies kann wohl damit erklärt werden, dass das britische Pfund im Oktober einen Anstieg von 1,22 bis auf 1,30 gegenüber dem US-Dollar erlebte. Somit konnten britische Importeure Waren in US-Dollar günstiger einkaufen. Sehen wir daher in den nächsten Monaten gedämpft steigende Verbraucherpreise in UK?

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Europa

Exporte im Oktober höher als im Vorjahr – ein erstaunliches Lagebild

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Eine erstaunliche Lage zeichnet zeigt sich im September und Oktober im deutschen Außenhandel. Die deutsche Industrie, die extrem exportlastig ist, steckt derzeit in einer massiven Rezession. Die Auftragseingänge und die tatsächlichen Umsätze liegen dramatisch unter den Niveaus des Vorjahres, wie auch jüngste offizielle Daten zeigen. Daher müssten eigentlich auch die deutschen Exporte für den Monat Oktober niedriger sein als im Monat Oktober 2018? Aber nein. Wie das Statistische Bundesamt heute früh meldet, liegen die Exporte um 1,9% höher als im Oktober 2018 (schon im September gab es ein erstaunliches Plus von 4,6%). Die Importe fallen um 0,6%.

Die deutsche Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2019 mit einem Überschuss von 21,5 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +18,7 Milliarden Euro betragen. Ganz eindeutig zeigt sich aus den Details: Der Anstieg der Exporte rührt her aus besseren Geschäften mit Handelspartnern außerhalb der EU! Zitat Statistisches Bundesamt:

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 70,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 55,2 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Oktober 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 0,1 %, die Importe aus diesen Ländern nahmen um 0,2 % ab. In die Länder der Eurozone wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 43,8 Milliarden Euro (-0,9 %) exportiert und Waren im Wert von 35,5 Milliarden Euro (+0,1 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 26,2 Milliarden Euro (+1,7 %) exportiert und Waren im Wert von 19,6 Milliarden Euro (-0,7 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 49,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 42,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Oktober 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 4,6 % zu, die Importe von dort sanken um 1,0 %.

Exporte und Importe im Oktober

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Industrieproduktion in Deutschland: Katastrophaler Rückgang!

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Das Statistische Bundesamt hat soeben die Daten zur Industrieproduktion (Produktion im Produzierenden Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Sie ist im Vergleich zu Oktober 2018 um 5,3% rückläufig (im Vormonat waren es -4,5%). Die meisten großen Presseorgane achten auf den Monatsvergleich, also von September zu Oktober 2019. Hier gibt es ein kräftiges Minus von 1,7%, obwohl ein Plus von 0,1% erwartet wurde. Gestern hatten wir die aktuellsten Auftragseingänge besprochen, die ebenfalls extrem schwach sind mit -5,5% im Jahresvergleich. Also, die kräftige Rezession in der Industrie geht volle Fahrt weiter.

Industrieproduktion als Chart seit 2011

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EU: Einzelhandelsumsätze schwach – Deutschland auch beim BIP in „Abstiegszone“

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Vor wenigen Minuten wurden die Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone veröffentlicht: sie fielen mit -0,6% schwächer aus als erwartet (Prognose war -0,5%). Zum Vorjahresmonat stiegen damit die Einzelhandelsumsätze lediglich um +1,4% und damit deutlich weniger als die erwarteten +2,2%.

Dazu wurden der Vormonat September von zuvor +0,1% auf nun -0,2% nach unten revidiert.

Besonders schwach war mit -1,9% Deutschland und Irland – kein gutes Omen für das Weihnachtsgeschäft. Dazu Eurostat:

„Among Member States for which data are available, the largest decreases in the total retail trade volume were registered in Germany and Ireland (both -1.9%) and Finland (-1.2%). The highest increases were observed in Portugal (+2.1%), Poland (+0.9%), Belgium and Romania (both +0.8%).“

Die Einzelhandelsumsätze im Oktober waren schwach

Das BIP der EU fiel in der letzten Veröffentlichung mit +0,2% aus wie erwartet. Auch hier: Deutschland in Sachen Wachstum in der „Abstiegszone“, während die mittelosteuropäischen Staaten das stärkste Wachstum verzeichnen:

„Among Member States for which data are available for the thirdquarter of 2019, Poland (+1.3%), Hungary (+1.1%) and Estonia (+1.0%) recordedthe highest growth compared with the previous quarter, followed by Bulgaria, Croatia and Slovenia(all+0.8%). The lowest growth was observed in Germany, Italy and Austria (all +0.1%).“

Deutschland ist Schlusslicht beim BIP

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