Europa

Industrieproduktion in Italien bricht ein – und die Reaktion?

Italien-Flagge vor dem Colosseum in Rom

Die Industrieproduktion in Italien ist im März gegenüber März 2019 um 29,3 Prozent eingebrochen, bei Erwartungen um die -20 Prozent. So haben es heute die staatlichen Statistiker in Rom vermeldet. Mit -28,4 Prozent im Monatsvergleich ist der kurzfristige Absturz genau so groß. Ein Absturz so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr! Im folgenden Chart sieht man die prozentualen Veränderungen im Verlauf seit den 90er-Jahren. Der Absturz jetzt im März 2020 ist größer als der schlimmste Wert während der Finanzkrise 2008. Und man sieht es auch ganz gut. In der Finanzkrise war es ein Absturz, der sich etwas Zeit ließ. Hier und heute ist es ein ruckartiger Absturz.

Und wir sehen hier nur den März. Es ist gut denkbar, dass der April-Wert nochmal deutlich abrutschen wird! Tja, und wie reagiert man auf diese Horrornachricht? Nun ja. Die EZB wird sowieso alle Probleme wegdrucken? Die Rendite zehnjähriger italienischen Staatsanleihen steigt heute gegenüber Freitag Abend „nur“ um 0,08 Punkte auf 1,86 Prozent. Und der italienische Aktienindex notiert heute mit -36 Punkten oder -0,20 Prozent de facto auf dem Niveau vom Freitag. Also, alles halb so schlimm? Immerhin waren die Aktienkurse ja schon kräftig gefallen im Februar und März? Aktuell scheint der Markt dies so zu sehen. Wenn das mal nicht zu früh gefreut ist, wenn sich europaweit in den nächsten Monaten womöglich Entlassungen und Insolvenzen negativ auf die Verbrauchernachfrage auswirken, und die Konjunkturdaten sich nochmal verdüstern?


source: tradingeconomics.com



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