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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Corons-Wellenreiter

    9. Oktober 2020 17:02 at 17:02

    Man weiss es immer erst hinterher? ? Aber jeder normal denkende Mensch weiss, dass in diesen Zahlen die soeben anrollende zweite Corona-Welle noch nicht berücksichtigt sind.
    Die Frage ,ob Italien das Corona – Tal verlassen hat ist müssig, waren sie doch schon vorher das Schlusslicht an den Krücken des zu starken Euro. Italien ist bekannterweise sehr stark vom Tourismus abhängig.Vergesst einfach einmal diese kurzfristigen Wirtschaftszahlen und lässt den gesunden Menschenverstand wirken.
    P.S. Soeben hat Corona Süditalien erobert.

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      Peter

      10. Oktober 2020 10:03 at 10:03

      Guten Morgen, das sehe ich nicht. „aktuell“ wird über die geldverteilung entschieden. Eine Veränderung ist dann nicht mehr möglich. Ich freue mich für die Italiener, wenn deren Industriewachstum steigt, schneller als das bei uns. Das Wachstum unserer Industrie wird niedrig bleiben (Stichwort disruption). Die Auszahlungen aus den Fonds müssen an Indikatoren geknüpft werden….

    • Avatar

      Columbo

      10. Oktober 2020 13:45 at 13:45

      @Corons

      Jeder „normal denkende Mensch“ weiß, daß die Welt demnächst untergeht.

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    Peter

    9. Oktober 2020 20:15 at 20:15

    Dann braucht die Italiener ja keinen Beitrag mehr aus dem sagenhaften EU-Rettungfonds – oder?

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    Pessi- Mist

    11. Oktober 2020 07:30 at 07:30

    Die Schönredner reagieren immer allergisch wenn man nur reale Fakten anspricht und alle Realisten werden
    sofort als Untergangspropheten bezeichnet.Man könnte also diese Realitätsverweigerer mit der gleichen Übertreibung als Propheten DER BESTEN ALLER WELTEN benennen. Wer richtet denn mehr Schaden an?
    In der realen Welt werden Probleme nur gelöst, erstens wenn man sie erkennt und zweitens wenn man etwas dagegen unternimmt. Ist scheinbar nicht so die Sache gewisser Bürokraten, die im Leben noch nie eine messbare Leistung erbringen mussten.Die Schönredner werden in nächster Zeit noch viel Arbeit bekommen.

    • Avatar

      Columbo

      11. Oktober 2020 13:22 at 13:22

      @Pessimist

      Na dann erkennen Sie mal schön und vielleich sind Sie sogar so nett und teilen uns mit, was Sie dagegen unternehmen.

      • Avatar

        Michael

        11. Oktober 2020 15:15 at 15:15

        @Columbo, allem Anschein nach verbringt er Tag und Nacht in einer Trollfabrik, um in Foren die Illusion zu erwecken, dass er und Seinesgleichen (u.a. seine 100 an das jeweilige Thema angepassten Nicknames) die große Mehrheit vertreten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm da noch genügend Zeit und kognitive Energie verbleibt, etwas zu erkennen (vor allem die reale Welt), geschweige denn, zu unternehmen.

    • Avatar

      Real- ist

      11. Oktober 2020 18:17 at 18:17

      Der übertriebene Einsatz des Wörtchens „real“ macht sinnloses Gebrabbel weder verständlich, noch glaubwürdig oder gar real. Egal, ob als reines oder substantiviertes Adjektiv oder als Kompositum. Definiere und belege Realität in all ihren Ausformungen, in ihrem ganzen Spektrum, in ihrer Vielfalt, bevor du darüber öffentlich auf dem Niveau eines Drittklässlers schwadronierst.

      Danach stelle uns deine Lösungen dazu vor. Überhebliches Gerede von Problem erkannt und gelöst, Whataboutismen von Schönrednern und Realitätsverweigerern, Stigmatisierungen in Richtung leistungsfreier Bürokraten und Suggestivfragen zur Schadenshöhe helfen da leider nicht weiter. Hast du nichts Besseres zu tun, als 24/7/365 immer wieder das Gleiche zu schreiben und dabei nichts, aber auch gar nichts zu sagen?

      Deine unkonstruktiven Allgemeinplätze und persönlich-emotionalen Grabenkämpfe mit verwerflichen Abweichlern nerven langsam. Du bist hier nicht im Walldorf-Kindergarten für frustrierte Anhänger der Atlas-Initiative.

  4. Avatar

    Lausi

    11. Oktober 2020 20:10 at 20:10

    Schon Nostradamus sagte: Der Tag der Abrechnung wird kommen…(nur nicht bei den Banken)

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    Pessi- Mist

    12. Oktober 2020 06:00 at 06:00

    @Realist, ich habe gedacht, dass sich der Dritte der Linksfraktion auch noch meldet. Sie sind immer sehr stark, wenn es darumgeht andere zu denunzieren und sich selber als Moralapostel aufzuspielen. Gegen Kritik des Euro reagieren sie allergisch,obwohl sogar der genannte Drittklässer weiss, dass es eine Fehlkonstruktion ist.

  6. Avatar

    Übelkeit

    12. Oktober 2020 12:40 at 12:40

    Der Euro ist keine Fehlkonstruktion, sondern eine Wettbewerbsverweigerung gegenüber anderen Währungen am Ende einer globalen FIAT-Moneys-Implosion. Oder um es mit den Worten von Trump zusagen: „Nicht fair das Griechenland niedrigere Zinsen bezahlt als wir. Und das Deutschland uns mit Waren überschwemmt.“ Sorry Donald, das ist Wirtschaftkrieg. Beim nächsten mal einfach Goldstandard einhalten und Handelsdefizit nicht ausufern lassen.

  7. Avatar

    Lausi

    12. Oktober 2020 20:02 at 20:02

    Oh doch – der Euro ist eine Fehlkonstruktion und zu verdanken haben wir es Helmut Kohl und der CDU/CSU. Die Rechten haben es also mal wieder verbockt!

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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