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Inflation bleibt global anhaltend hoch – Trump ein wichtiger Faktor

Global zeigt eine Umfrage unter 1.340 Ökonomen eine anhaltend hohe Inflation, wobei regionale Unterschiede hoch sind.

Grafik: ChatGPT

„Ein wesentlicher Treiber der Inflation sind laut den Experten die aktuellen Handelskonflikte und Importzölle“, so die aktuelle Aussage des ifo-Instituts, basierend auf einer Umfrage unter 1.340 Ökonomen aus 121 Ländern, die vom 17. Juni 2025 bis zum 1. Juli 2025 stattfand.


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Für 2025 liegt die erwartete globale durchschnittliche Inflationsrate bei 4,0%. Dies entspricht den Erwartungen des Vorquartals. Die kurzfristigen Inflationserwartungen stagnieren laut ifo somit auf einem relativ hohen Niveau. Auch für die kommenden Jahre rechnen Experten weltweit mit hohen Inflationsraten. Mit einer durchschnittlichen erwarteten Inflation von 3,9% für 2026 liegen die Erwartungen weltweit nur 0,1 Prozentpunkte unter den Erwartungen für 2025. Langfristig, bis 2028, bleiben die Inflationserwartungen ebenfalls auf einem hohen Niveau von 3,7%. Dies entspricht einem minimalen Rückgang gegenüber der Erwartung des Vorquartals (3,8%).

Grafik zeigt Aussicht auf globale Inflation

Darf man annehmen: Weil die Importzölle von Donald Trump importierte Waren in den USA in den nächsten Monaten deutlich teurer machen, sieht man eine spürbar höhere Erwartung an die Inflation in den USA als in Europa? Für 2025 erwarten Experten die niedrigsten Inflationsraten in Westeuropa mit 1,8%, (Inflationsziel der EZB 2,0%). Die Erwartungen in Nordamerika, Ozeanien und Nordeuropa sind etwas höher (2,7%–3,1%). Bemerkenswert ist, dass die Erwartungen in Nordamerika mit 2,7% im Vergleich zum Ende des Vorjahres weiterhin hoch sind, was den anhaltenden Inflationsdruck widerspiegelt, so das ifo-Institut. Die Erwartungen in anderen Teilen Europas (Südeuropa: 3,2%, Osteuropa: 7,6%) liegen weiterhin über den Inflationszielen der Zentralbanken. Innerhalb Asiens gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Subregionen.

Während die Erwartungen in Ostasien (4,3%) und Südostasien (3,3%) im Vergleich zu den Inflationszielen moderat erhöht sind, liegen die Erwartungen in West-, Süd- und Zentralasien deutlich höher (8,0%, 10,7% und 11,3%). Mit Ausnahme von Südafrika (4,3%) erwarten alle anderen afrikanischen Regionen kurzfristige Inflationsraten deutlich über dem Durchschnitt (Westafrika: 7,8%; Zentralafrika: 14,8%; Ostafrika: 22,9%; Nordafrika: 40,8%). In Amerika sind die Erwartungen an die Inflation gemischt und reichen von 2,7% in Nordamerika bis zu 9,8% in Südamerika. Experten in Mittelamerika und der Karibik melden mit 3,0% relativ moderate Erwartungen.

Für das Jahr 2028 erwarten Experten, dass die Inflationsraten in Westeuropa (1,9%), Nordeuropa (2,6%), Nordamerika (2,7%) und Ozeanien (2,7%) fast wieder das von vielen Zentralbanken angestrebte Inflationsziel von 2% erreichen oder sich diesem annähern werden. Für einige Teilregionen sind die Erwartungen jedoch höher als im Vorquartal. Höhere langfristige Inflationserwartungen werden beispielsweise in Südeuropa (3,1%), Osteuropa (5,5%), Westasien (6,1%), Südostasien (3,6%) und im südlichen Afrika (5,2%) verzeichnet. Die höchsten langfristigen Inflationsraten werden in Nordafrika (23,6%) und Ostafrika (20,5%) erwartet.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Claudio Kummerfeld hat langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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4 Kommentare

  1. Das Konsumklima besitzt in der USA-Volkswirtschaft einen entsprechenden Stellenwert. Die USA und China sind die beiden weltweit größten Volkswirtschaften.

  2. Wer wünscht sich schon Inflation?
    Und dann 10 bis 15%.
    Aber wie sollen sonst die Billionen an Guthaben der kleinen Sparer zumindest halbiert werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. 4,3% für Ostasien, wovon China das wichtigste Land ist. Nur leider beträgt die Inflation von China etwa 0%. Natürlich wird erwartet, dass die Inflation in den nächsten Jahren auf die angestrebten 2% steigen wird. Verständlich, da die chinesische Wirtschaftspolitik immer erfolgreich ist.

    Nordafrika: 40,8% Als ich das gelesen habe musste ich an die Arabellion denken, wobei wahrscheinlicher sein wird, dass eher die nächste Auswanderungswelle kommen wird. Wir wissen natürlich wie so eine Inflation entsteht: Die Regierung hat kein Geld, will aber die wütende Bevölkerung mit Geld „besänftigen“, weshalb sie das Geld drucken lässt. Nordafrika ist halt nicht Deutschland, das noch Kredit hat.

  4. Ich vermute, Inflation ist das notwendige Ziel für Entschuldung.

    Mal gespannt, ob die EZB ihre Zielgrenze anhebt, die 2% sind ja schon Quatsch, also warum nicht noch mehr Quatsch, wenn man damit schon angefangen hat.

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