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Das wird ein heißer Herbst - Verteilungskämpfe! Inflation: Bundesbank erwartet Teuerung von +10% im Herbst

Bundesbank Inflation

Die deutsche Bundesbank erwartet im Herbst eine Inflation in Deutschland von 10% – das geht aus ihrem heute vorgelegten Monatsbericht hervor.

„Für den Herbst erwarten die Fachleute neue Höchststände bei der Inflationsrate. Mit dem Auslaufen der Maßnahmen des Ent­lastungspakets im September dürfte diese nochmals spürbar steigen. Für zusätz­lichen Kostendruck sorgen in den nächsten Monaten laut Bericht die Anhebung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns und die Abwertung des Euro. Außerdem soll im Oktober eine Umlage auf die Gastarife eingeführt und gleichzeitig der Mehrwertsteuersatz auf Gas gesenkt werden. „Insgesamt könnte die Inflationsrate im Herbst eine Größenordnung von 10 Prozent erreichen“, schreiben die Expertinnen und Experten. Der Inflationsausblick bleibe vor allem durch die unklare Lage an den Rohstoffmärkten allerdings außerordentlich unsicher, wobei die Preisrisiken nach Einschätzung der Bundesbank derzeit weiterhin eher aufwärtsgerichtet sind.“

Inflation: Die Lage wird immer dramatischer

Haupttreiber der Inflation sind sicherlich die Energiepreise – alleine heute steigen sowohl der Gaspreis als auch der Strompreis wieder zweistellig. Für Konsumenten und Firmen wird damit die Lage immer dramatischer. Das wiederum dürfte die Nachfrage deutlich senken – die Bundesbank erwartet daher, dass die deutsche Wirtschaft im Winterhalbjahr 2022/2023 schrumpfen wird, also in eine Rezession fällt.

Die Wahrscheinlichkeit für eine nahende Rezession steigt mit den immer weiter kletternden Energiepreisen und der damit immer höheren Inflation von Tag zu Tag – besonders im Herbst dürfte aufgrund des Schocks über die gestiegenen Energie-Rechnungen die Konsumenten immer zurückhaltender werden.

Für eine dauerhaft hohe Inflation sprechen jedoch auch strukturelle Faktoren, vor allem der Arbeitskräftemangel. Das Thema Inflation dürfte daher bei den anstehenden Lohnverhandlungen immer wichtiger werden, erwartet die Bundesbank – mit der Folge drohender Zweitrundeneffekte:

„Zudem ist der Preisauftrieb inzwischen breit angelegt. Die Inflationsrate in der engeren Abgrenzung ohne Energie und Nahrungsmittel
hielt sich in den Industrieländern auf hohen 5%. Perspektivisch sollte sich zwar der Preisanstieg auf den vorgelagerten Stufen angesichts der nachlassenden globalen Konjunktur und teilweise bröckelnder Rohstoffpreise allmählich abschwächen. Die Aufwärtsrisiken für die Teuerung sind aber hoch. Insbesondere im Fall eines vollständigen Gaslieferstopps aus Russland stünden weitere Preissprünge bei Energie an. Aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage in einigen Industrieländern könnten zudem kräftige Lohnsteigerungen zu unerwünschten Zweitrundeneffekten führen.“

Bundesbank: Verteilungsspielraum wird kleiner

Arbeitnehmer werden also höhere Löhne fordern – aber die Arbeitgeber leiden selbst an den massiv gestiegenen Kosten, sichtbar in Erzeugerpreisen auf Allzeithoch mit einem Anstieg von 37,2% zum Vorjahresmonat. Da könnten harte Verhandlungen ins Haus stehen im Herbst, ahnt auch die Bundesbank – denn der zu verteilende Kuchen wird durch die Inflation immer kleiner:

„Die nach wie vor hohe Unsicherheit, die vor allem von den Auswirkungen des Ukrainekriegs ausgeht, sowie die teilweise hohe Kostenbelastung der Unternehmen wirkten höheren Abschlüssen entgegen. Diese dämpfenden Faktoren bleiben zwar bestehen, und der Verteilungsspielraum wird durch die gestiegenen Importpreise für Energie geschmälert. Der anhaltende Kaufkraftverlust wegen der hohen Inflation wird in den
anstehenden Lohnverhandlungen aber voraussichtlich an Bedeutung gewinnen. Auch aufgrund der zunehmenden Arbeitsmarktknappheiten zeichnet sich ein höherer Lohndruck als im zweiten Quartal ab.“



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5 Kommentare

  1. Ab 2023 soll es ja noch das Bürgergeld geben.

    Da werden dann viele Bürger zu Hause bleiben, die Miete wird dann bis vom Staat bezahlt > also auch von dir.

    Schon heute gibt es einen Arbeitskräftemangel – ich mag mir die Zukunft ab 2023 einfach nicht vorstellen.

  2. Auch wenn ich mich wiederhole:
    In meiner Stadt ist die Inflation schon längst bei 10% angelangt. Und trotzdem kaufen die deutschen Urlaubsgäste alles zusammen, was eine Handelsstadt so bietet.
    Jede Menge Nachfrage nach Rolex-Uhren, sagt mir ein Uhrenhändler, aber es gibt keine mehr.
    Man muß das mal erlebt haben, wenn sich an Regentagen die ganze Touristenmasse nach stundenlangen Stau’s (mehrheitlich große Daimler und Bmw’s) in die sündteure Stadt ergießt und mit Euros buchstäblich um sich wirft.
    Das ist der arme deutsche Mittelstand, der ja so unter Sanktionen, Energiekrisen leidet und von den Südstaaten so schamlos ausgenützt wird.

    1. Naja, wenn einem die Argumente ausgehen, wird man unhöflich.

  3. Das war die ENERGIEWENDE.Die Energiewende mit Gasbackupkraftwerken ist vorläufig gescheitert.
    Haben wir in den letzten 20 Jahren was verpasst?
    Hat uns die Bundesregierung und die LeitMedien uns ausführlich über die Gaskraftwerkökogeschichte informiert?
    Jetzt wird immer und überall davon gesprochen.
    Was haben wir von der Nationalen Energiewende mit Gas gehört?
    Da hab ich wohl geschlafen.
    Schlaf ein Michl. Schlaf ein, Morgen ist wieder Sonnenchein.

  4. Und was ist mit dem Co2 Zertifikaten.
    Können wir uns das jetzt Leisten?
    Jetzt wird Kohle eingesetzt, das gibt Co2 Zert. Kohle.
    Super Geschäftsmodell.
    Aussetzten ist JETZT DIE DEVISE.

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