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Inflation bei 4,5 Prozent im Detail – Energie-Rallye und Sondereffekte

Brennender Geldschein

Die deutsche Inflation für den Monat Oktober wurde heute früh endgültig mit 4,5 Prozent bestätigt nach den vorläufigen Angaben vom Monatsanfang. Jetzt liegen die Detaildaten vom Statistischen Bundesamt vor. 4,5 Prozent ist der höchste Wert seit August 1993! Die Grafik zeigt den Verlauf der Inflation seit dem Jahr 2016. In der roten Linie, die die Teuerungsrate für Energiepreise zeigt, erkennt man den Preistreiber Nummer 1.

Temporäre Sondereffekte weiterhin wichtiger Faktor für die Inflation

Die hohe Inflation hat verschiedene Gründe, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020. Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze im 2. Halbjahr 2020 und der Preisverfall der Mineralölprodukte im Vorjahr wirken sich laut der aktuellen Aussage der Statistiker erhöhend auf die aktuelle Gesamtteuerung aus. Zusätzlich wirken ihrer Meinung nach zunehmend krisenbedingte Effekte, wie Lieferengpässe und die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich ebenfalls auf die Verbraucherpreise niederschlagen.

Energiepreise steigen extrem stark an

Die Verbraucherpreise für Energieprodukte lagen mit +18,6 Prozent deutlich über der Gesamtteuerung. Die Teuerungsrate für Energie hat sich den vierten Monat in Folge erhöht. Wesentlich dafür waren laut den Statistikern die Basiseffekte, da wir die aktuellen Preise mit den sehr niedrigen Preisen des Vorjahres vergleichen. Gleichzeitig wirkten sich die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe und die erneut gestiegenen Rohölpreise auf dem Weltmarkt erhöhend auf die Teuerungsrate der Energieprodukte aus, so der Kommentar der Statistiker. Ein Haupttreiber für die Inflation: Mit +101,1 Prozent verdoppelten sich die Preise für Heizöl binnen Jahresfrist, ferner wurden die Kraftstoffe merklich teurer (+35,0 Prozent). Auch die Preise für Erdgas (+7,4 Prozent) und Strom (+2,5 Prozent) erhöhten sich.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 4,4 Prozent

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Oktober 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,4 Prozent. Spürbar teurer wurden zum Beispiel Molkereiprodukte und Eier (+6,0 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+5,0 Prozent). Insgesamt verteuerten sich die Verbrauchsgüter um 8,7 Prozent. Auch die Preise für Gebrauchsgüter erhöhten sich (+3,7 Prozent, darunter Fahrzeuge: +7,2 Prozent; Möbel und Leuchten: +5,0 Prozent).

Inflation bei Dienstleistungen unterdurchschnittlich

Die Inflation bei Dienstleistungen insgesamt lag im Oktober 2021 bei 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 Prozent. Deutlicher erhöhten sich unter anderem die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,5 Prozent), Leistungen sozialer Einrichtungen (+4,7 Prozent) sowie für Gaststättendienstleistungen (+3,8 Prozent).

Grafik zeigt Details zur deutschen Inflation seit dem Jahr 2016



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