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Inflation: Die Folgen für die Haushalte in den USA

Seltsamerweise ist für den großen Kostenfaktor Energie keine eigene Kategorie vorgesehen..

Inflation und die Haushalte

In den letzten Tagen wurde wieder einmal ein Hauptaugenmerk auf die Entwicklung der Inflation in den USA gelegt – und auf eine mögliche Änderung der Notenbankpolitik. Dabei hatte sich die Federal Reserve ein Jahrzehnt lang bemüht, die Inflation auf ein höheres Level anzuheben. Als dieses erreicht wurde, sprach Fed-Chef Powell plötzlich davon, dass man auch ein Überschießen der Inflation über die 2 Prozentmarke nicht verteufeln werde. Dabei hat die Entwicklung bei den einzelnen Preiskomponenten in den US-Haushalten ganz unterschiedliche Auswirkungen.

Hier ein Blick auf diese in ihrer mehrjährigen Entwicklung.

Inflation: Die acht Komponenten des US-Inflationskorbs

Die Liste ordnet sich zwar an den Grundbedürfnissen des Menschen aus: Nahrung, Unterkunft und Bekleidung, man gibt den Komponenten aber natürlich unterschiedliche Gewichtungen.

Die Komponenten der Inflation

Eine merkwürdige Kategorisierung. Transportkosten stehen vor der medizinischen Versorgung, die Ausgaben für Erholung und Freizeit vor Ausbildung und Kommunikation. Und „Other Goods and Services“ beinhaltet Posten wie Tabak, Kosmetik, Finanzdienstleistungen und Bestattungskosten. Aber seltsamerweise ist für den großen Kostenfaktor Energie keine eigene Kategorie vorgesehen, er versteckt sich unter Housing und Transportation.

Hier ein Blick auf die Entwicklung dieser Komponenten der Inflation seit dem Jahr 2000:

Die Entwicklung der Komponenten der Inflation

Grafik: Advisor Perspectives

Bemerkenswert, der große und kontinuierliche Anstieg der Gesundheitskosten. Sehr volatil der Transportsektor, in dem die Ölpreise enthalten sind und die im letzten Jahrzehnt schon zwischen 20 und 140 Dollar geschwankt sind. Ganz am Ende Bekleidung, ohne jeglichen Preisanstieg seit zwei Jahrzehnten.

Der große Einfluss der Kosten für Energie auf die Inflation

In der nächsten Grafik werden Energiekosten, schattiert dargestellt, in ihrem wilden Auf und Ab gezeigt. Diese Volatilität beeinflusst in besonderem Maße natürlich den Transportsektor und auch die privaten Haushalte, ganz unterschiedlich und in Abhängigkeit ihrer jährlichen Fahrleistungen sowie ihrer Heizkosten:

Energiepreise und Inflation

Aber am extremsten sind die Kostensteigerungen für die Ausbildung der Kinder (College Tuition and Fees), als Unterkategorie der Komponente Ausbildung und Kommunikation. Ein kontinuierlicher Anstieg, ein „inflation nigthmare“ – mit Ausnahme der Plateaubildung im Jahr 2020, aber die war den staatlichen Maßnahmen infolge Corona geschuldet:

Ausbildungskosten in den USA

Eine weitere Merkwürdigkeit ist die Aufteilung bei der Kerninflation (Core Inflation). Inflation ohne Nahrungsmittel und Energie, aber gerade diese spielt eine große Rolle für den Verkehr sowie für die Brennstoffkosten für Wohngebäude.

Inflation und die Auswirkung auf die Haushalte

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es nicht die eine Inflationsrate für den Bürger, für die Haushalte. Geht es um Familien außerhalb der Städte mit langen Autofahrten – oder um Städter mit kurzen U-Bahn-Fahrten? Bei ganz einkommensschwachen Familien schlagen die Preissteigerungen bei Lebensmitteln jedenfalls mächtig ins Kontor.

Unabhängig davon, welche Priorität Kosten in einem Privathaushalt einnehmen: Inflation wird es stets einen schmerzhaften Einfluss auf Familien mit einem niedrigen Einkommen haben und fixen Ausgaben, für Fahrten, für medizinische Aufwendungen und auch speziell für die Ausbildung der Kinder. In der Gewichtung des CPI ist das sehr niedrig angesetzt, für betroffene Familien sieht dies aber anders aus. Ein wesentlicher Faktor für die Ungleichheit auf dem US-Bildungssektor.

Fazit

Egal wie man einen Warenkorb auch gestaltet, es gibt x-fach unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Haushalte, ob in der Stadt oder auf dem Land lebend, ob mit oder ohne Kinder in Ausbildung.

Aber ein Preisfaktor hatte noch immer Auswirkung auf die gesamte Gesellschaft, auf Haushalte, auf das produzierende Gewerbe sowie den Dienstleistungssektor: es sind die Teuerungsraten für Energie. Stiegen diese zu schnell in große Höhen, hatte das Wachstum stets gelitten und es war stets mit ein Auslöser für rezessive Phasen. Deshalb wird es auch zu Zeiten des energetischen Umbaus von Gesellschaften noch immer auf den Preis von Öl und seinen Derivaten ankommen. Und deshalb auch versucht die Biden-Regierung die Benzinpreise zu drücken.



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