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Inflation rollt – so viele Firmen wie nie zuvor wollen ihre Preise erhöhen

Staubsauger saugt Geldscheine auf

Die Inflation rollt mit voller Wucht. Nicht nur dass die Bundesbank für die in wenigen Tagen anstehenden Verbraucherpreise einen Sprung von 4,5 Prozent auf 6 Prozent erwartet. Heute früh wurden die deutschen Importpreise für Oktober mit einem unglaublichen Anstieg von 21,7 Prozent gemeldet – der stärkste Anstieg seit 41 Jahren! Wenn Vorlaufindikatoren derart explodieren, werden hohe Preise weitergegeben. Und heute früh sehen wir auch weitere Indizien, dass die offizielle Inflation (Verbraucherpreise) offenbar weiteren Druck erlebt.

Inflation durch von Unternehmen erhöhte Preise

Denn das ifo-Institut meldet heute früh, dass derzeit so viel Firmen in Deutschland ihre Preise erhöhen wie nie zuvor. Der Index der ifo-Preiserwartungen ist auf 45 Punkte gestiegen, einen neuen Rekordwert seit dem Beginn der Umfragen des Instituts. Die Grafik zeigt den Verlauf der Preiserwartungen seit dem Jahr 2005. Im Vormonat lag der Wert bei 41 Punkten. Das ifo Institut fragt dabei Firmen nach Plänen für Preiserhöhungen in den kommenden drei Monaten.

Laut ifo bleibt es natürlich nicht ohne Folgen, wenn so viele Unternehmen wie nie zuvor ihre Preise anheben wollen. Die Inflation solle bis Ende des Jahres auf knapp 5 Prozent steigen und auch im kommenden Jahr zunächst spürbar über 3 Prozent liegen. Im Schnitt erwartet man beim ifo-Institut nun eine Inflationsrate von 3 Prozent in diesem Jahr und zweieinhalb bis 3 Prozent im Jahr 2022.

Die Rekorde bei den Erwartungen zu Preisanhebungen ziehen sich laut ifo durch alle Wirtschaftszweige. Im Handel liegen die Preiserwartungen bei 65 Saldenpunkten, gefolgt von der Industrie mit 56. Im Baugewerbe wurde ein Wert von 44 erreicht. Der geringste Wert mit 32 Saldenpunkten wurde bei den Dienstleistern gemessen. Dennoch stellt das auch für diesen Wirtschaftszweig einen Rekordwert dar.

Warum so viele Unternehmen ihre Preise anheben wollen

Ursache für den Anstieg der Preiserwartungen sind laut ifo kräftige Preisschübe bei Vorprodukten und Rohstoffen, die Hersteller und Händler nun an ihre Kunden weitergeben wollen. Der weitere Verlauf dieser Kostensteigerungen stelle derzeit das größte Risiko für die mittelfristige Inflationsentwicklung dar. Sollten sich die Lieferengpässe fortsetzen, könnten die Preisanstiege bei Vorprodukten und Rohstoffen laut ifo weiter hoch bleiben. Zudem könnte in die anstehenden Tarifabschlüsse ein Ausgleich für die hohen Kaufkraftverluste der Arbeitnehmer*innen einfließen und somit einen weiteren Kostenschub bei den Unternehmen verursachen. FMW-Anmerkung: Das wäre dann die Lohn-Preis-Spirale. Unternehmen erhöhen Preise wegen den teuren Vorprodukten. Weil die Lebenshaltungskosten dadurch teurer werden, verlangen die Arbeitnehmer nach höheren Gehältern. Deswegen wollen dann deren Arbeitgeber wiederum ihre Preise noch mehr anheben, um die höheren Gehälter bezahlen zu können usw. Und die Inflation wird durch so einen Effekt weiter angeheizt.

ifo-Grafik zeigt mit steigenden Preiserwartungen Druck auf Inflation



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