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Warum für Inflation die Geldumlaufgeschwindigkeit wichtig ist

Hannes Zipfel

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Gelddrucken allein sorgt nicht für steigende Preise. Damit dies geschieht, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine der Wichtigsten ist die Zunahme der Geldumlaufgeschwindigkeit. Doch wie wird diese gemessen und wie entsteht Inflation?

Inflation, Teuerung und Geldmenge

Nicht erst seit der Weltfinanzkrise oder der aktuellen Corona-Krise wurde Geld gedruckt, um Löcher in Bankbilanzen zu stopfen oder Staatsschulden zu finanzieren. Wann immer die Notenbanken Geld aus dem Nichts schöpfen, findet Inflation statt, was per Ursprungsdefinition nichts anderes als die Ausweitung der Geldmenge beschreibt (Lat. Inflatio = „Aufblähen“ der Geldmenge). In unserem heutigen Geldsystem schöpfen aber nicht nur die Notenbanken Geld aus dem Nichts, sondern auch die Geschäftsbanken über das Teilreservesystem. Die Banken sind sogar für den überwiegenden Teil der Geldschöpfung via Kreditvergabe an Schuldner verantwortlich. Es kommt also bei der Inflation im Sinne der Geldmengenausweitung nicht nur darauf an, wie viel Geld die Notenbanken drucken und verteilen, sondern auch auf die Kreditvergabe der Banken.

Momentan führt die Geldschöpfung aus beiden Quellen beispielsweise in den USA zu einem Anstieg der Geldmenge M2 im März 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat von 11 Prozent. Im Februar waren es noch 7,2 Prozent. Die letzten verfügbaren Daten zum 13. April 2020 zeigen eine Jahresveränderungsrate der Geldmenge M2 von bereits +15.9 Prozent. Die Inflation der Geldmenge gewinnt also an Schwung. Die Geldmenge M2 setzt sich übrigens aus allem Bargeld, Giralgeld (Sichtguthaben) sowie geldähnlichen Vermögenswerten, wie z. B. kurzfristig liquidierbaren Spareinlagen oder Wertpapieren mit kurzer Laufzeit zusammen.

Obwohl die US-Geldmenge aktuell prozentual zweistellig steigt, bleibt die Teuerung, gemessen an einem vordefinierten statistischen Warenkorb, aktuell gering. Der Konsumentenpreisindex in den USA stieg gemäß den am Donnerstag veröffentlichten Daten im Monat März 2020 lediglich um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Im Februar betrug die Preissteigerungsrate noch 1,8 Prozent. Ein wichtiger Grund für die abnehmende Teuerungsdynamik waren die kollabierenden Energiepreise (Rohöl, Erdgas, Heizöl, Benzin, Diesel etc.). Ein weiterer Grund ist die ansteigende Sparquote. Wegen der Corona-Krise und den ohnehin hohen Schulden nutzen viele Amerikaner das vom Staat zur Verfügung gestellte Geld aus dem Billionen-Notprogramm der Trump-Administration zum Abbau von Verbindlichkeiten und bilden Rücklage für noch schlechtere Zeiten. Dadurch steigt die Haltedauer des Geldes und die Geldumlaufgeschwindigkeit sinkt. In Folge dessen sinkt auch die Nachfrage, trotz explodierender Geldmenge. Die Preise steigen selektiv nur dort an, wo Knappheit herrscht oder eine Sondernachfrage existiert, wie zum Beispiel bei Mund- und Nasenmasken.

Die Geldumlaufgeschwindigkeit

Im makroökonomischen Sinne beschreibt die Geldumlaufgeschwindigkeit (V) die Summe aller realen Transaktionen einer Volkswirtschaft im Verhältnis zum Geldbestand, z. B. der Geldmenge M2. Zur Berechnung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch die Geldmenge dividiert (V=BIP/M2). Zum 31. März lag die Geldumlaufgeschwindigkeit in den USA bei 1,374 – das ist der niedrigste jemals gemessene Wert seit der Datenaufzeichnung durch die Federal Reserve Bank.

Inflation durch gedrucktes Geld - die Fed-Zentrale in Washington DC

Nun ist es logisch, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (V) sinkt, wenn massiv Geld durch die Notenbank erzeugt wird und die Geldmenge M2 dadurch prozentual zweistellig ansteigt aber gleichzeitig die wirtschaftliche Aktivität (BIP) unverändert bleibt. Das zusätzliche Geld wird gehortet und damit nicht nachfragewirksam. Im ersten Quartal schrumpfte das US-BIP jedoch gemäß vorläufiger Zahlen sogar um annualisiert 4,8 Prozent. Damit sinkt der Wert V zusätzlich. Würde im gegenteiligen Fall das BIP ansteigen und die Geldmenge gleichbleiben, würde die Geldumlaufgeschwindigkeit ansteigen, ebenso wie die Preise.

Bargeldverbot, Negativzinsen und Schwundgeld als Schlüssel zur Inflation

Natürlicherweise steigt die Geldumlaufgeschwindigkeit, wenn sowohl Geld als auch die Bereitschaft vorhanden ist, dieses auch auszugeben. An Geld (M2) mangelt es derzeit gesamtwirtschaftlich nicht. Aber die Neigung zu Investieren und zu Konsumieren ist aktuell so gering ausgeprägt wie während der Weltfinanzkrise. Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 erfolgreich sein und die Wirtschaft langsam wieder Tritt fassen, würde das zusätzliche Geld auf eine steigende Ausgabenbereitschafts treffen und mehr und mehr nachfragewirksam werden. Die Geldumlaufgeschwindigkeit würde wieder ansteigen, ebenso wie die Preise.

Kommt es jedoch zu einer ausgeprägten und lang anhaltenden Schulden-, Finanz- und Wirtschaftskrise, dann wird die Sparquote weiter steigen, die Einkommen weiter sinken und der Konsum sowie die Investitionen werden weiter schrumpfen.
In diesem Fall müsste die Geldumlaufgeschwindigkeit durch staatliche Sanktionen künstlich erhöht werden, um Nachfrage zu erzeugen und die Wirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren.

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Seiten: 1 2

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    1. Mai 2020 18:32 at 18:32

    Guter Artikel. Ich möchte aber noch auf einen Aspekt hinweisen.

    Am Ende entscheidet ausschließlich der Konsum. Denn Produktionsmittel brauchen wir nur um Güter zu erstellen, die wir konsumieren. Weshalb die Wirtschaftsleistung auch nicht „überwiegend vom Konsum“ abhängt, sondern ausschließlich.

    Der Staat könnte zwar jetzt z.B. Abgaben und Zinsen dramatisch senken und sich weiter verschulden. Startet er dann noch Investitionsprogramme spült er zusätzliches Geld in breite Schichten. Aber auch das muss noch keine Inflation auslösen, denn dazu müssen zwei Dinge passieren. Die Beschäftigten müssen in der Lage sein ihre Einkommen zu erhöhen und die Güterlieferanten ihre Preise. Für beides fehlen im Moment die strukturellen Rahmenbedingungen.

    Militär stellt übrigen die maximale Form des Konsums dar. Ihr Zweck besteht entweder darin irgendwann ohne reale Nutzung wieder verschrottet zu werden oder sich selbst und auch noch andere Güter zu zerstören.

    • Avatar

      Shong09

      2. Mai 2020 23:36 at 23:36

      Sehr guter Gedankengang.

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    Brigitte

    1. Mai 2020 21:19 at 21:19

    Bestes Mittel um die Wirtschaft in Deutschland (EU) wieder anzukurbeln, wäre eine komplette Streichung der Mehrwertsteuer!!!!!
    Als Ersatz könnte damit angefangen werden, Abschreibungen (Investitionen), welche innerhalb der Betriebe in direkter Konkurrenz zu den Arbeitnehmern stehen, zu besteuern.
    Und weil wir schon dabei sind – auch jeglicher Gewinn, der hauptsächliche Gegenpart der Neuverschuldung, sollte besteuert werden.
    Also:
    Streichung der Mehrwertsteuer und der derzeitigen Besteuerung des Arbeitnehmerentgelts und der Unternehmen
    Einführung einer prozentual einheitlichen Steuer auf jeglichen Gewinn, den Abschreibungen und dem Arbeitnehmerentgelt

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    Peter Sallister

    2. Mai 2020 05:18 at 05:18

    Das haben sie schön erklärt Herr Zipfel.
    Man könnte das mal ergänzen mit Vorschlägen, wie sich heute jemand auf ev. zu erwartende „unangenehme“ Maßnahmen von oben vorbeugend einstellen könnte.

    Die Psychologie und in diesem Fall die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage spielt eine große Rolle, denn viele Entscheidungen der Bürger werden mehr aus dem Bauch getroffen als daß jemand sich die Mühe macht wie Sie der Sache auf den Grund zu gehen.

    Ich glaube im Moment unterschätzen viele noch den Faktor Zeit. Noch ist das Rauf und Runter bei den Kursen aufregend. Und die Hoffnung da, daß sich in 3,4 Monaten alles mehr oder weniger wieder gerichtet hat.
    Es könnten aber auch 2,3 Jahre des steten, tristen und langweiligen Niedergangs kommen. Reserven gehen privat wie geschäftlich zu Ende, es wird eher billigseitig eingekauft, Auto-, Immomarkt und vieles mehr brechen dauerhaft ein um 30 %. Usw. usf.
    Gleichzeitig Schulden abbauen und stimulieren wird für den Staat auf längere Sicht eigentlich unmöglich oder es hat Folgen.
    In ein paar Monaten wird man sicher mehr sehen zumindest von der Tendenz her.
    Ich würde mir in den nächsten 6-12 Monaten längerfristige Investitions-Entscheidungen eigentlich verbieten wollen.

    Ich denke auch die Seite der Regierenden ist noch einige Zeit im Notfallmodus. Aber irgendwann kommt dann der Zeitpunkt wo dann „in Ruhe“ nachgedacht wird, an welchen Knöpfen man drehen möchte oder ob nicht noch eine paar neue Drehknöpfe dazukommen sollen.
    Bei diesem Nachdenken werden dann auch die Dinge wichtig sein die Sie in Ihrem Artikel ansprechen.

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    Kay

    2. Mai 2020 15:47 at 15:47

    Guter Artikel.
    Was meinen Sie genau mit „Diesen Versuch musste die US-Notenbank im Winter 2018 schon einmal abbrechen – noch ohne Krise und bei deutlich geringerer Gesamtverschuldung“?

    Um was gehts da genau, ein paar Sticherwörter zum Suchen würden schon reichen.

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      Shong09

      2. Mai 2020 23:34 at 23:34

      Bis Dez 2018 hat die FED die Zinsen über mehrere Quartale hinweg angehoben und QE reduziert bzw. die Geldmenge sogar reduziert oder dieses angekündigt. Die Anleihen, welche vorher in QE aufgekauft wurden, wurden regelmäßig bei Fälligkeit quasi gerollt, also durch neue ersetzt.
      Aufgrund des Markteinbruchs im Dez 2018 wurde der Vorgang abgebrochen und die Zinsen innerhalb von 8 Monaten wieder deutlich gesenkt

      • Avatar

        Kay

        3. Mai 2020 19:24 at 19:24

        Herzlichen Dank.

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    joah

    2. Mai 2020 20:40 at 20:40

    >>Hierzu könnte der Staat beispielsweise Konsumschecks an Privathaushalte verteilen, die mit einem engen Verfallsdatum versehen sind.<<

    Scheinaufschwung. Nullsummenrechnung.

    >>Sparen funktioniert mit Schwundgeld nicht. Die Geldumlaufgeschwindigkeit würde massiv ansteigen und das BIP mit nach oben ziehen.<<

    Freche Enteignung. Keine Ansparungen für größere Anschaffungen mehr möglich; Schuldensklaven.

    >>Eine deflationäre Depression á la 1929 ff. ist in einem ungedeckten Geldsystem mit theoretisch unendlich großer Geldmenge (Inflation) und ohne Bargeld jederzeit abwendbar.<<

    Gegenthese: nicht zwangsläufig. Man kann mit viel monetärer Inflation auch massive Deflation und ökonomische Depression erzeugen: entscheidend ist, wohin das Geld gepumpt wird.
    Ablehnung: Weder gibt es in finiten Zahlensystemen die Möglichkeit eine Unendlichkeit zu erreichen, geschweige denn mathematisch (nur ein virtuelles Behelfskonstrukt). Währungssysteme sind alle finite Zahlensysteme, egal wie groß die Anzahl erzeugter Einheiten sei. Genau dies hat weitreichende Implikationen.

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    Sabine

    3. Mai 2020 16:55 at 16:55

    In Twittermeldung schlägt Robert Schlick, als Grünenpolitiker Mitglied des Dresdner Stadtrates, vor, „dass wir die Wirtschaft jetzt mal gegen die Wand fahren. Lassen wir doch Tui und Co einfach mal absaufen. Und dan probieren wir etwas Neues aus, etwas das klima-, umwelt- und menschenfreundlich ist“. Schlick hat dies später gelöscht, denn es sei in ihrer „ursprünglichen Aussage ungünstig formuliert“. Na dann.
    Dagegen Palmer wird aus der Grünen Partei vielleicht ausgeschlossen, weil er die Wirtschaft retten wollte. So ein Depp.
    https://www.tag24.de/dresden/wirtschaft-jetzt-mal-gegen-die-wand-fahren-gruener-stadtrat-unter-beschuss-1486922

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      verwundert

      3. Mai 2020 21:13 at 21:13

      Worin liegt Ihr Problem? An der Wortwahl? Satzstellung? Person? Parteizugehörigkeit?

      Es ist immerhin sehr selten, wenn ein „Grüner“ mal ausnahmsweise vernünftig tickt: freie Märkte heißt auch, das man sich raus hält und nicht in kommunistischer Manier alles staatlich „unterfüttert“ bei der kleinsten Fluktuation (Verluste sozialisiert). Hart, aber korrekt.

      • Avatar

        sabine

        4. Mai 2020 12:40 at 12:40

        Falsch geraten.
        a) Er sagt ausdrücklich: „Ich schlage vor, dass wir die Wirtschaft jetzt mal gegen die Wand fahren“, nicht „fahren lassen“. Es geht also nicht um Hilfspakete oder Hubschraubergeld! Entlarvend sind auch seine Chefs in der Pardei. ‚Er müsse sich noch an die Artikulierung in der Politik gewöhnen.‘ Aha, Lügen, verstecken usw. Was Alternative Medien ja immer sagen. Denn ein Versprecher war das nicht!!! Man kann das auch nicht irgendwie noch gutdeuten. Höchstens in Ihrem Sinne, mit dem Geldschwemme-Stop.
        b) Es ist der grüne Kommunismus, der am Lockdown festhält, und gut, das dabei die Wirtschaft „absäuft“. Die Hotels sollen bitte ihre Öl-Heizung auswechseln. Dazu das ganze Plexiglasplastik und die Plastik-Mundschutz. (Textil dichtet nicht genug für Viren.)
        c) Diese Hysterie wieder mal.
        https://www.facebook.com/permalink.php?id=306265679397998&story_fbid=3248266491864554
        https://www.ruhr24.de/promis/sonja-zietlow-rtl-coronavirus-verschwoerung-theorie-beleidigung-facebook-dschungelcamp-aerger-zr-13654152.html
        Zietlow zählt die ganzen Professoren auf, die jetzt alle Verschwörungstheoretiker sind, wenn nicht „Rechts“, also Nazis. Oder „Reichsbürger“, das neue Schimpfwort.
        Palmer sagte z.B.: Der Shutdown treibe die Wirtschaft in den „Abgrund“ und könne nach WHO-Angaben vielen Kindern in ärmeren Ländern das Leben kosten. Dann meinte er rein mathematisch: man müsse abwägen, hierzulande würden möglicherweise nur das Leben Älterer um 1/2 Jahr verlängert, dort sterben Kinder. Das war natürlich gelinde gesagt „unpraktisch“. Natürlich will auch er jedes Leben retten. Ich will seinen verbalen Fehltritt nicht verteidigen, aber er wollte eigentlich wissenschaftlich abwägen. Das mußte man in Italien ja auch: Für wen die Masken, der Arzt mußte wählen, wen er sterben läßt! Nur so wollte Palmer sich ausdrücken. Pest und Cholera… Er hats ja sogar sofort korrigiert, aber die Heuler waren froh, ihn endlich abschießen zu können.

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          verwundert

          4. Mai 2020 18:36 at 18:36

          Sie reden sich ja regelrecht in Rage, kommen aber letztendlich wo ganz anders heraus, als Sie anfingen. Das kommt äußerst verwirrt rüber.

          • Avatar

            leftutti

            5. Mai 2020 02:15 at 02:15

            @Verwundert, seinen Sie nicht verwundert, wenn @sabine fünft Mal täglich einen zum Besten gibt. Wie gewohnt nach folgendem Schema:

            a) Ein Halbsatz zum eigentlichen Thema
            b) Ein halber Roman über links-grüne Verbrecher
            c) Ein doppelter Roman über Mainstream-Hysterie

            Seit sie von ihrer nach Milliarden bettelnden Automobilbranche in Zwangsurlaub oder Kurzarbeit geschickt wurde, hat sie leider Zeit und Frust genug, uns 4-6 Mal täglich zu allen möglichen Themen mit der ABC-Methode an den Rande des Wahnsinns zu treiben.

          • Avatar

            verwundert

            5. Mai 2020 09:41 at 09:41

            @LEFTUTTI: Danke für die Erklärung. Dann scheine ich nicht der einzige zu sein, welchem dies auffällt: Madame scheint sich einfach nur noch um ihren eigenen Narzissmus zu drehen.

  7. Avatar

    Erich Steiner

    4. Mai 2020 09:37 at 09:37

    Einwand zur These mit Schwundgeld ließe sich der Konsum ankurbeln:
    Das ist nicht der Fall. Wenn der Bürger nicht konsumieren will sondern
    den Wert aufbewahren möchte hat folgende Alternativen:
    1) Sein Geld in andere Währungen ohne negativ-Zinsen einzutauschen.
    2) Immobilien und Grundstücke zu kaufen
    3) Gold + Silber kaufen.
    Man wird kaum jemanden, der für das Alter sparen möchte, zum Konsum jetzt von irgendwelchen
    kurzlebigen Konsumgütern zwingen können.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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