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Inflation im Anflug? Erzeugerpreise mit höchstem Anstieg seit zehn Jahren!

Die Inflation ist in vollem Anflug? Denn die gewerblichen Erzeugerpreise für März liegen jetzt vor. Sie steigen so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Rauchende Industrieschlote

Zehn Monate am Stück gab es während der Coronakrise letztes Jahr deflationäre Erzeugerpreise. Dies sind man sehr gut im folgenden Chart, wo ein Balken für einen Monat steht. Der Chart reicht zurück bis Anfang 2018. Heute nun wurden vom Statistischen Bundesamt die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte für den Monat März veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2021 sind es +0,9 Prozent. Die aktuelle Steigerung stellt den höchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit November 2011 dar – damals waren es +4,6 Prozent.

Erzeugerpeise für Energie zeigen interessante Details

Die Inflation weht also unter anderem durch die Erzeugerpreise in die Geldbörsen der deutschen Verbraucher? Denn sie stehen als Konsumenten letztlich ganz am Ende der Preiskette. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber März 2020 war laut den Statistikern die Preisentwicklung bei Energie und bei den Vorleistungsgütern. Also vor allem der Ölpreis? Denn ja, im März 2020 lagen die Ölpreise dramatisch tiefer als in diesem Jahr. Und im April 2020, da gab es den totalen Absturz der Ölpreise am Terminmarkt. Dürften daher für April 2021 die Jahresvergleiche der Erzeugerpreise noch viel dramatischer ansteigen?

Ohne Berücksichtigung des Bereichs Energie waren die Erzeugerpreise laut den Statistikern gegenüber März 2020 nur 2,4 Prozent höher, statt 3,7 Prozent im Gesamtschnitt. Die Erzeugerpreise für Energie waren im März 2021 im Schnitt 8,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Aber da ist noch viel mehr als nur der Ölpreis, wenn man in die Details guckt. Die Veränderungsrate gegenüber März 2020 werde laut den Statistikern nämlich hauptsächlich durch den Anstieg der Strompreise (+9,6 Prozent) beeinflusst, darüber hinaus auch durch die seit Januar 2021 teilweise zusätzlich anfallende nationale CO2-Bepreisung auf das Inverkehrbringen CO2-verursachender Brennstoffe wie Mineralölerzeugnisse und Erdgas. So stiegen die Preise für Erdgas bei einer Jahresabgabe von 116.300 Megawattstunden an die Industrie ohne die CO2-Bepreisung um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, mit CO2-Bepreisung stiegen sie um 18,2 Prozent.

Preise für Schweine deutlich gefallen

Interessant sind auch folgende Details für die Erzeugerpreise. Vorleistungsgüter waren 5,7 Prozent teurer als im März 2020. Dies war der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Juli 2011 (damals +5,8 Prozent). Die Preise für Verbrauchsgüter waren im März 2021 hingegen um 1,4 Prozent niedriger als im März 2020. Nahrungsmittel waren 2,5 Prozent günstiger als im Vorjahr, verursacht insbesondere durch die Preisrückgänge für Schweinefleisch um 20,8 Prozent.

Erzeugerpreise als Chart seit Anfang 2018



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6 Kommentare

  1. Fragt sich halt, wie lange die Menschen das bezahlen können. Die „schönsten“ Erzeugerpreise nützen nichts, wenn die Produkte im Regal bleiben.

  2. Wenn alle Inflationsleugner die Produkte kaufen wird es noch genug Käufer geben.

  3. da ja jeder sein Zeug verkaufen möchte und viele auf unverkauftem Zeug sitzen, vermute ich mal das vieles auch noch preiswert rausgeht und der Druck auf steigende Preise dadurch nachlässt…im Endeffekt ist es auch so, dass hohe Energiepreise die Güter verteuern und dann auch wieder weniger Nachfrage nach sich zieht und damit auch die Energiepreise wieder etwas fallen…mal rauf mal runter….mal mehr Inflation mal weniger…wenn es wie in der Nahrungsmittelindustrie gemacht wird, dass die Packungsinhalte kleiner werden, dann hilft das auch dem Bundesdeutschen BMI…;o)

  4. In normalen Zeiten herrscht ruinöser Preis und Rabattkampf. Aus eigener 30 jährigen Verkauserfahrung und in Bezug zu einem Kommentar eines Einkäufers einer grossen Firma ist die Situation zur Zeit folgende.Bei der Beschaffung im Grosshandel wird nur über Lieferfristen diskutiert und der Käufer ist der Bittsteller, der Verkäufer macht den Preis.Auch der Detailhändler und sein Kunde haben somit die höheren Preise hinzunehmen und kann nicht unter Einkauf verkaufen.

    1. das ist mit Sicherheit korrekt…die Frage ist dann was für Produkte kauft und verkauft man und wie ist die Käuferneigung gegenüber zu teuer gewordenen Produkten…werden diese weiter konsumiert, weil sie gebraucht werden oder entsteht eine Neigung die Neuanschaffung hinauszuzögern…wird spannend wie sich die Kettenreaktion am Ende auflöst…

  5. Hä?,die Grafik ist ab März 20 bis Feb21(Lockdownverzerrungen) mind. aber bezogen auf die blauen Balken nicht zu gebrauchen. Ich erinnere an das Massaker am Ölmarkt,als es Öl geschenkt gab.
    Plus die Falschheit der Zahlen ,weil immer auf den Vorjahresmonat bezogen wird,denn dann wirken
    einmalige Systemferne Impacts überproportional.

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