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Inflation im Januar weniger kräftig? Schauen Sie auf diese beiden Charts!

Schere und Geldscheine als Symbole für Inflation

Wie hoch wird die Inflation im Januar ausfallen? Im Dezember war sie in Deutschland bei 5,3 Prozent angekommen. Wird die Teuerung im Januar geringer ausfallen? Viele Experten haben in den letzten Wochen über den im Januar entfallenden Mehrwertsteuereffekt gesprochen. Der ist auch durchaus zu beachten. Denn von Juni-Dezember 2020 hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer gesenkt. Folglich gab es im Zeitraum Juni-Dezember 2021 im Jahresvergleich deutlich steigende Verbraucherpreise (Inflation) aufgrund der wieder auf das alte Niveau angehobenen Steuer.

Aber nun wird der Januar 2022 der erste Monat ohne diesen Effekt sein. Dadurch wird die Inflation ausgebremst. Doch wird der Effekt so stark sein, um eine Teuerung von 5,3 Prozent oder weniger auszuweisen? Am nächsten Montag wird die Januar-Inflation für Deutschland verkündet, dann sind wir alle schlauer. Zwei Charts möchte ich an dieser Stelle präsentieren, die zumindest einen Wink geben für die These, dass die Verbraucherpreise doch noch kräftiger ansteigen, und dass im Januar und den Folgemonaten höhere Inflatoinsraten denkbar sind.

Zunächst sehen wir hier den Hinweis des Experten Javier Blas. Er verweist auf einen aus 23 Komponenten bestehenden Index, der diverse Rohstoffpreise enthält wie Weizen, Aluminium oder auch Öl. Der Spot-Preis für diesen Index hat ein neues Rekordhoch erreicht. Im Chart sehen wir den Verlauf seit dem Jahr 1990. Wenn Rohstoffe auf dem Weltmarkt immer teurer werden, treibt das auch die Preise für die deutschen Importeure, Großhändler und letztlich auch für die Einzelhändler, die dann von den Verbrauchern logischerweise höhere Preise für die Endprodukte verlangen!

Im folgenden Chart sehen wir im Verlauf der letzten zwölf Monate den Euro gegen den US-Dollar. Der Wechselkurs lag damals noch bei 1,2134, aktuell bei 1,1160. Man sieht ganz am Ende des Charts, dass der Absturz des Euro sich sogar noch beschleunigt. Denn die gestrigen Aussagen der Federal Reserve zementierten die nun kurz bevorstehende umfassende Zinswende in den USA. Deutlich steigende US-Zinsen, während man in der Eurozone im Keller bleibt. Das macht US-Anlagen und damit den US-Dollar attraktiver, weswegen er  gegen den Euro aufwertet. Was das mit der Inflation in Deutschland zu tun hat? Nun, auf dem Weltmarkt ist der US-Dollar mit weitem Abstand die Abrechnungswährung Nummer 1 für den Warenhandel, egal worum es nun geht, Kakao, Kaffee, Getreide, Öl… man könnte die Liste endlos fortsetzen.

Wenn also europäische Importeure auf dem Weltmarkt Waren einkaufen und in Dollar bezahlen müssen, steigen ihre Kosten, weil sie mehr Euros aufwenden müssten um genug Dollars für den Kauf der Waren zu beschaffen. Diese steigenden Kosten reichen sie auch an ihre Kunden weiter, wodurch letztlich am Ende der Preiskette höhere Kosten für die Endverbraucher stehen. Wo ein billigerer Euro den exportlastigen Konzernen in Deutschland hilft, schadet er den inländischen Konsumenten dank dieser importierter Inflation. Ob und wie stark sich der deutlich fallende Euro und die weiter stark steigenden Rohstoffpreise auf die offizielle Inflationsstatistik auswirken, werden wir am Montag sehen.

Euro vs US-Dollar im Verlauf der letzten zwölf Monate



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2 Kommentare

  1. Was mir gerade auffällt: Der Chart von diesem Bloomberg Commodity Spot Index hat große Ähnlichkeit mit dem Kupfer-Chart. Es könnte also ausreichen einfach auf den Kupferchart zu gucken…

  2. Na ja, viele Unternehmen haben damals die Senkung nicht weitergegeben und jetzt haben eh aufgeschlagen, da kam die Begründung MwSt. gerade recht. Die Senkung war eh nur ein Schaulaufen . Wir haben echt andere „Probleme“. Die Importpreise steigen aktuell erheblich. Die schlauen Chinesen drehen derzeit ein großes Rad – nur die Deutschen/Europäer merken es nicht. Lieber versuchen sie, die Energiepreise in die Höhe zu eskalieren, indem sie mit der Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen die Russen anzetteln. Den Franzosen macht dies eher wenig aus, haben sie ihre Kernenergie, die ihnen einen warmen Hintern beschert. Wir dürfen bald für das Ami-Gas bezahlen. Aber das muss das Volk eben aushalten….

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