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Inflation in der Eurozone trostlos: Liebe Leute im EZB-Tower, das ist doch nicht euer Ernst!

Die Negativzinsen und die Gelddruck-Orgie der EZB wirkt, so hört man es in den letzten Monaten von EZB-Offiziellen immer wieder. Man müsse mit zusätzlichen Maßnahmen nur „noch mal“ etwas nachlegen, dann komme die Inflation so richtig…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Negativzinsen und die Gelddruck-Orgie der EZB wirkt, so hört man es in den letzten Monaten von EZB-Offiziellen immer wieder. Man müsse mit zusätzlichen Maßnahmen nur „noch mal“ etwas nachlegen, dann komme die Inflation so richtig in Schwung. Gleichzeitig betonte man aber vor Kurzem der Ölpreis sei entscheidend, um die Inflation wieder in Schwung zu bringen. Das wissen wir eigentlich alle, nur warum braucht es dann überhaupt diese extremst lockere Geldpolitik der EZB? Wir haben auf diese Frage immer noch keine Antwort gefunden. Und heute dann kommt die aktuellste Inflationszahl für August auf den Tisch im Vergleich zum August 2015. Ein mageres Plus von 0,2%, wie wir vorhin schon berichteten. Eurostat im Zitat:

„Die jährliche Inflation im Euroraum im August 2016 wird auf 0,2% geschätzt, unverändert gegenüber Juli. Dies geht aus einer von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlichten Schnellschätzung hervor. Im Hinblick auf die Hauptkomponenten der Inflation im Euroraum wird erwartet, dass Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak im August die höchste jährliche Rate aufweisen (1,3% gegenüber 1,4% im Juli), gefolgt von Dienstleistungen (1,1% gegenüber 1,2% im Juli), Industriegütern ohne Energie (0,3% gegenüber 0,4% im Juli) und Energie (-5,7% gegenüber -6,7% im Juli).“

Unten in der Grafik kann man die Detailkomponenten einsehen. Nach wie vor zieht der Ölpreis alles runter. Warum also diese „Geldpolitik“? Ganz unten der heute aktualisierte Inflationschart der EZB. Ganz rechts sieht man in diesem Chart: Es tut sich nichts! Wir fragen erneut: Was nun? Wie die Japaner bald Aktien kaufen? Oder einfach jedem der vor dem EZB-Tower in Frankfurt entlang spaziert, Bargeld in die Hand drücken? „Bitte verkonsumieren Sie das Geld, kaufen Sie irgendwas, das im Preis steigen kann, bitte.“

Inflation Eurozone
Grafik: Eurostat

Inflation 2
Grafik: EZB

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    31. August 2016 16:10 at 16:10

    Inflation bei 0,2%, dass ich nicht lache!
    Wie ist dann zu erklären, dass das Briefporto von 2012 bis heute von 0,55 € auf 0,70 € angestiegen ist. Ein Anstieg um immerhin 27% in 4 Jahren.
    Oder ein noch besseres Beispiel:
    Der Preis der Säuglingsnahrung unseres zwei-jährigen Sohnes stieg von 6,95 auf nunmehr 11,45 €. Das bedeutet einen Anstieg von 64% in nicht mal zwei Jahren.

    Aber sicher sind das alles nur unglücklich gewählte Bespiele.

    • Avatar

      leser

      31. August 2016 17:43 at 17:43

      Sie liegen völlig richtig. Die wahre Inflationsrate hat so gut wie nichts mit dem Verbraucherpreisindex zu tun. Hier kommt man der Sache schon näher, http://www.ag-edelmetalle.de/charts/inflationsrate/. Oder noch einfacher: Inflation = Zuwachs M3 minus Zuwachs BIP. Dann liegt man im März 2016 bei 3,7% Inflationsrate. Das ist deutlich über dem Zielkorridor. Aufgabe der EZB ist ohnehin Geldwertstabilität, also 0% Inflation. Von einem Ziel „Inflation erzeugen“ steht in den Statuten absolut null.

      • Avatar

        Gixxer

        1. September 2016 08:38 at 08:38

        Vielen Dank für die Erläuterung.
        Die EZB macht was sie will!
        Kein Wunder, dass immer mehr gegen diese EZB-Diktatur sind und lieber raus aus der EU wollen (siehe Brexit).

  2. Avatar

    N. Ritter

    31. August 2016 19:25 at 19:25

    Da anscheinend die Energiepreise der EZB die Erfolgsbilanz verhageln, ist doch klar was als nächstes kommen muss: die EZB muss Öl, Strom und Emissionsrechte aufkaufen. Und da die schwarze Suppe auch irgendwo gelagert werden muss, am besten auch noch Tankschiffe, da freuen sich gleich zwei darbende Branchen ;-)

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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