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Europa

Inflation in der Eurozone: Erst einmal keine Sensation nach oben in Sicht

Nach wie vor tut sich also nichts bei der Inflation, die ja die Verbraucherpreise widerspiegelt. Was kommt vor den Verbraucherpreisen? Die wichtigen Industrie-Erzeugerpreise! Sie gelten als…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Letzten Donnerstag titelten wir Hurra! EU-Inflation steigt um +0,1% – Triumpf für Mario Draghi als sarkastische Anmerkung zu dieser minimalen Steigerung in die Pluszone. Nach wie vor tut sich also nichts bei der Inflation, die ja die Verbraucherpreise widerspiegelt. Was kommt vor den Verbraucherpreisen? Die wichtigen Industrie-Erzeugerpreise! Sie gelten als Vorläufer auf die Verbraucherpreise (Inflation).

Steigen die Erzeugerpreise nicht, können die Unternehmen auch keine höheren Gehälter zahlen, womit die Arbeitnehmer auch keine höheren Konsumausgaben tätigen können. Folge: Ausbleibender Preisdruck nach oben – soweit die einfache allgemeine Theorie. Also müssen erstmal die Erzeugerpreise der Industrie steigen, bevor die eigentliche Inflation steigen kann. Aber hier sieht es nach wie vor düster aus. Auch wenn die Statistiker aus Brüssel die Monatsveränderung von +0,6% von April 2016 auf Mai 2016 groß in den Vordergrund stellen: Das nützt leider kaum was. Wichtig sind die Veränderungen auf Jahresbasis, also wie die Preise im Mai 2016 im Vergleich zu den Preisen im Mai 2015 aussehen. Und da gibt es in der Eurozone ein Minus von 3,9%. Von Dezember bis April schwankten die jährlichen Vergleichszahlen zwischen -3 und -4,4%. Also immer noch keine Besserung in Sicht!

Eurostat im Originalwortlaut:

„Im Euroraum ist der Rückgang um 3,9% der Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt im Mai 2016 gegenüber Mai 2015 darauf zurückzuführen, dass die Preise im Energiesektor um 10,8%, für Vorleistungsgüter um 2,9% und für Verbrauchsgüter um 0,6% sanken, während sich die Preise für Investitionsgüter um 0,4% und für Gebrauchsgüter um 0,9% erhöhten. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt, ohne den Energiesektor, fielen um 1,2%. In der EU28 ist der Rückgang um 3,7% auf eine Abnahme in Höhe von 11,3% im Energiesektor, von 2,6% für Vorleistungsgüter und von 0,6% für Verbrauchsgüter zurückzuführen, während die Preise für Investitionsgüter um 0,6% und für Gebrauchsgüter um 0,9% stiegen. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt, ohne den Energiesektor, verringerten sich um 1,0%. Die Erzeugerpreise in der Industrie fielen in allen Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Malta (+0,9%). Die stärksten Rückgänge wurden in den Niederlanden (-8,2%), Griechenland (-8,1%), Kroatien (-6,3%) und der Slowakei (-5,9%) verzeichnet.“

Also, was sagt uns das? Sollten entgegen aller Erwartungen in den nächsten Monaten die Preise (Industrie + Verbraucher) doch anziehen, läge das wohl an den sich erholenden Energiepreisen! Wie in vorigen Artikeln fragen wir daher erneut: Wozu dann diese Billionen-schweren Anleihekäufe + Negativzinsen mit ihren extrem negativen Auswirkungen Herr Draghi?

Industrie-Erzeugerpreise 1

Industrie-Erzeugerpreise 3

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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