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Inflation in der Kaffeetasse – warum Tchibo die Preise anheben musste

Kaffeebohnen

Inflation überall wo man hinschaut! Und nun sieht es der Konsument auch beim Kaffeepreis. Deutschlands größter Kaffee-Röster Tchibo hat gestern angekündigt, dass man den Kaffeepreis deutlich anheben wird. Man habe lange gezögert, aber seit vergangenem Sommer seien die Rohkaffeepreise um 50 Prozent gestiegen. Dieser Entwicklung trage man jetzt Rechnung und passe nun die Verkaufspreise für Kaffee an, so Tchibo in seiner Mitteilung. Je nach Sorte und Herkunftsland werden die Preise zum 21. Februar zwischen 50 Cent und 1,30 Euro pro Pfund angepasst. Auf diese Weise können man weiterhin hochwertige Rohkaffees einkaufen und seine Partner in den Kaffeeanbauländern mit fairen Preisen unterstützen. Ein Pfund des Filterkaffees „Feine Milde“ werde demnächst 6,99 Euro kosten. Bereits im Juni 2021 hatte man die Preise je nach Sorte und Herkunftsland zwischen 50 Cent und 1 Euro je Pfund angehoben.

Warum die Preisanhebung bei Tchibo unvermeidlich war

Tchibo hat es in seiner Mitteilung angedeutet. Die Kaffeepreise auf dem Weltmarkt steigen. Dahinter stehen handfeste Gründe. Natürlich wären da abgesehen vom Kaffee selbst die Transportkosten, die weltweit explodiert sind. Nach den monatelangen Lockdowns gab es große Nachhol-Effekte, und die globalen Lieferketten sind auch jetzt noch ausgelastet. Daher sind Transportkapazitäten auf Schiffen gefragt, und die Kosten explodieren.

Aber eben auch der Kaffeepreis selbst steigt dramatisch an. Dies liegt an Ernteausfällen in Südamerika. Brasilien erlebte letztes Jahr nach schlimmeren Dürren auch Kältewellen, was sich verheerend auf die Kaffee-Ernte auswirkte. Dass sich dies auf den Kaffeepreis auswirkt, ist logisch. Als gäbe es für die deutschen Verbraucher nicht schon genug Ärger mit Gas, Benzin und sonstigen dramatisch steigenden Kosten, kommen nun vor allem dank witterungsbedingten Problemen in Südamerika zeitverzögert stark steigende Kaffeepreise hinzu.

Terminmarktpreise für Kaffee verdoppelt

Wenn der Einkaufspreis für Kaffee so dramatisch steigt, kann Tchibo gar nicht anders, als ihn zumindest teilweise an die Endkunden weiterzureichen – und zack, das nennt man dann Inflation! Schaut man auf die Weltmarktpreise, zeigt sich eine viel dramatischere Lage, also es für die Verbraucher im Kaffee-Regal bei Tchibo sichtbar wird. Denn egal ob man auf den US-Terminmarktpreis für Kaffee schaut, oder auf den Terminmarktpreis für Robusta – beide haben sich seit Ausbruch der Coronakrise verdoppelt. Der Großteil des Preisschubs fand aber erst seit Frühjahr 2021 statt.

Bei so stark steigenden Weltmarktpreisen konnte man wohl nicht länger auf Kosten der eigenen Margen die Preissteigerungen von den Kunden fern halten. Genau hier sieht man in einem Einzelposten, was im großen Bild bei den Daten des Statistischen Bundesamts seit längerem in Großhandelspreisen und Importpreisen sichtbar war. Seit geraumer Zeit steigen sie viel kräftiger an als die Verbraucherpreise. Aber nun reichen die Einzelhändler die gestiegenen Preise doch verstärkt an die Endkunden weiter, und die schon längst vorhandene kräftige Inflation, die man bei den Importeuren und Großhändlern sieht, wird nun auch verstärkt für die Endkunden sichtbar.

Chart zeigt Kaffeepreis am Terminmarkt seit Herbst 2019 TradingView Chart vergleicht US-Kaffeepreis mit Robusta-Preis am Terminmarkt seit Herbst 2019.



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