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Europa

Inflation in Deutschland nur auf den ersten Blick im positiven Bereich

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie immer stellt das deutsche Statistische Bundesamt die für Deutschland nach eigenen Maßstäben berechnete Inflationsrate in den Vordergrund, obwohl die weder für die EU noch die EZB interessant ist. Sie steigt gemäß heutiger Verkündung auf Jahresbasis von Mai 2015 auf Mai 2016 um 0,1%. Zitat Bundesamt:

„Dämpfend auf die Gesamtteuerung im Mai 2016 wirkte − wie bereits in den Vormonaten − die Preisentwicklung von Energie (− 7,9 %). Der Preisrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich jedoch den dritten Monat in Folge leicht abgeschwächt. Im Mai 2016 war unter den Energieprodukten der Preisrückgang bei Mineralölprodukten am stärksten (− 14,9 %, davon leichtes Heizöl: − 25,0 %; Kraftstoffe: − 12,0 %). Günstiger wurden auch andere Energieprodukte (zum Beispiel Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: − 9,2 %; Gas: – 2,6 %). Nur die Preise für Strom erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat (+ 0,9 %). Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im Mai 2016 bei + 1,2 % gelegen.“

Auf Monatsbasis laut Bundesamt:

„Ein wesentlicher Grund für den Preisanstieg war die Preisentwicklung bei Energie (+ 1,6 %): Binnen Monatsfrist zogen sowohl die Preise für leichtes Heizöl (+ 9,0 %) als auch für Kraftstoffe (+ 3,3 %, darunter Superbenzin: + 2,8 %; Dieselkraftstoff: + 5,1 %) deutlich an.“

Wir hatten es schon erwähnt, und sagen es jetzt nochmal: Wenn die Inflation in den nächsten Monaten tatsächlich wg. der Energiepreise wieder stärker anspringen sollte, wozu benötigte man in Europa dann die letzten 15 Monate überhaupt die Geldschwemme der EZB, die zum Wachstum wirklich nichts beitragen konnte?

Inflation 2
Die offizielle Inflation für Deutschland.

„Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland blieb im Mai 2016 unverändert gegenüber Mai 2015“, so das Statistische Bundesamt ganz ganz ganz am Ende seiner Meldung versteckt nach der letzten Tabelle. Es ist natürlich immer schöner ein Wachstum in den Vordergrund zu stellen.

Inflation
Die entscheidende Variante der Inflation für die EZB und EU, der HVPI, ist unverändert geblieben!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    bigben

    10. Juni 2016 11:46 at 11:46

    wenn ein (immer noch) schwergewicht spricht …

    https://news.guidants.com/#!Artikel?id=4722878

    ist vielleicht hilfreich zur mittelfristigen orientierung !

    grüsse an die reda und erholsames we, weiter so !

  2. Avatar

    Gerd

    10. Juni 2016 12:18 at 12:18

    Die bekanntgemachten Zahlen über die Inflationsrate ist für mich aber auch in die andere Richtung eine Farce. In Wirklichkeit – o.k., jeder hat seine eigene Wirklichkeit – ist sie für mich sowieso viel höher.

    In der Tabelle oben fiel mir der Rückgang (-2,3) im Bereich Verkehr auf. Ich benutze auschließlich den öffentlichen Nah- und Fernverkehr.
    Da hat es regelmäßig in den letzten Jahren (Bundesbahn wohl einmal nicht) im Dezember Preiserhöhungen gegeben. Selbst im letzten Jahr wurden diese u.a. rotzfrech noch mit gestiegenen Energiekosten begründet. Im Mai 2016 sind sie für mich nicht niedriger sondern höher als Mai 2015.

    Die berechnete Preissteigerungsrate wird auch dadurch gedrückt, dass aufgrund von Qualitätsverbesserungen, z.B. Kommunikationsbreich, PCs (Kapazität, Schnelligkeit) u.s.w.
    Preiserhöhungen nicht als solche erfasst werden.
    Dann müsste umgekehrt analog aber z.B. auch meine reduzierte Lebensqualität mit einfließen. Z.B. bei den Lebensmittelpreisen, dass ich mit dem Einkaufswagen von Monat zu Monat in immer länger werdenden Schlangen an den Kassen der Discounter wartend meine Freizeit verbringen muss.

    Und ob die Gewichtung des Warenkorbs – egal welche statistische Personengruppe man auch betrachtet – überhaupt angemessen ist?

    Und wo bleiben z.B. die angeblich doch gestiegenen Kosten für Medikamente, Arzt-und Krankenhausbehandlungen?
    Gehen die da auch mit ein? Oder erheben die Krankenkassen dafür schlichtweg „Zusatzbeiträge“ die aber im Warenkorb fehlen?

    Mein Fazit: Nichts Genaues weiß ich nicht.

  3. Avatar

    sabine

    10. Juni 2016 23:01 at 23:01

    Die Rechnereien sind der Trick. Niemand merkt eine fast 10-prozentige Preissenkung im Energiesektor. Das wäre dem Großteil der Bevölkerung sicher aufgefallen!!! Der Preis für PKW-Treibstoff bleibt seit einigen Jahren stabil, aber er sinkt nicht! Auch Heizöl nicht. Gas schon gar nicht. Strom schon zweimal nicht. Diese Lügen haben die Menschen langsam dick. Wie der obige Herr, können sich das Lügengebäude aber nicht erklären!!
    „Ein italienisches Restaurant. Der Espresso steht mit 2,55 Euro auf der Karte. Eine Portion Nudeln mit 16,50 Euro. Das sind mehr als fünf Mark für den Kaffee und 32 Mark für die Pasta. Hätte Ihnen das ein Wirt 2001 berechnet??? Aber nicht nur die Preise im Restaurant haben sich verdoppelt! …
    Dazu kommt noch die hedonische Methode des stat. Bundesamtes. (deutsch: „Lustzugewinn“. Ein Beispiel: ein neuer PC kostet 1100 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 1000 Euro. „Aber am Ausgang steht ein Statistiker und rechnet Ihnen vor: ‚Nein, nein! Das sehen Sie völlig falsch! Letztes Jahr hatte der PC zwei GHz. Jetzt hat der Prozessor vier GHz. Da haben Sie einen Lustzugewinn von 100 Prozent!! Und das für nur zehn Prozent mehr Geld.“ Für den Statistiker ist der Computer also viel billiger geworden. Das Ziel der Berechnungsmethode ist doch erreicht.“

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Fünfter Monat Deflation – Osteuropa koppelt sich ab

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Die Verbraucherpreise in der Eurozone für Dezember wurden soeben endgültig bestätigt mit -0,3 Prozent. Damit hängt man nun den fünften Monat in Folge in der Deflation. Die Energiepreise fallen weniger stark mit „nur noch“ -6,9 Prozent im Jahresvergleich nach -8,3 Prozent im November. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln fiel mit +1,3 Prozent geringer aus als in den Vormonaten mit +1,9 Prozent. Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa ganz klar nicht in der Deflation hängst, sondern ganz klar positive Preisentwicklungen hinlegt. Dadurch ist der Schnitt für die gesamte EU bei +0,3 Prozent. Gut sichtbar ist der Unterschied zwischen West- und Osteuropa in der ersten Grafik.

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Europa

ZEW Index etwas besser als erwartet – Exporterwartungen verbessert

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Jeden Monat wird der ZEW Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Januar) ist mit +61,8 Punkten etwas besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +60,0; Vormonat war +55,0).

Die Einschätzung der aktuellen Lage aber liegt bei -66,4 (Prognose war -68,5; Vormonat war -66,5) – damit sehen wir weiterhin eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage.

Laut ZEW sind es vor allem die verbesserten Exporterwartungen, die den Index nach oben gezogen haben!

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Europa

Autozulassungen in EU: Dezember-Zahlen glänzen, vor allem in Deutschland – warum wohl…

Claudio Kummerfeld

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Autos auf Parkplatz

Was für ein Schritt nach vorne. Wie der europäische Automobilverband ACEA heute früh meldet, haben die Autozulassungen im Dezember einen kräftigen Satz nach oben gemacht mit 1.031.070 PkW. Im November waren es noch 897.692 gewesen. Im Jahresvergleich zu Dezember 2019 ist es nur noch ein Minus von 3,3 Prozent! Und dieser Vergleich zum Vorjahr ist wohl der Entscheidende bei den Autozulassungen. Damit scheint die Krise optisch überwunden zu sein, nachdem der Autoabsatz in den letzten Monaten dank Corona brutal zusammengebrochen war.

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Vor allem die Autozulassungen in Deutschland stechen positiv hervor. Von Dezember 2019 zu Dezember 2020 sehen wir sogar einen Zuwachs von 9,9 Prozent, von 283.380 auf 311.394 PkW. Gerade für Deutschland ist die Lösung dieses Rätsels sehr einfach. Im Dezember galt noch letztmalig die reduzierte Mehrwertsteuer. Gerade Käufer von hochpreisigen Produkten konnten somit nochmal auf den letzten Drücker nette Summen bei der Mehrwertsteuer sparen. Und so haben wohl zahlreiche Kunden ihre für 2021 geplanten Autokäufe noch schnell in den Dezember 2020 vorgezogen, und haben die Absatzzahlen nach oben gedrückt. Vermutlich dürften in Deutschland dann die Zahlen in den ersten Monaten 2021 mau ausfallen, weil diese Käufer dann fehlen?

Italien und Frankreich haben mangels Sondereffekten im Dezember nicht so geglänzt wie Deutschland. Hier waren die Autozulassungen im Jahresvergleich rückläufig mit -14,9 Prozent und -11,8 Prozent. Schauen wir mal auf den Gesamtjahresvergleich von 2019 auf 2020. Da lag die Gesamt-EU mit 23,7 Prozent im Minus. Deutschland lag bei -19,1 Prozent, Italien bei -27,9 Prozent, und Frankreich bei -25,5 Prozent.

Grafik zeigt Autozulassungen in der EU im Dezember 2020 und Gesamtjahr

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