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Europa

Inflation in Eurozone +0,5% – dazu die aktuellsten Äußerungen von EZB-Mersch

Deutschland liegt mit 0,7% leicht über dem Schnitt, während Belgien mit +1,9% das Traumziel der EZB schon erreicht hat. Ohne Energie läge die Inflation europaweit schon jetzt bei…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Inflation auf Jahresbasis liegt im Oktober in der EU und in der Eurozone bei +0,5%. Das wurde heute in der Bestätigung der Vorabzahlen vermeldet. Deutschland liegt mit 0,7% leicht über dem Schnitt, während Belgien mit +1,9% das Traumziel der EZB schon erreicht hat. Ohne Energie läge die Inflation europaweit schon jetzt bei +0,7%.

Fast parallel zur Veröffentlichung der Daten hat heute EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch zur aktuellen Geldpolitik der EZB gesprochen. In einer Rede bei der „Euro Finance Week“ in Frankfurt ging er auf die Problematik ein, dass je länger die Geldschwemme und Negativzins-Politik dauere, desto größer die Nebenwirkungen sichtbar würden. Daher müsse so schnell wie möglich Schluss mit der aktuellen Politik sein. Zitat:

„Damit die Erholung nachhaltig ist, müssen wir vor allem die Ursachen dieses globalen Niedrigzinsumfelds angehen. Doch das kann die Geldpolitik nicht allein stemmen. Zudem sind unsere Maßnahmen nicht dazu ausgelegt, dauerhaft Teil des Systems zu sein. Sie sind als temporäre Maßnahmen eingesetzt worden und müssen daher so bald wie möglich wieder zurückgefahren werden.

Angesichts der Volumina der Kaufprogramme wird dafür einige Zeit erforderlich sein, aber ein dauerhafter Einsatz unserer Wertpapierkäufe beispielsweise würde Fehlanreize bei der Staatenfinanzierung setzten – eine Entwicklung, die letzten Endes gegen das Verbot monetären Staatsfinanzierung verstoßen könnte und somit nicht mit unserem Mandat vereinbar wäre.

Die wirtschaftliche Erholung kann somit nicht allein von der Geldpolitik getragen werden, sondern braucht Unterstützung aus der Politik. Im Wesentlichen geht es darum, eine Trendwende im globalen Wachstum herbeizuführen. Dazu gehört, die Fiskalpolitik, dort verstärkt einzusetzen, wo Raum und Notwendigkeit besteht.“

„Denn wir haben ein Mandat, das besagt, dass wir mittelfristig eine Inflationsrate von unter aber nahe 2% erreichen müssen. Je länger es dauert dieses Ziel zu erreichen, desto größter wird die Gefahr, dass sich die Nebenwirkungen unserer Maßnahmen verstärken. Während wir das unsere tun, um die Nebenwirkungen so gut es geht im Rahmen zu halten, muss die Finanzindustrie das ihre tun und sich den neuen Gegebenheiten nach Möglichkeit anpassen. Es gilt dabei zu vermeiden, dass Banken künstlich am Leben erhalten werden, indem Institute ungerechtfertigten Zugang zu Refinanzierungsgeschäften der Zentralbank erhalten. Hier gibt es Klärungsbedarf. Letzten Endes ist es in unser aller Interesse alles zu tun, um so bald wie möglich zu einem nachhaltigen Wachstumskurs zurückzukehren. Lassen Sie uns also keine Zeit verlieren.“

Mersch zeigt sich wie Mario Draghi fest davon überzeugt, dass die EZB Europa vor einer Deflation gerettet hat. Zitat:

„Ohne unser Handeln wäre die Wirtschaft des Euroraums wahrscheinlich in eine erneute Rezession gerutscht mit erhöhten Deflationsrisiken. Wir mussten also eingreifen und haben damit Schlimmeres verhindert. Unsere Analysen zeigen, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. Die Wirtschaft des Euroraums erholt sich, wenn auch langsamer als erwartet. Die Deflationsrisiken haben deutlich abgenommen.“

Mersch ist auch der Meinung, dass Banken nicht künstlich am Leben gehalten werden sollten. Zitat:

„Unter den Banken leiden besonders jene, deren Geschäft stark von der Fristentransformation und der Refinanzierung über Einlagen abhängt. Und da die Weitergabe von negativen Zinsen an den Privatkunden schwierig ist und die Einführung von Gebühren nur begrenzt Abhilfe schafft, werden einige Banken ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen. Auch Konsolidierung wird weiterhin notwendig sein, um auf lange Sicht die Effizienz zu steigern.

Schon jetzt sehen wir, dass sich die Sorge über die künftige Profitabilität der Banken in der Entwicklung der Bankaktien niederschlägt. So hat der Index der Banken im Euroraum zwischen August 2016 und August 2015 etwa 40% verloren. Dieser Rückgang wurde unter anderen von einem sich eintrübenden Ausblick für die Weltwirtschaft, sowie einer wachsenden Sorge um die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds und der faulen Kredite getrieben. Wenn die Aktien der Banken an Wert verlieren, steigen gleichzeitig deren Eigenkapitalkosten, was wiederum die Nettorendite von Krediten verringern könnte. Dies könnte dazu führen, dass Banken in Zukunft zu einer konservativeren Kreditvergabe neigen und die Kreditvergabekosten anheben. Interne Berechnungen haben ergeben, dass der Fall einer Bankaktie um etwa 10% die Unternehmenskreditvergabe um etwa 0,5 Prozentpunkte verlangsamt.

Zusammen mit anderen Faktoren, wie den teilweise noch hohen Anteilen an faulen Krediten in den Bankbilanzen, sowie regulatorischen Herausforderungen, könnte sich dies negativ auf die wirtschaftliche Erholung im Euroraum auswirken. Wir betrachten die Entwicklung in diesem Bereich deshalb sehr genau.
Was wir dabei vermeiden müssen, ist, dass Banken künstlich am Leben gehalten werden. Denn langfristig würde dies der wirtschaftlichen Erholung nur schaden, wie wir bereits in Japan sehen konnten. Außerdem gehört „Palliativ-Medizin für Banken“ schlicht nicht zum Aufgabenspektrum von Notenbanken.“

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Quelle: EZB / Eurostat

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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am

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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