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Europa

Inflation in Eurozone hat das EZB-Ziel schon erreicht – Mario Draghi hat ein echtes Problem!

Der offizielle Grund, warum die EZB für Billionensummen Anleihen aufkauft und die Zinsen quasi abgeschafft hat, war die „Angst vor der Deflation“. Das offizielle Ziel lautet die Inflation raufzubringen auf…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der offizielle Grund, warum die EZB für Billionensummen Anleihen aufkauft und die Zinsen quasi abgeschafft hat, war die „Angst vor der Deflation“. Das offizielle Ziel lautet die Inflation raufzubringen auf „unter 2%, aber nahezu 2%.“ Das mit dem „nahezu“ hat man ab heute offiziell erreicht. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat heute vermeldet, lag die Inflation in der Eurozone im Januar auf Jahresbasis bei 1,8%. Damit liegt man nahezu an 2%. So schreibt die EZB auf ihrer Infoseite zur Inflation als generelle Richtlinie Zitat:

„The primary objective of the ECB’s monetary policy is to maintain price stability. The ECB aims at inflation rates of below, but close to, 2% over the medium term.“

Noch im Dezember lag die Inflation (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) bei 1,1%, was auch schon einen kräftigen Schub gegenüber November darstellte. Dann erwartete man für Januar +1,6%, aber +1,8% wurden es dann heute. Nur mal so zur Info nebenbei: Spanien vermeldet heute ganz frisch für Januar eine Inflation von sogar +3% auf Jahresbasis. Eurostat im Zitat:

Im Hinblick auf die Hauptkomponenten der Inflation im Euroraum wird erwartet, dass Energie im Januar die höchste jährliche Rate aufweist (8,1% gegenüber 2,6% im Dezember), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (1,7% gegenüber 1,2% im Dezember), Dienstleistungen (1,2% gegenüber 1,3% im Dezember) und Industriegütern ohne Energie (0,5% gegenüber 0,3% im Dezember).

Mario Draghi hat nun wirklich ein Problem! Er hatte jüngst gesagt beim Erreichen des Inflationsziels könne man nicht mal eben so schnell die „geldpolitischen Maßnahmen“ (die ja eher Konjunkturmaßnahmen sind), abstellen. Erstens seien die Preise ja nur durch die Energiepreise gepusht worden. Und zweitens müsse man nun schauen, dass die Inflation sich in der ganzen Eurozone nach oben angleicht, und dass dieser Zustand auch über einen längeren Zeitraum konstant anhalte. Die Grundthematik hatten wir vor Kurzem schon näher besprochen.

Das Problem dabei ist, welches heute offenbar wird: Eben nicht nur Energie steigt kräftig im Preis mit +8,1% gegenüber Januar 2016. Der Bereich „Lebensmittel, Alkohol und Tabak“ steigt mit 1,7%, was ebenfalls „nahezu an 2%“ liegt. Weitere Detaildaten können Sie der Grafik unten entnehmen. Lebensmittel sind nun mal der Kern des „Warenkorbs“ für die Inflationsberechnung. Wenn die nun auch schon das Ziel erreicht haben, wird die Argumentationskette von Mario Draghi immer dünner. Wenn die Preise nun weiter steigen oder zumindest mehrere Monate konstant bei um die +2% bleiben, was will Mario Draghi dann für eine Ausrede finden, um seine Maßnahmen nicht einstellen zu müssen?

Könnte man eventuell anfangen zu argumentieren, dass konjunkturstützende Maßnahmen ja auch irgendwie ein Schutz gegen Deflation darstellen? Also pumpt man vielleicht weiter Geld für die Konjunktur mit der Begründung, dass das irgendwie indirekt auch gegen die Inflation schützt? Das ist jetzt natürlich nur eine argumentative Anregung für Mario Draghi unsererseits, denn er darf ja offiziell nur „Geldpolitik“ betreiben. Dann muss er eben seine wahren Motive so darstellen, dass sie auch Teil seiner Geldpolitik sind (Lacher…). Bisher waren europäische Gerichte stets pro EZB eingestellt, von daher dürfte man fast mit allen Argumenten durchkommen, warum man weiter Geld druckt und pumpt. Aber der Druck gerade aus dem Sparer-Land Deutschland dürfte weiter zunehmen. „Mario, bitte beende endlich, was immer Du da auch gerade tust.“


Die Inflation in der Eurozone seit Beginn des Euros. Der heutige Anstieg auf 1,8% ist schon eingearbeitet. Grafik: EZB


Grafik: Eurostat

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    31. Januar 2017 15:10 at 15:10

    Inflation = Geldmengenwachstum. Was die EZB als Inflation bezeichnet, ist die Folge des Geldmengenwachstums. Das nennnt sich Teuerung.

    Unabhängig davon: Irgendjemand verglich das Phänomen Inflation kürzlich mit einer Ketchup-Flasche. Man schüttelt, es kommt garnichts, dann ein paar Spritzer und dann ein fetter Schwall. Beispiel hier, http://www.goldseiten.de/artikel/291882–Infografik~-Die-Hyperinflation-in-Venezuela-und-in-der-Weimarer-Republik-.html

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      31. Januar 2017 17:43 at 17:43

      Unter Umständen war ich das!Das Zitieren der Ketchupflascheninflation ist aber ein alter Hut.Vielmehr nervt mich die Überschrift des Artikels.Mario Draghi hat ein echtes Problem.Mario Draghi hat,wie alle alten Männer, sicher ein oder mehrere Probleme.Diese sollten aber nicht in der Allgemeinheit breitgetreten werden.Soviel Pietät gestehe selbst ich ihm zu.Sein „Problem“ ist eher unseres!Mein Mathematikverständnis sagt mir:2+x%Inflation+(eher minus)Anlagezinsen,rechnet sich nur für M.D. & den Rollie!Das,von mir als Schicksalsjahr erklärte 2017, wird es uns allen zeigen.Ich bin eher pessimistisch,höre euere Kanzlerin aber sagen Wir schaffen das!Glück Auf

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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