Europa

Inflation in Eurozone steigt überraschend weiter – EZB in der Klemme

Madame Lagarde, you have a problem!

Inflation in der Eurozone - EZB unter Druck

Die Inflation (Verbraucherpreise) bleibt in der Eurozone weiter hoch: sie liegt laut den soeben von Eurostat veröffentlichten Daten im Dezember bei +5,0% und damit deutlich höher als erwartet (Prognose war +4,7%; Vormonat war +4,9%). Einmal mehr ist Energie der große Treiber für die starke Teuerung!

Dazu schreibt Eurostat, dass „Energie“ im Dezember (die) höchste jährliche Rate aufweist (26,0%, gegenüber 27,5% im November), gefolgt von „Lebensmitteln, Alkohol und Tabak“ (3,2%, gegenüber 2,2% im November), „Industriegütern ohne Energie“ (2,9%, gegenüber 2,4% im
November) und „Dienstleistungen“ (2,4%, gegenüber 2,7% im November).“

Inflation nach Komponenten

Inflation – was tun EZB?

Also einmal mehr ein überraschender Anstieg statt des erwarteten Rückgangs der Inflation! Das setzt die EZB weiter unter Druck, die unvermindert an ihrem Glauben festhält, dass die Inflation bald deutlich zurück gehen werde – weswegen etwa Christine Lagarde mehrfach faktisch Zinsanhebungen im Jahr 2022 ausgeschlossen hat!

Aber wie lange wird diese Haltung durchzuhalten sein? Erstens ist die Inflation deutlich hartnäckiger und höher als erwartet – das wird sich durch die strukturellen Faktoren Deglobalisierung (Lieferengpässe), Decarboniserung (grüne Energiewende) und Demografie (Baby-Boomer gehen in Rente) noch verstärken.

Und zweitens meint es die US-Notenbank Fed mit ihrem Kampf gegen die Inflation wirklich ernst, wie am Mittwoch das FOMC-Protokoll klar gezeigt hat. Wenn nun die Fed die Geldpolitik strafft, wird die EZB sich diesem Trend nicht entgegen stellen können, denn sonst droht eine weitere Abwertung des Euro, wodurch dann die Teuerung noch weiter zunehmen würde durch die Importe aus dem Dollar-Raum.

Madame Lagarde, you have a problem!



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2 Kommentare

  1. Steigt überraschend weiter?
    Ich bin eher der Meinung, dass die Inflation noch überraschend niedrig ist.
    Was daran liegen kann, dass die Erhöhung der Erzeugerpreise noch nicht im Einzelhandel angekommen sind.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  2. John Duke of Lancaster

    Überraschend???? 😂😂😂😂

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