Europa

Inflation in Großbritannien bei 9 Prozent – „völlig außer Kontrolle geraten“

Die Inflation in Großbritannien steigt aktuell auf 9 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 40 Jahren. Erhöht man nun die Zinsen drastisch?

Brennender Pfund-Schein als Symbol für Inflation in Großbritannien

Laut heutiger Meldung der staatlichen Statistiker in Großbritannien hat die Inflation im April 9,0 Prozent erreicht nach 7,0 Prozent im März. Damit erreicht die Teuerung auf der Insel das höchste Niveau seit 40 Jahren. In der Grafik sieht man den Verlauf seit Anfang der 90er-Jahre. Alleine im Monatsvergleich von März auf April stiegen die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent. Das britische Pfund reagiert aktuell mit einer Abwertung gegen den US-Dollar, von 1,2491 auf 1,2443 seit 8 Uhr.

Am 1. April hat die britische Energieregulierungsbehörde die Obergrenze für die Energiepreise der Haushalte um 54 Prozent erhöht, nachdem die Energiepreise stark angestiegen waren. Die Regulierungsbehörde hat weitere Erhöhungen der Obergrenze bei ihren regelmäßigen Überprüfungen in diesem Jahr nicht ausgeschlossen.

Die Bank of England hat die Zinssätze bereits in vier aufeinanderfolgenden Sitzungen erhöht und die Kreditkosten von ihrem historischen Tiefstand von 0,1 Prozent auf ein 13-Jahres-Hoch von 1 Prozent angehoben. Bei jetzt 9 Prozent Inflation darf man annehmen, dass die Zinswende nach oben an Fahrt aufnimmt?

Naeem Aslam, Chief Market Analyst beim Broker Avatrade, sagt zu dieser stark gestiegenen Inflation in Großbritannien aktuell folgendes, ins Deutsche übersetzt: Die Inflation in Großbritannien ist völlig außer Kontrolle geraten, und es besteht kein Zweifel daran, dass sich die steigende Inflation negativ auf das verfügbare Einkommen auswirkt. Die Verbraucher haben Schwierigkeiten ihre täglichen Bedürfnisse zu befriedigen, und jetzt ist der Druck auf die Bank of England noch größer, mehr zu tun, um die Inflation zu kontrollieren. Tatsache ist jedoch, dass sich die BOE auf einem schmalen Grat bewegt und die Inflation nur kontrollieren kann, indem sie die Zinsen erhöht. Der steigende Zinssatz hat dem Pfund Sterling bisher nicht geholfen, da sich die Währung gegenüber dem Dollar eindeutig in einem starken Abwärtstrend befindet, obwohl wir in letzter Zeit eine Erleichterungsrallye erlebt haben, da die Währung überverkauft war. Aber was das Pfund betrifft, sind wir noch lange nicht über den Berg. Die Brexit-Agenda ist wieder auf dem Tisch, und höhere Rohstoffpreise aufgrund des Konflikts mit Russland stehen vor der Tür, was sich weiter negativ auf die Währung auswirken wird.


source: tradingeconomics.com



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1 Kommentar

  1. Ich denke mal, dass viele Unternehmen, z. B. in der Lebensmittel-Branche, ihre Produkte durch Kredite vorfinanzieren.
    Wenn die Zinsen nun steigen, werden also auch die Produkte im Laden noch teurer.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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