Asien

Inflation, Industriedaten, überall Schwäche… und was wäre in Deutschland los ohne den Bau?

Die heutigen deutschen Exporte mit -8% im Jahresvergleich waren schon ein Schock. Auch die schwachen britischen Daten haben das britische Pfund heute zum Fallen gebracht. Aber was ist denn heute noch so reingetrudelt an Konjunkturdaten? Wir können wenig Hoffnungsvolles berichten.

In Frankreich ist die Industrieproduktion im Juni im Monatsvergleich um 2,3% gesunken. Im Vergleich des 2. Quartals zum Vorjahr war es noch ein Plus von 1,0%. In Italien wurde heute für Juli die Inflationsrate vermeldet. Sie liegt bei nur noch 0,4% nach 0,7% im Juni. Der folgende Chart zeigt, wie rasant es Richtung Null-Linie geht. Laut den italienischen Statistikern liegt dieser Absturz in erster Linie an einem dramatischen Absturz der Verbraucherpreise für Energie (Öl) in Italien. Ähhhhh, da war doch was? Wir hatten doch gestern Mario Draghi „entlarvt“… mehr dazu beim Klick an dieser Stelle.


source: tradingeconomics.com

In China wurde heute ein eigentlich ansehnliche Inflationsrate von 2,8% im Juli vermeldet. Also alles normal, alles ihm Rahmen? Auf den ersten Blick ja. Aber auf den zweiten Blick? Die parallel dazu veröffentlichten Erzeugerpreise sind im Jahresvergleich jetzt sogar 0,3% im Minus, also deflationär (Grafik). Das ist von daher bedeutet, als dass die Erzeugerpreise mit zu den wichtigsten Indikatoren für die letztlichen Verbraucherpreise gelten. Steht China in den nächsten Monaten also auch vor einem Abrutschen in der Inflation?


source: tradingeconomics.com

So, und wo wir gerade kreuz und quer über den Planeten fliegen in Sachen Wirtschaftsdaten. Zurück von China nach Großbritannien. Die heutigen Daten waren gruselig. Nur eine Zahl nochmal an dieser Stelle: Die Bauproduktion sinkt im Juni im Jahresvergleich um 0,2%. Warum wir das erwähnen? Weil es bei uns noch richtig boomt, wo in UK schon tote Hose ist auf dem Bau. Das Statistische Bundesamt hat heute nämlich Zahlen für die deutsche Baubranche veröffentlicht. Und hierzulande hält der Bauboom an, aber wie! Er ist wohl der wichtigste Faktor, der die gesamte deutsche Volkswirtschaft (noch) von einer Rezession abhält. Weil so unendlich viele neue Wohnungen benötigt werden, fährt das deutsche Baugewerbe auf 100% Auslastung, oder sogar darüber hinaus.

Im Mai ist der Umsatz im deutschen Bauhauptgewerbe im Jahresvergleich um 9,8% gestiegen. Hallo? Was für ein Wahnsinnsanstieg. Die Zahl der Beschäftigten steigt um 2,2% gegenüber dem Vorjahresmonat. Alle Wirtschaftszweige des Bauhauptgewerbes verbuchten Umsatzzuwächse im Vorjahresvergleich. Diese Steigerungen können auf die weiterhin sehr stabile Lage der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe zurückgeführt werden, die sich in den Monaten Dezember 2018 bis Mai 2019 auf Rekordniveau bewegten, so die Statistiker. Man möchte gar nicht darüber nachdenken, wo die deutsche Wirtschaftsleistung jetzt bereits ohne den Bau stehen würde!



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