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Inflation: Kein Ende in Sicht – kommen jetzt zweistellige Raten?

Inflation: Kein Ende in Sicht - kommen jetzt zweistellige Raten? (EZB, Fed, Inflationsrate)

Während die Inflation in Europa und den USA ungebremst ansteigt, geraten die Notenbanken wie die Fed und EZB zunehmend unter Druck. In dieser Woche haben die europäischen Inflationsdaten erneut alle Prognosen deutlich übertroffen. Egal wohin man schaut, ob es Deutschland, die Niederlande oder Spanien ist, überall nimmt der Preisdruck dynamisch zu. Am Vormittag wurden zu guter Letzt die Verbraucherpreise der Eurozone veröffentlicht. Auch hier lag die Inflationsrate mit 7,5 Prozent deutlich über der Erwartung von 6,6 Prozent. Hintergrund des sprunghaften Anstiegs sind aber nicht nur die starken Preiserhöhungen für Energieprodukte, auch Nahrungsmittel und Dienstleistungen werden teurer. Laut den Aussagen des Handelsverbands-Präsident Josef Sanktjohanser in der Neuen Osnabrücker Zeitung werden die Lebensmittelpreise in Deutschland nach Erwartungen der Handelsbranche deutlich ansteigen. Die zweite Welle der Preissteigerungen steht uns erst noch bevor und dürfte im zweistelligen Bereich liegen, sagte er.

Da überrascht es nicht, dass die Teuerungsrate in Deutschland im März auf 7,3 Prozent angestiegen ist. Damit notiert sie sogar auf dem höchsten Stand seit 41 Jahren. Zwischen damals und heute gibt es aber einen entscheidenden Unterschied, denn damals hat die Bundesbank den Leitzins über 11 Prozent angesetzt. Trotz der hohen Inflationsrate lag der Realzins also ein gutes Stück im Plus. Demzufolge gab es für Sparer eine positive Rendite. Heute stehen wir bei Nullzinsen und einer extrem hohen Inflationsrate – den Sparern geht es somit an den Kragen, ihre Guthaben haben nun weniger Kaufkraft.

Inflation: Kein Ende in Sicht

Der Anstieg der europäischen Verbraucherpreise auf den Rekordwert von 7,5 Prozent muss aber noch lange nicht das Ende sein. Ökonomen warnen bereits vor zweistelligen Raten, sollte der Ukraine-Konflikt andauern. Kaum vorstellbar? Es reicht der Blick nach Spanien und die Niederlande, wo die Raten bereits dieses Niveau erreicht haben. Die jüngsten Daten zeigen für Spanien eine Inflationsrate von 9,8 Prozent, in den Niederlanden liegt sie indessen bei 11,9 Prozent. Nein, es handelt sich nicht um einen Aprilscherz. Umso trauriger ist auch das Bild, das die Notenbanken derzeit abgeben.

In den USA, wo die Inflation zuletzt auf 7,9 Prozent anstiegen war, hat die Fed zwar einen mickrigen Zinsschritt von 25 Basispunkten vollzogen, die Fed-Bilanz erreichte aber in der vergangenen Woche noch ein neues Allzeithoch. Währenddessen bleibt die Europäische Zentralbank trotz der absurd hohen Inflation bei ihrem Nullzins-Kurs und bringt sich weiter in die Bredouille. Damit begeht die EZB den gleichen Fehler wie die US-Notenbank Fed. Anstatt rechtzeitig auf die Bremse zu treten, riskiert man später eine Vollbremsung.

Die Auswirkungen auf die Märkte

Die hohen Inflationsraten wirken sich bereits auf die Märkte aus. Unter anderem ziehen die Renditen für Staatsanleihen an, der Goldpreis hatte vor kurzem fast sein Allzeithoch erreicht und der Nasdaq fiel zwischenzeitlich in einen Bärenmarkt. Die großen Notenbanken wie die Fed und EZB können nicht tatenlos zuschauen, denn ihr Auftrag ist es eine Preisstabilität zu gewährleisten. Jüngst hatte die EZB-Präsidentin Lagarde eine Rede zur Inflation gehalten und dabei die Preisstabilität in den Vordergrund gerückt. Jetzt müssen die Zentralbanken ihren Worten auch Taten folgen lassen, wenn sie die Inflation in den Griff bekommen wollen.

Eine straffere Geldpolitik hätte zum Beispiel einen starken Einfluss auf die Aktienmärkte. Vor allem überbewertete (Technologie)-Werte geraten weiter unter Druck, weshalb es der Nasdaq, der zuletzt eine rasante Rally hingelegt hat, Probleme bekommen dürfte. Als Händlern müssen wir uns demnach auf ein volatiles Jahr einstellen, in dem ein gutes Stock Picking entscheidend sein wird, um eine positive Rendite zu erzielen. Für die großen Indizes könnte es hingegen schwieriger werden, da es immer wieder zu hohen Kursschwankungen kommen kann.

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4 Kommentare

  1. Jetzt heult doch nicht unnötig rum! Madame „benutze mich“ tut nur das,was von ihr zu erwarten war.Wer,wie unsere Alternativlose, so minderbemittelt ist,ihrem Charmeur francaise wieder den Vortritt beim wichtigsten Posten €uropas zu lassen und stattdessen „die Mutterkreuzträgerin“ zur europäischen Frühstücksdirektorin zu bestimmen,ist selbst schuld! Die Achse Draghi/Macron/Sanchez soll zu den „geizigen 4″gesagt haben:Der €uro ist unsere Währung,aber €uer Problem! Verifiziert ist letzteres noch nicht,jedoch äusserst glaubwürdig.

  2. Wenn mir vor einem Jahr Jemand erzählt hätte, dass die Deutschen Billionen von Euro auf der Bank oder sonstwo lassen werden, wenn die Inflationsrate stramm auf 10% zugeht, dann hätte ich geantwortet: Träume mal schön weiter, so dämlich ist doch kein Mensch.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Bin mal gespannt wie die Preise für den ÖPNV nächstes Jahr in die Höhe schießen. Der teurere Diesel und dazu die Ukrainer überall kostenlos fahren zu lassen kostet eine Menge Geld und das wird man sich früher oder später von den zahlenden Fahrgästen zurückholen. Der Bund wird das nicht auffangen. Die geben lieber Geld an Waffenhändler. Vor allem die Grünen Heuchler und Oberkriegstreiber.

  4. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Eine Inflation die nicht bekämpft wird erzeugt automatisch eine noch höhere Inflation. Diese unumstößliche Tatsache ist empirisch schon seit Jahren bekannt.
    Die Fehler sind aber schon vor 10 Jahren passiert. Wer „Whatever it takes“ zum Maßstab erhebt, erntet am Ende hohe Inflationsraten.

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