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Top-Experten mit aktueller Analyse Inflation mit Pause – warum sie im September auf 8,5 Prozent steigen kann

Die Inflation in Deutschland sinkt aktuell auf 7,5 Prozent. Experten erläutern, warum sie im September auf 8,5 Prozent ansteigen kann.

Zusammengedrückte Geldbörse als Symbol für Inflation

Die Inflation in Deutschland wurde heute Mittag veröffentlicht mit +7,5 Prozent für den Monat Juli nach 7,6 Prozent im Juni und 7,9 Prozent im Mai. Würde da so mancher Ökonom (man denke da an einen gewissen Herrn Fratzscher) nun davon sprechen, dass es nun weiter bergab geht, dass die Preise von nun an weiter fallen? Gut, es gibt hierfür Indizien, wie zum Beispiel die heute früh gemeldeten Umfragedaten des ifo-Instituts über anstehende Preisanhebungen von Unternehmen, die nicht mehr so stark ausfallen sollen.

Experten mit Analyse – Inflation unter staatlichen Einflussfaktoren

Dem gegenüber stehen aber Sondereffekte, welche aktuell dafür sorgen, dass der Anstieg der Inflation in Deutschland kurzfristig weniger stark ausfüllt. Als da wären das 9 Euro-Ticket und der Tankrabatt. Beide Entlastungsfaktoren laufen demnächst wieder aus. Und da wäre auch noch die Abschaffung der EEG-Umlage, die preisdämpfend gewirkt hat. Dies betont der Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer von der Commerzbank. Er erwartet für September einen Anstieg der Inflation in Richtung 8,5 Prozent, weil 9 Euro-Ticket und Tankrabatt dann ausgelaufen sind. Deutschland habe ein tiefgreifendes Problem mit den steigenden Verbraucherpreisen.

Die Inflation wird laut den Experten der Commerzbank (CoBa) derzeit von staatlichen Eingriffen beeinflusst, die die Inflationsrate bereits seit Juni dämpfen. Aktuell mache die Teuerung eine „Verschnaufpause“. Die aktuelle Analyse der Experten bespricht die Tatsache, dass bereits im Mai 2022 ein Gesetz in Kraft getreten ist, nach dem die EEG-Umlage (staatliche Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz) ab 1. Juli 2022 von bislang 3,72 Cent pro Kilowattstunde auf null Cent pro Kilowattstunde sinkt. Die Stromanbieter mussten die Absenkung in vollem Umfang an die Verbraucher weitergeben. Dieser Effekt dürfte jetzt maßgeblich für den Rückgang der Inflation im Juli gesorgt haben.

Die Meinung der CoBa-Ökonomen im Wortlaut: „Angesichts der zeitlichen Befristung des 9-Euro-Tickets und Tankrabatts wird die Inflationsrate im September wieder einen Sprung nach oben machen, sodass bis Jahresende eine 8 vor dem Komma stehen dürfte.“

Inflationsdruck bleibt hoch

Die Experten führen aus, dass der unterliegende Inflationsdruck unabhängig davon unvermindert hoch bleibe. Denn insbesondere an den Material- und Lieferengpässen habe sich bis zuletzt nichts geändert. Laut ifo-Institut fühlen sich nach wie vor drei von vier Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe durch Lieferengpässe in ihrer Produktion behindert. An dieser Situation dürfte sich so schnell nichts ändern. Solange China an seiner Null-Covid-Strategie festhält, werde es immer wieder zu Produktionsstilllegungen und einer lahmgelegten Infrastruktur kommen.

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Auch auf längere Sicht sprechen laut den Experten der CoBa etliche Gründe für einen hohen Inflationsdruck. Auch wegen der Pandemie sei in den vergangenen Jahren zu viel Liquidität in den Umlauf kommen, was die Inflation noch einige Zeit treiben wird. Hinzu kommen eher strukturelle Faktoren wie der sinkende Anteil der Arbeitsbevölkerung in vielen Weltregionen, die Kosten des Kampfes gegen den Klimawandel sowie das Stocken der Globalisierung.



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1 Kommentar

  1. Wenn die Inflation zurückgeht, verteuern sich die Waren aber trotzdem weiter. Auch bei der Inflation gibt es einen Zinseszins-Effekt.
    Wollte das Ergebnis der Inflation beim Verbraucher neutralisieren werden, dann nutzt es eben nichts, die Inflation auf Null zu reduzieren. Sondern es müssten die Preise der Waren um die vorangehende Teuerung gesenkt werden, bzw. das Einkommen Netto um den Betrag erhöht werden.
    Man verabreicht dem Bürger Almosen zur Entlastung, aber die Belastung wird trotzdem immer schneller immer höher.
    Mal sehen wo die Inflationsrate steht, wenn die tatsächlichen Steigerung der Energiekosten berücksichtigt werden.
    Viele Menschen merken aber erst was ihnen mit der aktuellen Inflation angetan wird, wenn einmal irgendwann ihre Lebensversicherung, Betriebsrente usw. ausgezahlt wird, und dann sehen, was sie sich noch für diese Auszahlungen kaufen können.
    Der Goldpreis ist als Inflationsausgleich in den letzten 12 Monaten aktuell um etwa 13% gestiegen.
    Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass die Menschen sich so ruhig verhalten, wenn sie jetzt schon im zweistelligen Prozentbereich kalt enteignet werden.
    Ich vermute, sie werden jubeln, wenn die Inflationsrate tatsächlich auf z. B. 6 % zurückgeht, und sie dann auch 6 % Lohnerhöhung bekommen, was dann netto weniger als etwa 1/3 der vorangegangenen Teuerung ausmacht, die aber auch in der Zukunft bleibt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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