Europa

Inflation rollt kräftig an – Importpreise aktuell auf 40 Jahreshoch gemeldet

Inflation symbolisch in Form eines brennenden Geldscheins

Inflation ist bei FMW seit Wochen ein bedeutendes Thema. In den USA ist der Preisauftrieb noch viel stärker als in Europa, siehe hier. Und die Zahlen zeigen immer deutlicher, was hier auf uns zurollt. Natürlich muss man sagen, dass die Monate April und Mai wohl auch deshalb so stark im Jahresvergleich anziehen, weil der Basiseffekt viel prozentuale Steigerung hergibt. Man erinnert sich. Vor einem Jahr waren Umsätze und Preise im Keller, weil dank Corona so ziemlich alles einbrach. Die Nachfrage war erloschen. Umsätze und Preise waren im freien Fall. Jetzt verkehrt sich das ins Gegenteil. Einen der Vorlaufindikatoren für die letztliche Inflation (Verbraucherpreise) sehen wir heute. Die Importpreise ziehen kräftig an.

Importpreise auf 40 Jahreshoch

Das Statistische Bundesamt meldet heute für den Monat Mai im Jahresvergleich für die Importpreise ein Plus von 11,8 Prozent (April +10,3 Prozent, März +6,9 Prozent). Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise gegeben mit +13,6 Prozent. Alleine von April 2021 auf Mai 2021 legten die Importpreise um 1,7 Prozent zu. Das zeigt, dass der aktuelle Preisanstieg nicht nur am Basiseffekt mit Bezug auf 2020 liegt. Nein, die Inflation ist auch unabhängig davon auf dem Vormarsch.

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Preistreiber für die importierte Inflation

Die folgende Grafik zeigt die Außenhandelspreise seit dem Jahr 2015. Die rote Linie steht für die Importpreise, die blaue für die Exportpreise. Den größten Einfluss auf die jährliche Preissteigerung für importierte Energieträger hatte Erdöl mit einem Plus von 135 Prozent. Ohne Energie lagen die Importpreise im Mai 2021 nur um 6,0 Prozent höher als im Mai 2020 und 1,0 Prozent höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lagen die Importpreise um 8 Prozent über dem Stand des Vorjahres.

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im Mai 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat richtig kräftig um 15,4 Prozent. Vor allem verteuerten sich Eisenerze mit +83,6 Prozent, Kupfer mit +65,1 Prozent, Nicht-Eisen-Metallerze mit +46,6 Prozent, Kunststoffe in Primärformen mit +42,9 Prozent sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen mit +32,4 Prozent. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz dürfte laut Meinung der Statistiker die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein.

Weniger deutliche Anstiege

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Mai 2021 um 0,6 Prozent niedriger als im Mai 2020. Während unter anderem Speichereinheiten und andere Datenspeicher 10,9 Prozent günstiger importiert wurden, waren Notebooks (+1,8 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,8 Prozent) nur minimal teurer als im Mai 2020. Verbrauchsgüter waren im Jahresvergleich um 0,6 Prozent teurer, Gebrauchsgüter waren dagegen um 1,1 Prozent billiger. Die Importpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 7,5 Prozent über denen von Mai 2020. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+52,2 Prozent), Rohkaffee (+22,2 Prozent) und Getreide (+18,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine (-18,2 Prozent) und Nüsse (-16,8 Prozent) günstiger importiert.

Grafik zeigt Importpreise und Exportpreise



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