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Margendruck statt Boom in China Inflation trifft China: Teurere Rohstoffe verdecken Konsumflaute

Kaum Nachfrageimpulse trotz höherer Inflation

Foto: 4045 - Freepik.com

Die Inflation in China zieht an, doch der Schein trügt: Nicht eine höhere Nachfrage treibt die Preise, sondern der weltweite Anstieg bei Energie und Rohstoffen.


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Inflation trifft China: Teurere Rohstoffe verdecken Konsumflaute

Steigende Preise täuschen derzeit eine Konjunkturerholung vor. Hinter dem Inflationsplus im August in China steckt keine erhöhte Nachfrage, sondern der Preisdruck bei Rohstoffen und Energie, resultierend aus der Hormuz-Krise und dem Minenunglück im Mai.

Der Erzeugerpreisindex PPI legte im August um 3,8 Prozent im Jahresvergleich zu und übertraf damit die Prognose von 3,6 Prozent. Zeitgleich stiegen die Verbraucherpreise erwartungsgemäß um 0,8 Prozent. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die Hormuz-Krise, die Rohöl und industrielle Vorleistungen extrem verteuert. Rohstoffe auf Erzeugerebene legten um 6,7 Prozent zu, während Kraftstoff und Energie auf der Einkaufsseite sogar um 9,8 Prozent nach oben schossen.

Margendruck statt Boom in China


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Die Preissteigerungen nehmen entlang der Produktionskette vom Bergbau über die Rohstoffe bis zur Verarbeitung deutlich ab. Im Bergbau stiegen die Preise um 17,8 Prozent, bei den Rohstoffen waren es noch 6,7 Prozent. In der Verarbeitung verlangsamte sich der Anstieg auf 3,1 Prozent und bei den Konsumgütern kippte die Entwicklung schließlich ins Negative. Deren Erzeugerpreise fielen um 0,5 Prozent.

Noch deutlicher zeigt sich der Druck auf die Unternehmen beim Vergleich von Einkaufs- und Erzeugerpreisen. Der Einkaufs-PPI stieg um 5,8 Prozent und damit um 2 Prozentpunkte stärker als der Erzeuger-PPI. Die Unternehmen zahlen also im Schnitt deutlich mehr für ihre Vorleistungen, als sie über höhere Verkaufspreise an ihre Kunden weitergeben. Ein Teil des externen Preisdrucks bleibt damit bei den Unternehmen hängen und belastet deren Margen.

Unter den Einkaufskategorien verteuerten sich Energie und Buntmetalle am stärksten. Kraftstoff und Energie stiegen um 9,8 Prozent, Buntmetalle und Elektrokabel sogar um 19,8 Prozent. Auch Chemierohstoffe verteuerten sich um 9,5 Prozent. Gleichzeitig fielen die Preise für Baumaterialien um 3,2 Prozent und Agrarprodukte um 0,5 Prozent. Die Entwicklung bleibt damit stark auf einzelne Rohstoffgruppen konzentriert.

Verbraucher sparen weiter: Kaum Nachfrageimpulse trotz höherer Inflation

Beim Verbraucherpreisindex zeigt sich ein ähnliches Bild. Der CPI stieg im August um 0,8 Prozent nach 0,5 Prozent im Juli. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie lag bei 1,0 Prozent. Von einer breiten Nachfrageinflation ist damit weiterhin wenig zu erkennen.

Treiber waren vor allem Kraftstoff und einzelne Konsumgüter. Die Kraftstoffpreise stiegen im Jahresvergleich um 8,3 Prozent und allein im Monatsvergleich um 6,6 Prozent. Dahinter steht die Weitergabe des gestiegenen Rohölpreises an die chinesischen Verbraucher. Gleichzeitig verteuerten sich Kommunikationsgeräte um 10,6 Prozent. Tablets stiegen um 21,5 Prozent, Computer um 19,6 Prozent und Smartphones um 11,0 Prozent. Hier zeigt sich tatsächlich eine Nachfragekomponente, denn der weltweite Ausbau der KI-Infrastruktur treibt die Nachfrage nach entsprechender Elektronik.

Dagegen wurden Lebensmittel im Schnitt um 1,4 Prozent günstiger. Besonders deutlich fällt weiterhin der Schweinepreis, der im Jahresvergleich um 11,8 Prozent sank. Im Monatsvergleich erholte er sich allerdings um 1,3 Prozent. Das spricht für eine mögliche Bodenbildung, auch wenn daraus noch kein neuer Preistrend abgeleitet werden sollte.

Die Immobilienkrise sorgt gleichzeitig weiterhin für fallende Preise im Bereich Wohnen. Die entsprechende CPI-Komponente sank um 0,3 Prozent, während die Mieten um 0,6 Prozent zurückgingen. Damit bleibt ausgerechnet ein wichtiger Bereich des Konsums deflationär.

Da Löhne und Gehälter steigen und gleichzeitig die Mieten fallen, steht den Haushalten grundsätzlich mehr finanzieller Spielraum zur Verfügung. Die Preisentwicklung bei Wohnen und Konsum zeigt jedoch, dass dieser Spielraum nicht automatisch in zusätzliche Nachfrage fließt. Der Vermögensverlust durch die Immobilienkrise belastet die Haushalte weiterhin, während die wirtschaftlichen Aussichten als unsicher wahrgenommen werden. Das Geld landet daher eher auf den Sparkonten als im Konsum.



Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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