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Inflation und Zinsen: Warum die Fed die US-Aktienmärkte „ins Elend stürzt“

Wer kein Geld verbrennen will, sollte auf Jim Bianco hören!

Inflation Zinsen Aktienmärkte Jim Bianco

Die Fed hebt die Zinsen stark an, um die zu hohe Inflation unter Kontrolle zu bekommen. Seit November ist die Party an den US-Aktienmärkten faktisch vorbei – und Jim Bianco war einer der ersten, die verstanden hatten, dass mit der Neunominierung von Jerome Powell als Chef der Fed im November 2021 durch US-Präsident Biden gleichzeitig der Auftrag verbunden war, unter allen Umständen die Inflation nach unten zu bringen.

Biden gibt Fed-Chef Powell den Auftrag: bring die Inflation runter!

Während die Aktienmärkte der Wall Street noch lange das Spiel der vergangenen Jahre weiter spielen wollte („buy the dip“), hatte Jim Bianco erkannt, dass die Fed zur Bekämpfung der Inflation faktisch die Aktienmärkte nach unten drücken will, um das Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot auszutarieren: wessen Depot weniger wert ist, wird auch weniger konsumieren, so die Logik. Hätte die Wall Street die Mahnung Biancos verstanden, hätte sie sich viele Verluste erspart.

Für US-Präsident Biden aber hat die Bekämpfung der Inflation aus nachvollziehbaren Gründen Priorität: 40% der Amerikaner haben nicht einmal 1000 Dollar als Rücklage, zwei Drittel der Amerikaner hangeln sich von Gehalts-Scheck zu Gehalts-Scheck. Bidens Wählerschaft aber rekrutiert sich vorwiegend aus dieser Gruppe der eher Einkommens-Schwachen – während die meist wohlhabenden Aktien-Besitzer in den USA eher den Republikanern zuneigen.

Daher ist die Inflation für Biden die wohl größte politische Gefahr, weil sie die tendentiell den US-Demoraten zugeneigten Einkommens-Schwachen aus dem Konsum zu drücken droht und damit die eigene Wähler-Basis demotiviert. Wenn die Hälfte der US-Bevölkerung aber kaum noch konsumieren kann, wird es auch für die vom Konsum so abhängige US-Wirtschaft eng! Daher hat Biden die Wieder-Nominierung von Jerome Powell an die Bedingung geknüft, der Bekämpfung der Inflation absolute Priorität einzuräumen – und sei es auf Kosten der Aktienmärkte!

Jim Bianco über Inflation, Zinsen und die Fed

Diese Kausal-Kette hat Jim Bianco wohl als erster verstanden, weil er – im Gegensatz zur Wall Street – die politische Dimension der Neunominierung von Jerome Powell mitkalkuliert hatte. Bianco ist gern gesehener Gast im US-Finanz-Fernsehen – gestern hat er dem Sender CNBC erneut ein hellsichtiges Interview gegeben, in dem er die Dinge so klar wie kaum ein anderer auf den Punkt bringt. Tenor: der Gegenwind für die Aktienmärkte wird noch lange nicht nachlassen. Hier einige zentrale Aussagen Biancos:

“The Fed only has one tool to bring in inflation and that is they have to slow demand”

“We may not like what’s happening, but over in the Eccles building in Washington, I don’t think they’re too upset with what they’ve seen in the stock market for the last few weeks.”

“They [the Fed] feel like they can make the stock market miserable without creating unemployment.”

“There’s a high degree of chance that they’re going to wind up going too far and making a bigger mess of this.”

“They [the Fed] feel like they can make the stock market miserable without creating unemployment.”

Wer kein Geld verbrennen will, sollte daher Jim Bianco genau zuhören – die Gefahr für die Aktienmärkte ist so lange nicht vorbei, bis die Inflation deutlich niedriger sein wird und die Fed sich daher „entspannen“ kann durch Senkungen der Zinsen (Hinweis: zum Abspielen des Videos den gelben Pfeil klicken):

 



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