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Inflation von 2,5 Prozent im Detail: Alles heile Welt oder was?

Brennender Euro-Schein

Die Verbraucherpreise in Deutschland (Inflation) sind im Mai im Jahresvergleich um 2,5 Prozent angestiegen (höchster Stand seit 10 Jahren!). Die vorläufigen Daten von vor zwei Wochen wurden heute bestätigt. Und das Statistische Bundesamt hat heute Details zu den Preisentwicklungen veröffentlicht. Und was sieht man dort? Eigentlich sind es nur die „bösen Energiepreise“, die den Gesamtschnitt über die 2 Prozent katapultiert haben. Und auch hier liegt nur ein Basiseffekt vor? Also hat die EZB recht, und die steigende Inflation ist nur ein vorübergehender Effekt? Tauchen wir ab in die Details.

Inflation nur so hoch dank Energiepreisen

Die Verbraucherpreise für Energieprodukte lagen im Mai 10,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor, nach +7,9 Prozent im April 2021. Hier wirkten sich laut den Statistikern neben dem aktuellen Anstieg der Energiepreise auch temporäre Sondereffekte erhöhend auf die Teuerungsrate aus, insbesondere die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe sowie die niedrigen Preise für Energieprodukte vor einem Jahr (der Basiseffekt). Das sieht man gut im folgenden Chart, wo die Energiepreise als rote Linie letztes Jahr im Tal waren. Von diesem tiefen Niveau aus erlebt man heute logischerweise große prozentuale Preiszuwächse. Teurer binnen Jahresfrist wurden daher vor allem Heizöl mit +35,4 Prozent und Kraftstoffe mit +27,5 Prozent. Die Strompreise blieben hingegen nahezu konstant mit -0,1 Prozent.

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Verbraucherpreise für Nahrungsmittel ohne Anzeichen eines Problems

Bei Nahrungsmitteln ist nach wie vor nichts sichtbar in Sachen Inflation. Erst gestern wiesen wir auf teils kräftige Preissteigerungen bei pflanzlichen Erzeugerpreisen hin mit +11,5 Prozent im April. Aber schaut man heute auf die Mai-Daten für die Verbraucherpreise, dann sieht man bei Nahrungsmitteln im Jahresvergleich nur ein Plus von 1,5 Prozent (im April noch +1,9 Prozent). Also gibt es hier (noch) keine wirkliche Inflation, also einen „ausufernden Preisanstieg“. Peter Bofinger twittert dazu aktuell folgendes:

Teurer als im Mai 2020 waren unter anderem Speisefette und Speiseöle (+3,8 %) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+2,2 %). Unterdurchschnittlich war der Preisanstieg beim Gemüse (+1,1 %). Merklich teurer wurden Pflanzen und Blumen (+7,6 %), Fahrräder und E-Bikes (+4,2 %) sowie Tabakwaren (+3,9 %). Deutlich günstiger waren dagegen Mobiltelefone (-6,9 %). Die Verbraucherpreise für Dienstleistungen legten allerdings um 2,2 Prozent zu. Die Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 Prozent. Deutlicher erhöhten sich dafür aber die Preise unter anderem für Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,7 %) sowie für Finanzdienstleistungen (+5,6 %). Deutlich günstiger waren hingegen zum Beispiel Bahntickets (-4,7 %).

Geht man nach diesen heutigen Infos der Statistiker, könnte man denken, sagen, meinen: Der Basiseffekt bei Öl und die CO2-Kosten treiben die Preise. Der Basiseffekt schwächt sich in den nächsten Monaten wieder ab, von daher rutscht die Inflation wieder unter 2 Prozent? Also alles halb so wild? Wenn man den Notenbankern glaubt, wäre das ungefähr das Szenario.



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2 Kommentare

  1. Also wenn der vielzitierte neue Rohstoffzyklus wirklich so kommt, wie vielfach beschrieben, dann wird es zwingend zu einer Inflation kommen, flankiert durch steigende VCO2-Steuern, allgemeine Steuererhöhungen im kommenden Jahr. Ich tippe sehr stark auf eine Umsatzsteuererhöhung….

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