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Inflation: Warum sie in Deutschland wegen CO2-Abgabe hoch bleiben wird

Höhere Inflation ist durch die CO2-Abgabe zumindest in Deutschland eine Konstante - und eben nicht "transitory"

CO2-Abgabe: die Inflation in Deutschland wird hoch bleiben

Der aktuelle Anstieg der Inflation hat viele Gründe: den Anstieg der Rohstoffpreise, die Lieferengpässe, den Wirtschaftsaufschwung. Aber es gibt auch andere Gründe, die gerade für Deutschland eine größere Auswirkung haben werden. Der Grundstein dafür wurde schon im Jahr 2019 gelegt, als im Dezember diesen Jahres Bund und Länder im Vermittlungsverfahren die CO2-Abgabe für die nächsten Jahre festgeschrieben haben. Ein administrierter und geplanter Anstieg der Preise für fossile Energie.

Der Einfluss der Ölpreise auf die Inflation

Es muss ja nicht gleich zu einer Explosion der Inflation führen, in den zweistelligen Bereich, wie nach der Ölkrise in den 1970-er-Jahren. Aber Tatsache ist, dass alles was mit Öl und Gas zu tun hat, immer noch einen gewaltigen Einfluss auf die aktuellen Volkswirtschaften hat. Ob Transport und Verkehr, ob Heizung oder als Grundprodukt für die Chemie. Der jetzige Teilanstieg der Verbraucherpreise war schon seit Langem absehbar, Corona hin oder her – denn dies ist in dem Gesetzeswerk schon vor der Pandemie ablesbar gewesen.

Die Beschlüsse des Gesetzgebers im Jahr 2019 zur Erhöhung der CO2-Abgabe hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die Verkehrsausgaben, aber auch für die Heizkosten mit fossilen Brennstoffen. Hier eine Berechnung des ADAC für die Preissteigerungen der kommenden Jahre von Benzin und Diesel, unabhängig von den Veränderungen der Rohstoffpreise.

Inflation durch CO2-Abgabe

Warum ist das so bedeutsam? Wir hatten zu Beginn des Jahres 66,9 Millionen zugelassene Kfz in Deutschland, davon alleine 48,2 Millionen Pkw, von denen fast 47 Millionen reine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sind. Auch bei einer beschleunigten Umstellung werden es noch mehrere Jahre über 40 Millionen Autos sein, die mit fossiler Energie betankt werden müssen. Von LKWs und landwirtschaftlichen Fahrzeugen erst gar nicht zu reden. Nicht zu vergessen, die 5,6 Millionen Ölheizungen, die auch von den weiteren Preissteigerungen betroffen sein werden. Noch mehr Menschen heizen derzeit mit Gas. Sah man im letzten Frühjahr Dieselpreise an den Tankstellen von unter einem Euro, sind es aktuell oft bereits 1,30 Euro.

Wie schlägt sich dies auf die Preisentwicklung, ergo auf die Inflation nieder? Im Warenkorb des Statistischen Bundesamtes macht der Bereich Wohnen, Wasser, Gas und Brennstoffe einen Anteil von 32,5 Prozent aus, zusätzlich gibt es noch die Teilkomponente Verkehr mit 12,9 Prozent. All diese Bestandteile werden sicherlich nicht im Preis in Bälde zurückgehen, bei den Energiepreisen ist ein konkreter administrierter Fahrplan vorgegeben. Ein vorübergehender Preisanstieg (transitory) ist in dieser Preiskomponente nicht zu erwarten.

Noch ein Blick auf die Größenordnung beim Ölverbrauch: Deutschland verbraucht pro Tag etwa 2,4 Millionen Barrel Öl von der etwa 95 Millionen weltweit geförderten Menge. Zu multiplizieren mit 159 (ein Barrel) – und da spielen die oben aufgelisteten administrierten Preiszuschläge gewiss eine Rolle. Nur dass man im Dezember 2019 noch nicht ahnen konnte, was nicht einmal eineinhalb Jahre später an den Gütermärkten los sein würde.

Fazit

Diese Gedanken sind keine Bewertung einer energiepolitischen Wende mit all ihren Friktionen, sondern es sind ganz einfach Fakten, die zeigen, dass sich die Preise nicht so einfach wieder nach unten bewegen können. Zu dominant ist der Preis für Energie im Land der Autofahrer, und da ist der Einfluss des Staates weitaus größer, als der eigentliche Preis für den Rohstoff ausmacht. Die Verteuerungen für die fossilen Energieträger sind festgelegt, nach den Wahlen wird sich daran nichts ändern.

Somit dürfte sich ein Teil der Diskussion über die Dauerhaftigkeit eines Preisanstieges in diesem nicht unerheblichen Teil der Inflationsrate eigentlich schon erledigt haben. Höhere Inflation ist durch die CO2-Abgabe zumindest in Deutschland eine Konstante – und eben nicht „transitory“ (vorübergehend), wie uns Fed und EZB stets versichern wollen..



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2 Kommentare

  1. Na ja, rechnen wir kommende Steuererhöhungen dazu…. Dann wird ein Schuh draus

    1. 😂… Oder gleich ein Paar Schuhe

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