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Inflation: Wie Ungarn sinnvoll reagiert, während die EZB bei Null verharrt

Budapest in Ungarn

Ungarn hat wie andere EU-Mitglieder auch seine eigene Währung, und damit weiterhin einen direkten Zugriff auf die eigenen Zinsen behalten, inklusive eigener Notenbank. Daher kann Ungarn auf die derzeit kräftig steigende Inflation auch sinnvoll reagieren, während die EZB in ihrem „Märchenschloss“ in Frankfurt weiterhin so tut, als wäre alles in bester Ordnung.

Heute Mittag hat die Notenbank von Ungarn den Leitzins von 3,4 Prozent auf 4,4 Prozent angehoben. Dem gegenüber steht eine derzeitige Inflationsrate von 8,3 Prozent. In der folgenden Grafik, die fünf Jahre zurückreicht, sehen wir für Ungarn den Leitzins in blau, und die Inflation in schwarz. Auch wenn die Notenbank in Budapest noch hinter der Inflation hinterher hinkt – immerhin folgt man mit dem seit letztem Jahr ansteigenden Leitzins der Inflation auf dem Weg nach oben, um sie einzudämmen.

In ihrem Statement hat die Notenbank in Budapest verkündet, dass der Ukraine-Krieg die Inflationsaussichten weitaus stärker als üblich gefährdet hat. Die Zunahme der Inflationsrisiken rechtfertige eine weitere Straffung der monetären Bedingungen. Der Währungsrat hält es daher für erforderlich die allgemeine Straffung der monetären Bedingungen fortzusetzen und den Leitzinserhöhungszyklus in größeren Schritten als bisher fortzusetzen. Der Leitzins werde sich in den kommenden Monaten allmählich an das Niveau des Einlagenzinssatzes für eine Woche annähern. Die Beibehaltung strafferer monetärer Bedingungen über einen längeren Zeitraum sei gerechtfertigt, um die zunehmenden Zweitrunden-Inflationsrisiken, die sich aus anhaltend negativen Angebotseffekten ergeben, in den Griff zu bekommen.


source: tradingeconomics.com

In der Eurozone ist die Lage völlig anders. Die folgende Grafik zeigt ebenfalls für die letzten fünf Jahre den Leitzins für die Eurozone in blau, und die Inflation der Eurozone in schwarz. Der Leitzins klebt seit Jahren bei 0 Prozent, während die Inflation seit einem Jahr durchweg am Ansteigen ist auf aktuell satte 5,9 Prozent. Immer noch ziert sich die EZB nach Kräften der steigenden Inflation höhere Zinsen gegenüber zu stellen. Die Anzeichen mehren sich, dass dieses Jahr die Zinsen aber doch steigen werden. Aber man kann es schon erahnen – es dürften wohl Mini-Schritte sein um die mediale Öffentlichkeit zu besänftigen.

Man darf vermuten, dass die EZB eher weiterhin das Augenmerk auf die günstigen Finanzierungsbedingungen für einige Euro-Staaten legen wird. Zinsen bei Null auf Euro-Ebene bescheren vielen Staaten rund um den Mittelmeerraum bereits seit Jahren traumhaft niedrige Zinskosten auf ihre Staatsschulden – und das soll möglichst auch weiterhin so bleiben? Die Zeche zahlen die Sparer in der EU mit realen Renditen, die kräftig im negativen Bereich liegen. Und die Zeche zahlen die Verbraucher, wenn man dauerhaft eine hohe Inflation zulässt.


source: tradingeconomics.com



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2 Kommentare

  1. Arbeitsverweigerung!

  2. Unfähig charts darzustellen?!

    Beim 2. gehört die Null dann auch auf die Null gesetzt!
    Dan fällt die Inflation auch offensichtlich lediglich unmerklich unter den Zinssatz.

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