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ING Deutschland und Unicredit als Lichtblicke in der Bankenbranche

Claudio Kummerfeld

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am

Es gibt am heutigen Konjunktur-Horrortag der Börse auch Lichtblicke am Finanzhimmel. Da wäre zum Beispiel die ehemalige „ING Diba“, die als Tochter der niederländischen ING Group auch hierzulande jetzt nur noch ING heißt. Sie ist im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen, und ist nun hinter Deutsche Bank und Commerzbank die Nummer 3. Gut, sonderlich schwierig ist das eh nicht mehr, denn nach den beiden kommen eh keine Großbanken mehr, sondern nur noch Volksbanken, Sparkassen und die eine oder andere kleine Bank.

ING

Aber gut, die ING ist am Wachsen, und macht in Deutschland offensichtlich einen guten Job. Sie zeigt, dass das Dahinsiechen von Deutscher und CoBa kein Naturgesetz in der deutschen Bankenbranche ist, sondern dass man auch gutes Geld verdienen kann. Natürlich kann man darauf verweisen, dass die ING keine Filialen und damit auch keinen wirklichen Kostenapparat am Bein hat. Ja, das ist schon wirklich eine unfaire Welt!

Der Gewinn vor Steuern der ING Deutschland lag nach 1,27 in 2017 bei 1,28 Milliarden Euro in 2018. Letztes Jahr hat man netto 250.000 neue Kunden gewonnen, und ist mit 9,3 Millionen Kunden wie gesagt die Nummer 3 in Deutschland. Still, leise, und ohne Probleme hat man sich hoch gearbeitet. Im Privatkundengeschäft zum Beispiel hat die Anzahl der Girokonten erneut deutlich zugenommen. Zum Bilanzstichtag führte die Bank 2,5 Millionen Girokonten und damit 375.000 mehr als im Vorjahr.

Auch die ING-Mutter in den Niederlanden hatte gestern ihre Zahlen präsentiert. Der Gewinn für 2018 lag für die ganze Gruppe (vor Steuern) bei 7,5 Milliarden Euro nach 7,2 Milliarden Euro in 2017. Also, die ING zeigt den beiden Großen in Deutschland, dass es auch anders geht. Die ING-Aktie in Amsterdam ist von Dienstag Abend 10,42 Euro auf heute 11,03 Euro gestiegen.

UniCredit

Die größte Bank Italiens UniCredit hat heute ihre Quartalszahlen vermeldet. Anders als die meisten anderen Banken in Italien hatte sie bereits einen großen Batzen an Schrottkrediten abgestoßen und vor zwei Jahren 13 Milliarden Euro frisches Eigenkapital eingeworben. Damit stabilisierte man seine Lage spürbar.

UniCredit hat im Geschäftsjahr 2018 mit einem operativen Gewinn von 3,9 Milliarden Euro abgeschlossen, 7,7% mehr als in 2017. 2018 sei laut UniCredit das beste Jahr die für die Bank seit 10 Jahren gewesen. Man bedenke: Die Bank hatte jüngst radikal gespart, mit 14.000 Entlassungen und 881 Filialschließungen. Der Gewninn soll im laufenden Jahr auf 4,7 Milliarden Euro steigen. Die Aktie von UniCredit notiert heute fast am Vortagsniveau. Sie lag heute früh aber schon gut im Plus. Der Rückfall liegt heute nur daran, dass die Konjunkturaussichten der EU-Kommission heute Mittag den ganzen Markt runtergezogen haben. Aber das frühe Plus heute Vormittag zeigt, dass der Markt die Unicredit-Zahlen positiv aufgenommen hat. Hier weitere Aussagen von UniCredit im Wortlaut:

FY19 key targets:
– Group revenues of €19.8 bn, operating expenses of €10.4 bn and CoR of 55 bps confirmed
– Group net profit of €4.7 bn, Group RoTE above 9 per cent and Group Core RoTE above 10 per cent confirmed
– Non Core gross NPEs confirmed at €14.9 bn and accelerated 2021 rundown fully on track
– Tangible equity to grow throughout FY19
– Year-end 2019 CET1 ratio confirmed between 12.0-12.5 per cent. CET1 ratio MDA buffer target of 200-250 bps. TLAC ratio buffer target of 50-100 bps

Jean Pierre Mustier, Chief Executive Officer of UniCredit S.p.A., commenting on the 4Q18 and FY18 Group results:

„UniCredit has delivered a record performance in 2018, with the best results in a decade. I am proud of our strong performance and the commitment of our teams, which have worked tirelessly throughout the year against a challenging macroeconomic backdrop.

Our Group Core bank is performing very well, resulting in high profitability, with a Group Core net operating profit of Euro 7.5 billion, up 12.3 per cent year on year. Adjusted Group Core RoTE stands at 10.1 per cent, driven by good commercial dynamics across the Group, with customer loans up by Euro 28 billion, around three times the growth in 2017.

Transform 2019 is well ahead of schedule. We have already achieved 100 per cent of the FTE reductions and 93 per cent of the branch closure targets. Our Group operating expenses at Euro 10.7 billion are better than the Euro 11 billion target. Group NPEs are down by more than 50 per cent since the third quarter of 2016. Non Core Gross NPEs stand at Euro 18.6 billion, down Euro 7.5 billion year on year. We continue to actively de-risk our balance sheet and the accelerated 2021 rundown of Non Core NPEs is fully on track.

We confirm our FY19 net profit target of Euro 4.7 billion and a RoTE of above 9 per cent, with Group Core RoTE above 10 per cent. The Group will continue to maintain a strong MDA buffer of 200-250 bps, with a fully loaded FY19 CET1 target ratio of 12.0-12.5 per cent.

Based on these results, we will propose to the AGM a cash dividend of Euro 27 cents per share, which is equivalent to a 20 per cent payout.

As a team, we continue to focus fully on Transform 2019 to ensure UniCredit remains a true pan-European winner.“

UniCredit Mailand
UniCredit-Hochhaus rechts im Bild in Mailand. Foto: Daniel Case CC BY-SA 3.0

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Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

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Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

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Markus Koch vor dem Handelsstart in New York – Abverkauf bei Tech geht weiter

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Der Abverkauf bei Tech geht weiter, und der Value-Bereich profitiert.

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Deutsche Bank: Übernahme durch UBS? Geldwäsche in Russland? Aktie dick im Minus

Claudio Kummerfeld

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Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank könnte heute mit einem kräftigen Plus in den Handel gehen. Würde man meinen, wenn man die Nachricht betrachtet, dass die große Schweizer UBS womöglich die Deutsche Bank kaufen will. So zumindest sagte es am Samstag die Schweizer „Sonntagszeitung“. Aber beim zweiten Blick weiß man: Die UBS wollte ja auch mit der Credit Suisse fusionieren – diese Idee sll offenbar schon gescheitert sein. Und auch die Commerzbank wie die Lloyds Banking Group sollen für die UBS interessante Kaufkandidaten sein. Also ist dies doch eher eine ziemlich unklare Lage. Außerdem wären die Hürden, die größte Bank Deutschlands kaufen zu können, wohl ziemlich groß. Aber dennoch, die Deutsche Bank-Aktie könnte heute aufgrund dieser Meldung gut im Plus eröffnen.

Deutsche Bank mit neuem Geldwäsche-Horror in Moskau?

Aber sie geht mit minus 3,6 Prozent in den Handel. Denn gestern gab es neue konkrete Berichte zu möglichen Geldwäsche-Vorgängen in Russland. Konkrete Auswertungen (hier die Details) sollen zeigen, dass die Deutsche Bank-Filiale in Moskau wohl eine Art Wild-West-Filiale gewesen sein soll, und dass trotz Aufsehern in Sachen Geldwäsche wohl kaum Kontrolle stattfand. Man wollte wohl nicht hinsehen und ließ viel womöglich mehr zweifelhafte Transaktionen zu als bislang bekannt. Pikant dabei ist, dass im betreffenden Zeitraum auch der heutige Deutsche Bank-Chef Sewing als Chef der Revision für die Kontrolle zuständig war, aber dass trotz Prüfungen sogenannte Mirror Trades nicht entdeckt wurden. Dabei wurden für Kunden Aktien in Rubel gekauft, und danach gleich wieder in US-Dollar verkauft.

Drohen der Deutschen Bank nach diesen neuen Enthüllungen weitere Geldstrafen? Fängt auch der Stuhl vom angeblich so sauberen Herrn Sewing an zu wackeln? Auf jeden Fall könnte der geneigte Börsianer das Grausen kriegen, dass diese jahrelange Horror-Show mit nicht enden wollenden Geldstrafen, Verfahren und Prüfungen weiter geht. Die Deutsche Bank-Aktie jedenfalls, die notiert heute wie gesagt mit mit minus 3,6 Prozent bei 7,41 Euro. Die Deutsche Bank hat dazu folgendes Statement veröffentlicht. Zitat:

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und Kapitalflucht hat für die Ermittlungsbehörden und Finanzinstitute gleichermaßen Priorität. Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben Milliarden von Dollar investiert, um die Behörden bei diesen Bemühungen effektiver zu unterstützen. Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen.

Wir bei der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehört auch, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren, und Beziehungen zu Kunden oder Korrespondenzbanken beenden, wenn dies angezeigt ist.

Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammen, wurden diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt. SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden.“

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