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Initial Coin Offering: Die aktuellste Warnung der EU zeigt, wie relativ hilflos man ist

Wenn man derzeit an Kryptowährungen und Blockchain denkt, geistern die Begriffe Bitcoin und „Initial Coin Offering“ (ICO) durch die Gegend. Gerade erst letzten Donnerstag hatte die deutsche Aufsichtsbehörde „BaFin“ vor Totalverlust und Betrug gewarnt. Das Problem für die Aufseher…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wenn man derzeit an Kryptowährungen und Blockchain denkt, geistern die Begriffe Bitcoin und „Initial Coin Offering“ (ICO) durch die Gegend. Gerade erst letzten Donnerstag hatte die deutsche Aufsichtsbehörde „BaFin“ vor Totalverlust und Betrug gewarnt. Das Problem für die Aufseher: ICO´s schwimmen in einer Grauzone – niemand weiß so richtig, was das sein soll, daher bleibt einem erstmal nur übrig, Verbraucher davor zu warnen.

Vereinfacht gesagt gibt der Anleger einem Unternehmen Geld. Bei einem Börsengang erhält er dafür Firmenanteile (Aktien). Beim ICO erhält er digitale Gutscheine, mit denen er in der Zukunft zum Beispiel Dienstleistungen dieser Firma nutzen kann – wenn die Firma es denn schafft die angepriesenen Dienstleistungen zu erstellen. Also eine reine Wette auf phantastische Produkte und gute Geschäftsaussichten. Und was man davon hat, ist unklar.

Sind es Finanzdienstleistungen? Unklar. Heute warnt nur zwei Geschäftstage nach der BaFin auch die europäische Finanzmarktaufsicht „ESMA“ vor den Initial Coin Offerings. Dabei warnt man Investoren und auch ICO-ausgebende Unternehmen. Die Investoren wüssten oft nicht, welche Risiken sie eingehen (bis hin zum Totalverlust). So könnten (nicht „werden“ oder „müssen“) ICO´s sich außerhalb von EU-Gesetzen und Regularien bewegen. Daher könnten Anleger eventuell nicht von Anlegerschutzgesetzen profitieren. Auch gäbe es bei ICO´s das Risiko von Betrug und Geldwäsche.

Die Formulierung „könnten“ bedeutet, dass die ESMA eben selbst nicht weiß, wie sie die ICO´s einordnen soll. Man spricht auch die Unternehmen selbst an, und fordert sie dazu auf darauf zu achten, dass ihre möglichen ICO´s vielleicht ja unter Finanzmarktregulierungen fallen könnten. Wie gesagt, man weiß es eben selbst nicht. So könnten bei ICO`S folgende Pflichten/Regularien zu beachten sein:

– the Prospectus Directive,
– the Markets in Financial Instruments Directive (MiFID),
– the Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD); and
– the Fourth Anti-Money Laundering Directive.

Die ESMA fordert die Unternehmen dazu auf selbst genau zu überprüfen, ob das selbst aufzulegende ICO in diese gesetzlichen Ramen falle. Ein Nichteinhalten solcher Formalien könnte dann eventuell gegen Gesetze verstoßen. Nur eigentlich, so meinen wir, müsste doch der Gesetzgeber Rechtssicherheit schaffen. Woher soll ein Anbieter das wissen, wenn sich der Gesetzgeber selbst nicht sicher ist? Eine riesige neue Grauzone kommt da auf uns zu!

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    13. November 2017 17:21 at 17:21

    Die Firmen sollen das also selbst einschätzen. Da darf doch jeder mal raten was bei dieser „Selbsteinschätzung“ herauskommt… Ich hätte da einen Vorschlag: ICO´s werden einfach den Firmenanteilen gleichgestellt und auch so behandelt. Den letztendlich ist es nichts anderes.

    Die ESMA und die BaFin sind die Aufsichtsbehörden ! Brauchen die für jeden Mist eine gesetzliche Grundlage ? Hier ist ein riesiger betrügerischer unregulierter Markt am entstehen und die Aufsichtsbehörden haben nichts besseres zu tun als Däumchen zu drehen und auf den Gesetzgeber zu warten der vielleicht mal in fünf Jahren -wenn überhaupt- aktiv wird ?

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    Gerd

    13. November 2017 18:08 at 18:08

    „Die aktuellste Warnung der EU zeigt, wie relativ hilflos man ist“
    „BaFin warnt vor Verlust und Betrug.“

    Was wollt ihr denn noch mehr? Muss heute jeder sein Kindermädchen an die Hand bekommen, weil durch Warnungen allein heute niemand mehr zu beeindrucken ist? Wird doch niemand gezwungen sich an Glücksspielen zu beteiligen.
    Was habe ich trotz unterschriftlich bestätigter Belehrungen und Warnungen schon Geld mit Knock-Outs in den Sand gesetzt. Sind immer noch erlaubt. Warum auch nicht.

    Früher galt, wer nicht hören will, muss fühlen.
    Mein Kind, wenn du trotz aller Warnungen unbedingt auf die heiße Herdplatte fassen willst – ja bitte, dann mach es halt.
    Aber ich werde nicht deinetwegen den Herd aus der Wohnung schmeißen.

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    Peter

    14. November 2017 00:16 at 00:16

    Finde die Warnung gerechtfertigt, und die Bafin hätte ruhig deutlicher werden und die Konjunktive rausnehmen können und z. B. schreiben können: „ICOs bewegen sich in der Regel jenseits jeglicher Rechtsprechung und genügen in den seltensten Fällen den Wertpapier-Handelsgesetzen. Insbesodere genügen sie nicht den Prospektpflichten von Emittenten von Wertpapieren. ICOs sind daher grundsätzlich dem Grauen Kapitalmarkt zuzurechnen. “
    Das fängt schon beim oft fehlendem Impressum an. Geschweige denn, dass man im Detail beschreibt, welche Teilhabe-Rechte man als Token-Käufer genau erwirbt. Also, bei den ICOs, die ich mir angeschaut hab (z. B. http://beth.jp) hab ich mir am Ende immer gedacht, dass es es sich um Scams handelt und man damit seine kostbaren Ethers sicher auf Nimmerwiedersehen loswird.
    Die meisten verstehen glaub ich gar nicht, was sie tun, wenn sie für ihre Ethers Tokens aus einem ICO erwerben. Vielleicht könntet Ihr das Euren Lesern mal in einem längeren Artikel genauer erklären…
    Bisschen Grundwissen dazu: Ethereum ist die Kryptowährung für ICOs, mit Bitcoin geht das nicht.

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      Feldmaen

      14. November 2017 10:37 at 10:37

      Eigentlich sind ICOs eine geniale Erfindung. Leider gibt es noch keine genügenden Regulierungen und Gesetzesgrundlagen die dem Tokenhalter ausreichende Rechte zusprechen. Wenn ein gesetzlicher Rahmen erst einmal existiert hätte man ja ein dezentrales Pendant zur Aktie und dann rund um die Uhr handelbar. Auch wenn hier derzeit vieles sehr rechtsfrei abläuft sehe ich die Zukunft bei den ICOs und nicht bei den IPOs.

      • Avatar

        PK

        14. November 2017 11:12 at 11:12

        du wirst da keine Regularien finden können, die dem wirklich gerecht werden.
        Wir erinnern uns an die Zeiten im Neuen Markt – da wurden am Ende Firmen ins IPO gebracht wo es nur grobe Konzepte gab und noch Null Umsatz.
        Ich finde, hier ist wirklich jeder selbst schuld.
        Man muss in DE das Recht haben in einen kompletten Scam investieren zu können ohne daß der Gesetzgeber einem davor schützt.
        Neulich war ein Interview (glaube es war bei NTV) wo einer der Gesprächspartner auch kurz vor einem ICO stand. Er hat mich bis zum Schluss nicht abholen können, was man jetzt genau davon hat wenn man seine Krypto kauft.
        Es ist doch nicht nur mein Gefühl, daß jetzt auf der Blockchain Welle unglaublich viele aus den Löchern kriechen und hier Profit schlagen wollen. Für mich ist das vollkommen OK, ich werde ja nicht gezwungen.
        Ich bin inzwischen der Ansicht, daß etwas aus diesem ganzen Chaos hervorgehen wird, daß man aber aktuell nicht sagen kann, was es wird.
        90% der aktuell in diesem Sektor investierten Gelder werden wertlos werden.
        Wie sagte Thiel so schön – don’t invest in Trends.
        https://techcrunch.com/2017/10/27/peter-thiel-isnt-so-sure-self-driving-tech-is-a-good-investment/

      • Avatar

        Gerd

        14. November 2017 11:15 at 11:15

        Hat die Welt eigentlich noch immer nicht genug Spielsachen?
        Kommt mir vor wie bei den Fernsehanstalten, die müssen auch ständig neue Unterhaltungs/Spielshows erfinden.

      • Avatar

        Feldmaen

        14. November 2017 11:28 at 11:28

        Ich glaube ihr habt mich falsch verstanden. Wenn ich die Regularien, welche auf IPOs abgewendet werden, im selber Struktur auf ICOs anwende, dann habe ich doch ein Blockchain basiertes IPO. Es war eine rein technische Einschätzung. Und warum sollte es nicht möglich sein einen rechtlichen Rahmen zu finden, wenn ein Unternehmen, welches ein ICO in Deutschland ausführen will, sich der deutschen Gesetzgebung unterziehen muss? ICOs sind meiner Meinung nach die „informationstechnisch“ besseren IPOs. Das kann man ja wohl nicht komplett von der Hand weisen.

  4. Avatar

    Wolfgang Koch

    14. November 2017 11:45 at 11:45

    Provokative?, Frage:Sind es nicht die Zentral/Notenbanken,welche den Kryptohype befeuern.Schliesslich geht ihnen schon länger auch nicht der Ruf voraus,gesetzestreu & verlässlich zu sein!Wenn die ständig „Geld“schaffen,können wir Blockchains das doch auch.Die österreichische Schule mit dem Wettbewerb ums bessere Geld,lässt grüssen!

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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