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Inside Riße (VIDEO): Mein ausführliche Aussage zu Staatsschulden und Gelddrucken

An dieser Stelle möchte ich auch aufgrund von Leserkommentaren ausführlich zu Staatsschulden und dem hemmungslosen Gelddrucken der Notenbanken Stellung nehmen…

Redaktion

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am

Von Stefan Riße

Der Markt geht weiter nach oben. Trotzdem könnten wir diese Woche noch Gewinnmitnahmen sehen. Der Dax profitiert vom schwachen Euro, wo es nach meiner Meinung in Richtung Parität läuft. An dieser Stelle möchte ich auch aufgrund von Leserkommentaren ausführlich zu Staatsschulden und dem hemmungslosen Gelddrucken der Notenbanken Stellung nehmen…

https://youtube.com/watch?v=UtKzaz7h9JE%3Frel%3D0

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    Rbird

    20. Dezember 2016 12:12 at 12:12

    Gute Veränderungen !

    Danke für die etwas andere Einschätzung vom Int.-Geldmarkt, als nur über den reinen Dax. Denn wenn das drum herum klarer wird, ist auch das mit rauf oder runter im Dax nur noch das Resultat davon..

    Ich freue mich auf weitere kurze Erläuterungen und Einschätzungen ausserhalb des Dax-Gap’s :-)

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    Feldmaen

    20. Dezember 2016 12:23 at 12:23

    Herr Riße,

    was würden sie demnach den vielen jungen Menschen in Deutschland empfehlen, welche die nächsten 30 – 40 Jahre durch Riester und Co. für den Lebensabend vorsorgen sollen. Wenn irgendwann die große Bereinigung kommt, wie sie es prognostizieren, was bedeutet dies für diese hart erarbeiteten Guthaben? Werden sich die Zinsen so anpassen, dass die enthaltene Kaufkraft dieser Verträge erhalten bleibt?

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      ET

      20. Dezember 2016 13:09 at 13:09

      Es ist mir völlig schleierhaft, warum man bei den guten (und vergleichsweise sichersten) Alternativen, die die Börse besonders auch Langfristanlegern durch Beteiligung an Unternehmen bietet, auf Riester o.ä. zurückgreift.

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        Feldmaen

        20. Dezember 2016 13:25 at 13:25

        Weil es dem Normalverdiener von der Versicherungslobby und den Staatsmedien eingeimpft wird, genauso wie ein Wärmedämmverbundsystem von der Chemie- und Dämmstofflobby. Und als 16-20 Jähriger hat man nunmal keine Ausbildung in privater Finanzwirtschaft und Geldanlage genossen, das Fach gibt es an den Schulen und Unis nicht. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, leider ging mir erst mit Anfang 30. ein Licht auf…

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          Walter Schmid

          20. Dezember 2016 16:45 at 16:45

          Ja, das sind traurige Wahrheiten, die Sie hier ganz richtig beschreiben. Riester ist so ziemlich der größte Blödsinn, den man in Sachen Altersversorgung machen kann und leider werden die breiten Massen, die später einmal am nötigsten auf Zusatzrenten angewiesen sein werden, von Politik, Banken, Versicherern und gelenkten Medien dort hinein getrieben, wo es regelmäßig nur mit hohen Verlusten ein Entkommen gibt.

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          ET

          20. Dezember 2016 17:51 at 17:51

          da gebe ich Ihnen Recht! Andererseits lehrt das Leben, dass der Mensch nun mal egoistisch ist und überall „die Lobby“ lauert, u.U. selbst im Supermarkt, wo man ggf. Ladenhüter angedreht bekommt, wenn man als schlecht informiert erkannt wird. Überall wird der schlecht informierte Mensch über den Tisch gezogen, selbst in der Politik ……… aber das würde hier wohl zu weit führen.
          Da hilft nur : sich informieren und schlau machen. Im jugendlichen Alter sind dafür die Eltern verantwortlich, die ihren Sprößlingen mit auf den Weg geben müssen, auf der Hut zu sein und sich unabhängig beraten zu lassen und sich selbst mit den Themen auseinanderzusetzen und zu lernen. Das Internet bietet dazu ein Schlaraffenland als Quelle; hatten wir damals nicht ;-).

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          Gixxer

          20. Dezember 2016 18:14 at 18:14

          Und warum gibt es so ein Fach nicht? Ganz einfach, weil es die Politik nicht will. Denn würde ein solches Fach eingeführt und die Menschen wären besser geschult, könnten uns die Banken und Versicherer nicht mehr so übers Ohr hauen. Das würde dann aber bedeuten, sie hätten weniger Geld, um es an bestimmte Parteien zu spenden. Ganz vorne dabei hier die CDU aber vor allem auch die FDP.

  3. Avatar

    ET

    20. Dezember 2016 12:25 at 12:25

    @Stefan Risse,
    bzgl. der Schuldenproblematik stimme ich Ihnen grundsätzlich zu. Die Frage ist „wie lange geht das gut“?. Unser Schuldenvorbild ist ja Japan. Dort lebt man schon seit 20 Jahren mit einer Verschuldung/BIP > 100 % und jedes Jahr kommen durchschnittlich 4 bis 5% hinzu. Sie sind jetzt bei rd. 230%. Gibt es irgendeine Faustformel, irgendeine halbwegs nachvollziehbare Logik, mit der man ableiten kann, wie lange das funktioniert, bis 300, 400, 500, 1000 10000%?? Was meinen Sie?

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      Emm wie Meikel

      20. Dezember 2016 17:37 at 17:37

      Ich denke, das lässt sich schlecht an einer Zahl festmachen. Hyperinflation tritt ein, wenn das Vertrauen in eine Währung verloren geht, wodurch sie jeder so schnell wie möglich loswerden will. Bei Währungen von 3. Welt Ländern kann das ganz schnell gehen (wie in Simbabwe). Deren Entwertung konnte jeder am Wechselkurs zum USD oder am Goldpreis in der jeweiligen Landeswährung ablesen.

      Die „großen“ Währungen (Euro, Yen, Renmimbi usw.) hingegen fallen gegenseitig um die Wette und sind an den USD gekoppelt (wobei die FED das Falltempo angibt). Deren Entwertung (in Folge ungezügelter Gelddruckerei) ist daher schlecht an Wechselkursen ablesbar. Auch der (an den Terminmärkten festgestellte) Goldpreis ist mehr oder weniger an die Entwicklung des USD gekoppelt.

      Eine große Warnleuchte sind jedoch deflationäre Tendenzen (niedrige Umlaufgeschwindigkeit / die Leute halten ihre Währungseinheiten zurück). Nach einem starken, deflationären Crash (der insbesondere die Aktien- und Anleihemärkte trifft und zu einer starken Zinsexplosion führt, welche die überschuldete Wirtschaft in den Abgrund reisst), sobald die Preise tief genug gefallen sind, ergießen sich die bis dato zurückgehaltenen Währungseinheiten plötzlich über alle Märkte. Das führt zu Hyperinflation (hohe Umlaufgeschwindigkeit). Darum haben Zentralbanker so eine große Angst vor Deflation und sind händeringend bemüht, ihr 2% Inflationsziel zu erreichen.

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    Walter Schmid

    20. Dezember 2016 12:27 at 12:27

    In der Tat können Länder, die sich in ihrer eigenen Währung verschulden, einfach immer das Geld drucken, welches sie benötigen. Und sie werden das auch weiterhin tun. Und wenn das nicht einmal zu einer nennenswerten Inflation führt, erst recht. Das widerspricht zwar dem gesunden Menschenverstand, aber so ist es. Auch mit seiner Schlussfolgerung für die Weiterentwicklung der Börsen könnte Herr Riße Recht behalten, aber hier macht er die Börsen mal wieder zum Spielcasino. Bei den derzeitigen Höchstständen der US-Indizes sind Longpositionen mit einem hohen Risiko verbunden.

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    Kerstin

    20. Dezember 2016 13:13 at 13:13

    Hallo, Herr Riße,
    ich erinnere mich an eine häufig getätigte Aussage, die da sinngemäß lautete : Wenn die Zinsen am langen Ende in den USA steigen, könnte dies zu einer Gefahr für die Aktienmärkte werden.
    Passiert nicht genau dies jetzt, oder meinten Sie größere Zinssteigerungen ? Oder habe ich etwas nicht verstanden ?
    Mit freundlichen Grüßen
    Kerstin

    • Avatar

      Risse

      21. Dezember 2016 08:03 at 08:03

      Doch, vollkommen richtig, doch immer zeitverzögert besonders seit Anbruch des neuen Jahrtausends. Zunächst sollten wir noch eine Schub aufgrudnd er vorher stark gefallenen Renditen bekommen. Dann wird es Richtung 2. Halbjahr 2017 aber schwieriger. So zunächst mein Szenario.

  6. Avatar

    columbo

    20. Dezember 2016 13:35 at 13:35

    Jetzt ist alles klar. Die nächsten zwanzig Jahre und länger wird es so weitergehen, wie in Japan eben. Das ist sehr beruhigend, da ich in dreissig Jahren vermutlich nicht mehr leben werde und unsere Kinder werden dann schon
    eine Idee haben.
    Warum stresst man eigentlich dauernd Länder wie Griechenland oder Italien mit Auflagen und Vorschriften?
    Lasst sie doch in Ruhe ihre Schulden machen und lasst die EZB in Ruhe ihr Geld drucken. Dann wird auch niemand mehr austreten. Wenn die Inflation dann doch kommen sollte, kann man ja immer noch Gold und Aktien kaufen. Jetzt weiß ich, daß alles gut wird?.

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    Lossless

    20. Dezember 2016 14:30 at 14:30

    Herr Riße, wir beide wissen, es gibt jetzt schon eine versteckte Inflation. Hoffen wir, ein Staat der in der Währungsunion ist, möchte nicht den Ausstieg. Die Griechen mit ihren Problemen allein lassen wäre der falsche Weg. Aber man kann auch anders helfen und diese Stimmen werden lauter. Schuldenschnitt und raus wäre unserer Meinung die bessere Alternative. Meinen Sie nicht?

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    Peet

    20. Dezember 2016 16:01 at 16:01

    „30.000 € für jeden „Flüchtling“ als Startkapital“……….warum nicht 500.000 € ?….Startkapital für ärmer Deutsche, die unverschuldet in ihre Situation gekommen sind wären auch mal eine Überlegung wert denke ich….

    • Avatar

      Walter Schmid

      20. Dezember 2016 16:20 at 16:20

      Ja, genau! Das wäre die richtige Überlegung! Zuerst kommt mal die deutsche Bevölkerung. Die würden das geschenkte Geld dann auch nicht zu ihren Familien ins Ausland überweisen und die dortige Wirtschaft ankurbeln.

      • Avatar

        Peet

        20. Dezember 2016 17:54 at 17:54

        Das Geld was viele hier bekommen ist nicht dafür da, dass es in Heimatländer zu überweisen. Was ist das für eine Logik?
        Wer um sein Leben bangt, dem muss geholfen werden und der muss das Nötigste bekommen – aber da geht es nicht darum Geld in die Familie in der Heimat zu überweisen. Zumal dann keiner weiß wozu das Geld verwendet wird. Asylfinanzierung soll klar definierte lebensnotwendige Sachen für einen Menschen abdecken. In Sachwerten hätten wir schon lange helfen können – macht aber Deutschland nicht.

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      Risse

      21. Dezember 2016 08:04 at 08:04

      Doch, vollkommen richtig, doch immer zeitverzögert besonders seit Anbruch des neuen Jahrtausends. Zunächst sollten wir noch eine Schub aufgrudnd er vorher stark gefallenen Renditen bekommen. Dann wird es Richtung 2. Halbjahr 2017 aber schwieriger. So zunächst mein Szenario.

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      Risse

      21. Dezember 2016 08:08 at 08:08

      Doch gerne auch 30.000 oder mehr für jeden Deutschen. das war nur ein Beispiel. 500.000 x 80 Millionen dürfte dann allerdings zu Inflation führen.

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Aktien

Aktienmärkte: Die gefährliche Euphorie – alles steigt!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind in Feierlaune und dürften den November mit neuen Rekorden abschließen: der S&P 500 ca. 11% im Plus, der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987 (und dem besten November seit dem Jahr 1928!), auch der Dax ist gut 15% im Plus seit Monatsbeginn, die deutschen Nebenwerte-Indizes MDAX und SDAX erreichen heute sogar neue Allzeithochs. Derzeit steigt einfach alles, ob Bitcoin, Kupfer – oder die meist hoch verschuldeten amerikanische Small Caps, die im Russell 2000 enthalten sind. Egal wohin man blickt: seit der Meldung von Pfizer/BioNTech am 09.November spielen die Aktienmärkte das Spiel: durch den Impfstoff wird alles besser als es vor der Coronakrise war. Dementsprechend ist der sichere Hafen Gold so ziemlich das Einzige, das fällt.

Aktienmärkte: wenn alle euphorisch sind..

Gleichzeitig rechnet niemand mit einem stärkeren Rückgang der Aktienmärkte – sichtbar am Rekordtief des Verhältnisses zwischen Puts und Calls. Das bedeutet: es ist derzeit extrem günstig, sich gegen eine Kursrutsch der Aktienmärkte abzusichern. Aber es ist nicht selten, dass Märkte, an denen die Investoren so derart einseitig positioniert sind, plötzlich ein überraschender Gegenwind auftaucht – eine Art Schwarzer Schwan, den niemand auf der Rechnung hatte. Dann müssen alle durch die selbe Tür – und da es so gut wie keine Shortpositionen mehr gibt, gibt es dann auch praktisch keine Käufer (die ihre Short-Positionen eindecken), wird es an der Tür dann sehr eng.

Nicht umsonst lautet eine Börsen-Weisheit (von Warren Buffett): „Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, und ängstlich, wenn sie gierig sind“. Derzeit aber sind alle gierig – sichtbar auch am Fear & Greed Index mit einem Stand von aktuell 91.

Florian Homm bringt im folgenden Video die derzeitige Gier auf den Punkt und nennt einige Aspekte, die „schief gehen“ könnten:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

 

Die Aktienmärkte in Euphorie - das kann nach hinten losgehen

 

 

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Indizes

Aktienmärkte: Extreme Bewertungen, Zinsumfeld – und Corona

Das Überschießen der Aktienmärkte wird immer deutlicher, eine Korrektur scheint nahezu unvermeidlich. Wann aber kommt diese Korrektur?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Bereits schon seit geraumer Zeit rufen einige Parameter der Aktienmärkte nach Abkühlung, immer mehr Analysten bringen Argumente für eine notwendige Marktbereinigung auf das Tableau – dennoch reagieren die Börsen bisher nur mit Miniabgaben. Warum nehmen Investoren keine Gewinne mit, in einem Monat November, der am heutigen Tag einige Rekorde brechen könnte? Hier ein paar Gedanken zu den Headwinds und Tailwinds in meinem wöchentlichen großen Bild.

Die aktuellen Bewertungen der Aktienmärkte

Täglich werden die Kennziffern herangezogen, die das Überschießen der Aktienmärkte und mehr noch bestimmter Einzelaktien – Tesla und FANGMAN – in den Fokus stellen und von der Unvermeidbarkeit der Korrektur zeugen. Ob es die Relation der Aktienmarktkapitalisierung zum Bruttosozialprodukt ist, welches mit über 95 Billionen Dollar weltweit ein neues Hoch erreicht hat – im Vergleich zum globalen BIP von 86,6 Billionen Dollar (2019), welches in diesem Jahr aber über 4 Prozent schrumpfen sollte. Oder die Kurs/Gewinn-Verhältnisse, die schon im Bereich der Internetblase von 2000 liegen, insbesondere beim Nasdaq. Die vielen herumgereichten Langzeitcharts, die zeigen, dass die US-Märkte an ihren oberen Begrenzungen anstoßen.

Aber was am deutlichsten auf eine Korrektur hinweist, ist die Aktienperformance des Monats November, die dabei ist, Jahrzehnte alte Rekorde zu brechen. Der Dow Jones und der Nasdaq liegen bereits mit 13 beziehungsweise 12 Prozent im Plus, der S&P 500 mit 10,7 Prozent. Der altwürdige Dow Jones könnte heute den besten Monat seit 1987 absolvieren, ein Grund dafür ist natürlich die Branchenrotation hin zu Value, was in diesem Index reichlich vorhanden ist. Ebenso wie in unserem Leitindex, der bereits vor dem Monatsultimo um 15 Prozent gestiegen ist. Selbst beim volatilen Dax ein Extremum und einer der besten Börsenmonate der letzten 20 Jahre. Zuletzt gab es dies im März 2009 in ähnlicher Dimension, als die Anleger das Ende der Finanzkrise einpreisten. Was noch auf eine nahe Bereinigung hindeutet: Aber am treffsichersten für eine Korrektur ist der Fear&Greed-Index aus den USA, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt, wie zum Beispiel dem Put/Call-Ratio oder dem VIX. Bei Ständen über 90 Punkten ist es nur eine Frage der Zeit, wie die Darstellung der letzten beiden Jahre darlegt.

Fear&Greed-Index, über 90 Punkte, dann wird es spannend

Das Gier-Barometer der Aktienmärkte

Derzeit sind die Aktienmärkte gierig

Das Zinsumfeld

Kurskorrektur der Aktienmärkte ja, aber was ist mit dem Gesamtumfeld? Können Investoren, die aus dem Markt ausgestiegen sind, derzeit überhaupt längere Zeit außen vor bleiben, mit Minuszinseinlagen? Über die absurd niedrigen Anleiherenditen wurde an dieser Stelle schon oft berichtet: Über 17 Billionen Dollar mit einer Negativrendite, unter Berücksichtigung der Inflation (Realrendite) sind es sogar über 32 Billionen Dollar. Vor zwei Wochen betrug sogar die Rendite der globalen Langläufer (7 – 10 Jahre Laufzeit) bei den Staatsanleihen gerade mal 0,18 Prozent.

Ein weiterer Grund für das weltweite Anwachsen der Verschuldung.

FMW hat vor Kurzem den Chart präsentiert, mit dem Außeinanderdriften der Gesamtschulden und der Wirtschaftsentwicklung seit den 1980-ern. „Der Chart, der die Welt erklärt.“ Aber dafür gibt es eben eine große Ursache, den dramatischen Verfall der Zinsen, wie dieser Chart aufzeigt.

Das Zinsumfeld der Aktienmärkte

1980 mussten die Staaten noch zweistellige Zinsen p.a. für ihre Schulden bezahlen, Schuldenhöhen wie damals, würden derzeit rasch zum Bankrott führen.

Das Hoch erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe im September 1981 mit 15,81 Prozent – aus heutiger Sicht unvorstellbar hohe Renditen für die sichersten Staatspapiere. Wer kaufte da Aktien? Das Gegenteil der heutigen Situation mit TINA.

Staaten und Firmen, haben sich also immer höher verschuldet, weil sie es konnten, ohne ihre Zinslast zu erhöhen. In den 1990-ern hatte Fed-Chef Alan Greenspan mit seiner Zinspolitik einen weiteren Zinsrückgang befördert, anschließend kam die Finanzkrise und zuletzt Corona. Man konnte sich also immer mehr verschulden, ohne dass es finanzielle Konsequenzen hatte.

Als Beispiel könnte man Italien heranziehen. In den 1990er-Jahren musste das Land noch ein Viertel des Haushalts für Zinszahlungen aufbringen, obwohl die Verschuldung noch deutlich niedriger war als zuletzt. Aktuell sind es nur noch 10 Prozent, die die Zinsaufwendungen ausmachen. Zugleich hat Italien seine Staatsanleihen auf sehr lange Laufzeiten umgestellt. Dasselbe gilt für viele weitere EU-Staaten. Derzeit schimpft man über die Zunahme der Verschuldung in Deutschland, aber momentan verdient der Staat sogar noch bei seiner Schuldenaufnahme.

Noch ein Effekt: Die Aktienmärkte wurden „relativ“ preiswerter, weil der Zins nichts anderes ist als der Preis für Zeit. Wenn der Zins aber verschwindet, spielt Zeit bei der Geldanlage keine Rolle mehr, Aktienerträge werden wertvoller. Ich kann deshalb nicht verstehen, warum Kommentatoren die Aktien-KGVs von heute immer wieder mit Phasen vergleichen, als es 5 oder 6 Prozent Zinsen am Kapitalmarkt gab.

Natürlich sind die Notenbanken die Verursacher der Zinssituation mit ihren Anleihekäufen (7 Billionen in nur einem halben Jahr), dies ist die eigentliche Manipulation an den Märkten und nicht die bei den Aktien. Die Investoren nutzen nur die gegenwärtige Situation oder sie könne teilweise gar nicht anders agieren.

Dass die Verschuldung ein Riesenproblem wird, wenn die Zinsen steigen, steht auf einem anderen Blatt. Aber wie lange so etwas gut gehen kann, zeigt uns Japan seit Jahren.

Die Hoffnungen für die Zeit nach Covid-19

Die Aktienmärkte blicken weit in die Zukunft, deshalb war der 9. November so etwas wie ein großer Game Changer. Die Meldung von BioNTech/Pfizer zur demnächst anstehenden Zulassung eines Impfstoffs gegen die Pandemie, die Folgemeldungen von Moderna und AstraZenecca und die riesigen Mengen an Impfstoffdosen mit dem mRNA-Präparat, welche in kurzer Zeit zur Verfügung stehen könnten. Eine globale Impfaktion, was für eine Mammutaufgabe, die aber schon zu Jahresbeginn so richtig starten könnte. China hat mit der Impfung schon begonnen, ebenso Russland und für Europa gab es am Wochenende folgende Meldung: Großbritannien will einem Zeitungsbericht zufolge den von BioNTech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff offenbar in der kommenden Woche zulassen. Mit der Auslieferung solle nur Stunden später begonnen werden, berichtete die „Financial Times“.

Worauf aber blicken die Anleger? Auf den Sommer 2021 und danach wohl nicht so sehr auf den harten Corona-Winter, der uns zunächst im Jahr 2021 bevorstehen soll. Laut Armin Laschet, der härteste seit dem zweiten Weltkrieg, aber da soll er sich mal mit den Jahrgängen von 1935 und davor unterhalten, die können ihm über andere Nachkriegsjahre berichten. Die Wirtschaftsindikatoren in punkto Arbeitslosigkeit, Dienstleistungen und Konsumentenvertrauen sind durch die zweite Coronawelle im Rückgang begriffen. Aber was ist mit dem Frühindikator US-Transportation Index? Dieser aus 20 Werten zusammengesetzte Index (Fluggesellschaften, Bahngesellschaften, Schifffahrt, Speditionen und Lieferservice) ist weiter am steigen und hat mit über 12.500 Punkten schon deutlich sein Vor-Coronaniveau (11.000 Punkte) überschritten. Vor dem Verkauf kommt die Verarbeitung und der Transport der Güter, ein Frühindikator auf Mehrjahreshoch.

Fazit

Warum sind die Investoren noch so investiert bei all den gegenwärtigen Warnsignalen? Viele trauen sich vermutlich nicht aus dem Markt zu gehen, weil man jederzeit mit einer neuen Impfstoffmeldung oder gar der Zulassung des Impfstoffes rechnen muss. Auch steht die EZB-Sitzung am 10. Dezember unmittelbar bevor, zu der Chef Volkswirt Philipp Lane noch ein großes Ankündigungszeichen gesetzt hat. Er warnte vor den schädlichen Auswirkungen einer niedrigen Inflation?!

Die EZB will daher neue Konjunktur- und Inflationsprognosen zu ihrer nächsten Zinssitzung veröffentlichen. Höchstwahrscheinlich verbunden mit zusätzlichen Hilfsmaßnahmen für die von der zweiten Pandemie-Welle gebeutelte Wirtschaft, wie EZB-Chefin Christine Lagarde unlängst unmissverständlich andeutete.

Und ein paar Tage später, am 16. Dezember kommt die Federal Reserve mit ihrer Sitzung. Gerade wurde das letzte Fed-Protokoll veröffentlicht, in dem man die Möglichkeit einer noch laxeren Geldpolitik durchgespielt hat.

Ergo: Es sind nur noch etwa 17 Handelstage für die Aktienmärkte bis zum Schließen der Bücher für 2020, vorher gibt es für gewöhnlich noch ein kleines Window Dressing. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit einer kurzen und knackigen Korrektur nicht von seiner Hand zu weisen, zu optimistisch sind die Investoren, nicht zuletzt die viereinhalb Millionen neuen Anleger in den USA, die noch einmal „all-in“ gegangen sind.

Aber dennoch hat sich an meiner These, wann die Aktienhausse Probleme bekommen könnte, nichts Substanzielles geändert: Bei einem Anziehen der Inflation und der damit verbundenen Kapitalmarktzinsen.

Die Aktienmärkte mit extremen Bewertungen

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Profi-Investoren machen Kasse! Videoausblick

Der Montag beginnt ungewöhnlich für die Aktienmärkte: die US-Futures sind im Minus. Profi-Investoren müssen ihren Aktien-Anteil reduzieren!

Markus Fugmann

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Der heutige Montag beginnt ungewöhnlich für die Aktienmärkte: die US-Futures sind im Minus, heute also bisher kein Imfpstoff-Optimismus. Was ist da los? Der November brachte für die Aktienmärkte neue Rekorde, aber nun stehen vor allem Profi-Investoren vor einem Problem: sie sind in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet. Also müssen sie absehbar die Gewichtung bei Aktien senken, ergo verkaufen. Dadurch dürften nach Einschätzungen von US-Banken bis Jahresende Aktien im Volumen von mehr als 300 Milliarden Dollar verkauft werden müssen – und das wird nach dem Rekord-November mit extrem hoher Investitions-Quote und Stimmungs-Euphorie (Impfstoff) nun ein sehr ernst zu nehmender Gegenwind. Ist der heutige Montag bereits der Auftakt dafür?

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